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Sonntag, 7. Juni 2020

Die verschlossenen Tunnel von Fürstenau





Zum Film | Wie habe ich mich gefreut, als ich per Mail die Einladung erhielt, die verborgenen Tunnel von Fürstenau zu erkunden - wobei es erst einmal in die Höhe ging, bevor ich die Tiefen des historischen Städtchens im Osnabrücker Landkreis erkundete.

Schnell sprach sich herum, dass ein Abenteurer die Stadt besucht und kurzerhand wurde so manch rostiger Schlüssel vom Haken genommen, um gemeinsam dem Verborgenen auf die Spur zu kommen. Ein aufregender Tag - nicht nur für die Fürstenauer ...
Irgendwie wusste niemand so recht, wie es in den dunklen Gängen unter der alten Burganlage aussah, da sie seit Jahrzehnten verschlossen waren. Ja, sogar das Bauamt war ratlos und so beschloss Bürgermeister Benno Trütken einen erfahrenen Mann vorzuschicken, um den Zustand und die Begebenheiten unter seinem Rathaus zu erkunden.




Es ist ausgesprochen besonders, einen Jahrzehnte verlassenen Ort zu betreten. Wo man einen Fuß hinsetzt, was man findet und sieht, alles ruhte seit Langem in Dunkelheit und Stille. Wir bewegen uns täglich in wissentlich geprüfter Umgebung. An Orten, die ständig unter dem Einfluss von Menschen stehen. Die sicheren Pfade zu verlassen und vergessene Orte zu erkunden, gehört zu den spannendsten unvorhersehbaren Erlebnissen, die nur sehr wenigen Menschen zu Teil werden.

Sonntag, 8. September 2019

Der Fluchtgang von Schloss Lütetsburg



Zum Film | Seit Generationen erzählt man sich in Ostfriesland vom Geheimgang auf Schloss Lütetsburg. Unter dem Schloss soll es einen Fluchttunnel gegeben haben, der geradewegs zur Kirche im benachbarten Hage führte. In diesem Film gehe ich gemeinsam mit Tido Graf zu Inn und Knyphausen den wenigen Spuren nach, die nach Jahrhunderten von Umbauten und Bränden geblieben sind. Auch wenn vieles spekulativ anmutet - der Eingang zum Tunnel scheint tatsächlich erhalten und es gibt sogar deutliche Hinweise auf dessen wahre Existenz.


Erst beim Filmschnitt der kleinen Dokumentation fiel mir auf, dass wenn man den Beschreibungen der Augenzeugen folgt, genau an der Stelle, wo eine kleine Treppe in die Tiefe des Ganges geführt haben muss, ein steinerner Sockel den Abstieg versperrt. Aber nicht nur das. Das verputzte Mauerwerk an der Wand oberhalb des Eingangs ist deutlich verfärbt, so wie man es bei feuchtem Mauerwerk kennt. Wenn der Eingang seit unbekannter Zeit voller Wasser stand, so gibt das alte Mauerwerk immer noch Feuchtigkeit ab – genau da, wo eine Wandvertiefung den aufrechten Gang beim Abstieg in den Fluchttunnel ermöglichte. Wurde der Gang hier zugemauert? Befindet sich unter diesem Sockel die Treppe hinab in die Tiefe eines seit Jahrzehnten verschlossenen Geheimgangs?


Sonntag, 26. Mai 2019

2. Teil - Ostfrieslands verschollene Schätze | Der verfluchte Schatz von Hesel



Zum Film | Zur Schatzsuche | Dank Eurer Mithilfe konnte ich auf meiner Suche nach Ostfrieslands verschollenen Schätzen das Rätsel von Marienchor lösen, und so kam es, das ich tief im Heseler Wald auf die Klosterstätte Barthe stieß. Doch Vorsicht war geboten! Denn wie die Geschichte des Klosters erzählt, soll der Schatz, der dort im Wald vergraben wurde, verflucht sein ...

Hier hören statt lesen | Zu später Stunde ist im Gehölz bei Hesel ein fürchterliches Wehklagen zu hören. Die Bewohner des kleinen ostfriesischen Dorfes erzählen sich seit Generationen die schauerlichsten Geschichten um einen Ritter, der beim Versuch einen verschollenen Klosterschatz zu heben, vom Pferd fiel und sich das Genick brach – aber nicht durch ein Unglück, sondern durch einen schrecklichen Fluch.
Es trug sich zu, das die vor dem Schwedenheer fliehenden Mönche des Heseler Klosters einen Münzschatz unter einem Baum vergruben, damit das Geld nicht den plündernden Truppen des Dreißigjährigen Krieges in die Hände fiel. Den Baum, unter dem sie den Schatz vergruben, markierten sie mit einem eingeritzten Kreuz, sodass sie die Stelle später wiederfinden könnten.
Als dann viele Jahre später endlich Friede im Land herrschte, kamen zwei der Mönche zurück um den Hort zu heben, stellten aber fest, dass auf unerklärliche Weise alle Bäume mit einem Kreuz versehen waren. So sehr sie auch suchten - sie fanden die Münzen nicht. Vor Zorn über den Verlust sprachen sie da einen schrecklichen Fluch aus: “Wer ohne Recht den Schatz versucht zu heben, dem soll das Genick brechen und sein Geist soll verdammt sein, bis zum Jüngsten Tag ruhelos umherzuirren!“
So ist es wohl dem Ritter ergangen, der bis heute sein Wehklagen durch das Heseler Gehölz heulen lässt. (TvL)



Mit der kundgetanen Absicht, den Schatz nicht finden zu wollen, sondern nur über seine Geschichte berichten zu wollen, stieß ich in der ehemaligen Kirche des Klosters unter dem Altarstein auf eine weitere kleine Schatzkiste, die sich mithilfe meines geheimnisvollen Schlüssels öffnen ließ. Ein weiteres Rätsel kam zutage und ich konnte kaum erwarten zu erfahren, wohin mich die Worte auf der Karte diesmal führen würden:

SL - Von Geisterhand drauf hingewiesen -
im Keller unter blauem Blut.
Von flachem Wasser weit umgeben -
gefunden nur durch wahren Mut.
Wie heißt der Sitz, unweit liegt Hage,
Wo wuchs einstmals ein kleiner Berg?
Der Schatz war klein doch folgt der Sage,
vollbrachte er ein frommes Werk.


Macht mit und helft mir das dritte Rätsel zu lösen, damit wir gemeinsam Ostfrieslands verschollene Schätze finden können!

Wer online als Erster die Lösung auf der Schatzseite von ostfriesland.travel einreicht und wer im Heseler Wald, beim Kloster Barthe am Altarstein der Kirche, ab dem Tag dieser Veröffentlichung bis 14:30h als Erster an der Schatzkiste laut die Lösung sagt, gewinnt! In der Schatztruhe befindet sich ein Lösungshinweis, aber nicht nur das! Es gibt tolle Preise zu gewinnen - für eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland! Nach 14:30 Uhr wird die Schatzkiste in der Tourist-Information Hesel (Leeraner Straße 1, 26835 Hesel) zu den regulären Öffnungszeiten zu finden sein.

Mittwoch, 24. April 2019

Ostfrieslands verschollene Schätze | Die Suche beginnt ...





Zum Film | Zum Onlineprojekt | Im äußersten Nordwesten Deutschlands liegt das mystische Ostfriesland. Das Land der Häuptlinge, der Moore und rauen Winde. Die tosende Nordsee brachte über die Jahrhunderte viele Handelswaren und auch Schätze in die karge Gegend. Verschleierte Mythen um die verschollenen Reichtümer und auch der Glaube an Übernatürliches halten sich bis heute in den flachen Weiten des Landes. Ja, und wenn wir hier von Schätzen sprechen, dann sprechen wir zweifelsohne von Gold und Silber!

Was ist dran an den Geschichten der verschollenen Münzen und ist es wahr, dass der Teufel selbst über manche Fundorte wacht? Der Abenteurer Tim von Lindenau begibt sich auf Schatzsuche - auf den Spuren tapferer Glücksritter und dunkler Mythen. Er sucht Ostfrieslands verschollene Schätze! Und Ihr könnt mitsuchen, miträtseln und vor Ort Euer Glück machen, denn Euch erwarten dabei nicht nur spannende Abenteuer, sondern auch kleine und größere Gewinn-Schätze, die Euch eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland erleben lassen!

Sonntag, 21. April 2019

Das Abenteuer Erlischt | Dokumentarfilm







Ein Abenteuer nährt sich von Romantik und Entdeckerlust. Ohne die Schönheit des Alten geht die Inspiration für Erkundung verloren.

Zum Film | Es ist jetzt bald ein Jahr her, das ich das erste Mal das beschauliche Quakenbrück im zauberhaften Artland zwischen Cloppenburg und Osnabrück besuchte. Das kleine Städtchen zog mich sofort in seinen wohltuenden Bann - kaum 20 Minuten nach meiner ersten Ankunft.
Einst gab es hier wohl mal eine Burg, die leider keine wirklich sichtbaren Spuren hinterließ. Und doch ist der Geist des Mittelalters in den kleinen Straßen und Gassen allgegenwärtig.
Manch ein Gebäude, nach Jahrhunderte vergangener Handwerksmanier aus groben Steinen gebaut, lässt die älteste Geschichte der Stadt noch erahnen. Auch die St.-Sylvester-Kirche gehört zu jenen Bauwerken, umrahmt von liebevoll instandgehaltenen Fachwerkhäusern. Manch eines steht beinahe so da, wie zu Zeiten seiner Erbauung. Andere warten noch auf einen Liebhaber mit der passenden Geldbörse und dem rechten Sinn für das Historische.
Eben dieser Sinn für das Historische ist es, der im Mittelpunkt dieses Films steht. Dabei geht es aber nicht wirklich um Restaurierung oder Erhaltung, sondern viel mehr um das Altern und Vergehen. Dabei könnte dieser Film bald zu einem Requiem werden. Eine Dokumentation, die warnend aufschreit: „Das Abenteuer erlischt!“


Während das Abenteuer der Moderne darin besteht, sich mit überteuerten Outdoorartikeln bestückt in organisierte Touren und Sportevents einzuklinken, mit einem technisch völlig überentwickelten Fahrrad wie ein geölter Blitz durch die Landschaft zu schießen oder sich in Kletterparks selbst zu überwinden, so war das Abenteuer der vorindustriellen Zeit eher unprofessionell und bescheiden. Es war das unvorhersehbare Erlebnis der Entdecker.

Als Kinder streunten wir durch verwilderte Hintergärten, erkundeten zugewucherte Bachläufe und sahen hinter jedem alten Kellerfenster, von Laub und Spinnweben verhangen, gebannt ins Dunkel einer unbekannten Welt. Eine Welt, die wir wenige Jahre später unbedacht zerstörten.

Altes muss weg und Neues muss gerade und sauber sein. So hat es uns die Werbung seit Jahrzehnten gepredigt. Der Trümmerschock des Krieges und die Wirtschaftswunder der 60ger Jahre zeigten den Menschen auf, was gut und zukunftsweisend ist. Kesselflicker und Scherenschleifer starben aus und ihnen folgte schnellen Schrittes eine Wegwerfgesellschaft mit Chemoreiniger und glattwandigen Zukunftsvisionen. Und während ich diese Worte schreibe, unterstreicht mir mein Computer-Schreibprogramm das Wort „“Kesselflicker in blau und warnt mich vor einem veralteten Ausdruck. Was ist geschehen, das wir den Sinn für bewährte Erfahrungen, Tradition und Wertigkeit verloren haben?

Als Dieter Wieland vor 30 Jahren in seinen unzähligen Filmen vor der Verwahrlosung der Baukultur und der Zerstörung von Schönem und Bewährten warnte, gab es hierzulande noch vieles zu entdecken und zu erforschen. Doch er wurde zu selten erhört. Die bauliche Schönheit, das vergessene kunstvolle Handwerk, die alten Keller und historische Hinterhöfe sind verschwunden. Wir haben sie zerstört. Das Abenteuer erlischt.

Und die Auswirkungen sind verheerend. Mit dem Abenteuer erlischt auch der Entdeckergeist, das unvorhersehbare Erlebnis und viele wertvolle Erfahrungen. Nun, in einer sauberen und glatten Stadt suchen sich Kinder und Jugendliche die Seelennahrung für ihre Neugierde in digitalen Welten. Was man planierte, zur Seite schob, abriss und in Wald und Flur bereinigte wurde digital ersetzt. Das Abenteuer, nach dem wir uns so sehr sehnen, ist bald nur noch in Computerspielen und animierten Filmen zu finden. Wundern wir uns, dass ein Smartphone der beste Freund unserer Kinder geworden ist? Wo wir doch täglich alte Bäume fällen und durch stachelige Koniferen ersetzen?


Das erste Abenteuer erlebte ich im Garten meiner Kindheit. Wir hatten damals einen schönen alten Garten, hinter dessen Pforte nach hinten hinaus eine große Obstwiese an ein undurchdringliches Dickicht grenzte, in dessen Gestrüpp ein fast verfallener dunkler Schuppen für Respekt und Entdeckerlust sorgte. Nun mit der Kamera durch die Stadt streunend, fand ich nur wenige Ecken, die zumindest ein wenig so spannend wie der Garten meiner Kindheit waren.

Gärten machen Arbeit. Gärten machen Dreck. Und so baggert man aufwendig die über Jahrzehnte gereifte Erde ab, versiegelt sie mit einer Kunststoffplane und legt einen Steingarten an. Stein, ja - das ist unübersehbar. Aber Garten kann man das nicht mehr nennen.

Zu meiner Freude fand ich mehrere Straßen, die bis heute von der Moderne verschont blieben. Zugegeben ist dieses Beispiel eher das Resultat von Pflegelosigkeit, aber mir ist das lieber, als die Straße gleich um die Ecke, wo weder Halm noch Käfer einen Platz zum Leben finden. Es gibt noch Menschen, die ihre Häuser und Gärten leben lassen. Hier hat die Natur Mitspracherecht und die Chemokeule Hausverbot. Hier darf man leben, erleben und entdecken.
Manch ein Nachbar mag da schimpfen und zetern. Aber erinnern wir uns an das schöne Beispiel von Dieter Wieland, wie Kinder ein Haus malen: Mit Baum, Strauch, Blumen und Wiese bis an die die Hausmauer. Hier darf man träumen. Hier wartet das Abenteuer.

Es gibt auch Menschen, die das Alte und Schöne bewahren, die seinen Wert erkennen und sich auf eine Reise begeben, die sich auf ein Abenteuer einlassen. Das Abenteuer der Erforschung und Erhaltung.

Eigentlich hatte ich geplant, nach kleinen Abenteuern in der Stadt zu suchen. Nach verweisten Häuserschluchten, dunklen Kellerlöchern und von Spinnenweben versiegelten Türen. Zwar fand sich die ein oder andere Niesche, aber selbst im verträumten Quakenbrück sind die vom Saubermann übersehenen Ecken rar. Und ich schaute ganz bewusst nur von der Straße aus. Man muss schon aufs Land hinaus, um wirklich etwas zu entdecken. So wie im vergangenen Sommer, als wir mit freundlicher Genehmigung, einen alten Mostkeller im Artland erkunden konnten. Hier ist vor über einem halben Jahrhundert die Zeit stehen geblieben. Als der Betrieb eingestellt wurde, schloss man die Türen und überließ alles hinter ihnen der Zeit. Ein Paradies für Entdecker.

Eine Überraschung bot sich mir allerdings in Form eines alten Kaugummiautomaten. Da stand ein Relikt der Abenteuerpausen meiner Kindheit. Übersehen, verlassen und doch gefüllt. Jetzt beim Schneiden des Films, frage ich mich, warum ich nicht versuchte ein Geldstück hineinzuwerfen.

Dann gab es noch etwas zu entdecken. Der Gasthof „Zur Linde“ scheint schon länger geschlossen. Ein Blick durch das Fenster zeigt die Einrichtung der 70ger Jahre und mir wurde erzählt, das die Küche hier früher so etwas wie der bessere Ersatz von Fastfood war. Gegrillte Hähnchen mit Pommes. Nun wächst Moos auf den Laternen die einst den Eingang beleuchteten und die Farbe an Fenstern und Türen löst sich in rissigen Flocken vom Holz. Auf allem ruht Staub und Dreck und sofort ist sie da: die Entdeckerlust! Ich werde bei nächster Gelegenheit herausfinden wem das Haus gehört, um vielleicht einen Blick hinter die schöne historische Fassade werfen zu können.

Dann ist da noch ein Heckenpfad bei der alten Sylvester-Kirche. Längst zugewachsen, aber noch mit einem Tor versehen, konnte man damals vom anliegenden Wohnhaus in zweiter Reihe direkt zur Kirche gelangen.


Es ist gut das es wieder mehr Menschen gibt, die sich dem Alten widmen. Es retten und vielleicht sogar neu aufgreifen. Doch wo sind die schmalen Pfade, an dessen Wegende das Abenteuer wartet? Wo ist die Patina, die Geschichten von Jahrhunderten erzählt? Wo bleibt die Romantik, die uns inspiriert etwas zu erleben, raus zu gehen und dem Entdeckerinstinkt zu folgen? Was ist aus den Erfahrungen geworden, die von Generation zu Generation weitergereicht wurden und nun als Mythologie, Märchen oder Humbug abgetan werden? Wann begann der Mensch vom Träumer zum Realisten zu verkommen? War es die chemisch gereinigte Geradlinigkeit, die uns zu funktionalen Saubermännern werden ließ?

Natürlich kann man auch in der Moderne Abenteuer erleben und es macht mir sogar Spaß, in riesigen Parkhäusern durch die Etagen zu streifen. Aber hier ist nichts Lebendiges verborgen. Der Beton erzählt keine Geschichten. Gebaut wird mit künstlichem Baustoff - nicht mit entdeckbaren Naturmaterialien. Beton hat keine Jahresringe und Industrieputz ist tot und kalt - ganz im Gegenteil zum Lehmputz.

Es gibt praktische keinen Abenteuerfilm ohne alte unberührte Orte und Gebäude. Sind es Höhlen oder Pyramiden, Schlösser oder Burgen. Jedes Abenteuer braucht eine Bühne und einen Ort, der etwas wertvolles beherbergt.

Und nun frage ich Euch: „Was kann jeder Einzelne tun, um die Abenteuer nicht erlöschen zu lassen? Welche Möglichkeiten gibt es, das Alte und Schöne zu bewahren? Was braucht man vielleicht nicht zu streichen oder zu überputzen? Die Holzplanken eines dreihundertjährigen Fußbodens erzählen die abenteuerlichsten Geschichten, alte Hauswände bewahren jede Spur der Zeit. Mit echtem Leinöl lassen sich unzählige Oberflächen konservieren. Muss wirklich alles abgerissen werden das alt ist, oder kann man es auch mit einfachen günstigen Mitteln erhalten, um das Abenteuer nicht erlöschen zu lassen?“

Ohne die kunstvollen Werke der Alten verkümmert unser Sinn für das Schöne. Ein Abenteuer nährt sich von Romantik und Entdeckerlust. Ohne die Schönheit des Alten geht die Inspiration für Erkundung verloren.

Was können wir tun, um das Abenteuer zu bewahren?

Sonntag, 7. Oktober 2018

7,5. Teil - Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg - Die Geschichte

https://youtu.be/00vgVNjUKOA


Zum Video | English version | Da „Das Geheimnis von SchlossLütetsburg“ seit mehreren Monaten weltweit geschaut wird, habe ich mich an eine Übersetzung der Geschichte gemacht. Damit jeder versteht, was bisher bei diesem Abenteuer passiert ist ….

In der Vorburg des Lütetsburger Schlosses, der gräflichen Familie Knyphausen, wird nach Generationen ein Geheimnis gelüftet. Ein Zugang auf Niveau des Wassers im Burggraben, wurde in unbekannter Vergangenheit zugemauert und nie wieder geöffnet. Seit seiner Kindheit fragt sich Tido Graf zu Inn und Knyphausen, was sich hinter diesen Mauern verbirgt - und nun lud er mich ein, mit ihm diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen und den Eingang freizulegen …

Wie man auf einer alten Zeichnung im Eingang des Tores des Lütetsburger Schlosses erkennen kann, ist die legendäre zugemauerte Türe in der Vorburg seit über 250 Jahren verschlossen. Die dahinter befindlichen Räumlichkeiten stammen also aus frühester Zeit des Schlosses, das von 1557 bis 1576 erbaut wurde. Damals befand sich der offizielle Eingang der Hofanlage unmittelbar rechts oberhalb der zugemauerten Türe, welche sich knapp über dem Wasserspiegel des Burggrabens befindet.

Im ersten Teil bohrten wir zunächst ein Loch in die Mauer, um mit dem Endoskop einen Blick hinter das Gestein zu werfen. Was zum Vorschein kam, war Erde. Also fingen wir an die Ziegel zu entfernen, um zu schauen, ob der komplette Keller mit Erde verfüllt wurde.

Zunächst ist zu sagen, dass wir keine Aufzeichnungen von der Vorburg aus Zeiten des offenen Eingangs haben. Das Archiv des Schlosses ist groß, aber es weist wie jedes andere Lücken auf.
Auch zahlreiche Umbaumaßnahmen und Brände über die Jahrhunderte hinweg erschweren den Rückblick.


Nun war gewiss das die Räumlichkeiten bis unter die Decke mit Erdreich gefüllt waren. Aber nicht nur Erde kam zum Vorschein. Gleich am ersten Tag fanden wir zahlreiche Artefakte der Vergangenheit. Bauschutt und Müll aus vergangener Zeit - eine Fundgrube für die Archäologie. Graf Knyphausen beschloss: „Wir graben so weit wir können!“ Also öffneten wir den Eingang weiter und gruben uns voran. Die Spannung stieg mit jedem Fundstück – ja sogar große bauliche Sandsteinelemente kamen zu Vorschein. Die Grabung am Burggraben jedoch weiter über ein Boot fortzusetzen, konnte keine nachhaltige Lösung sein.

Mittlerweile sah ich mir die Mauer genau an. Hier wurden durch die Witterung verschiedene Materialien durch die Ziegel ausgespült. Ziegelsteine waschen mit der Zeit Kalk aus und werden außen weiß. Was mir allerdings auffiel, war, dass an markanten Stellen dunkle Erde durch den Stein sickerte und damit außen auf der Mauer bauliche Begebenheiten aus dem Innern zutage förderte. Die Wand der Vorburg zeigte auf den Ziegeln ihr Innerstes. Dies ließ sich anhand weiterer Informationen über die Bauabschnitte und noch existierender Mauern recht genau erahnen. Aber wird es sich auch belegen lassen? Jedenfalls schienen die Räume hinter dem Eingang riesig zu sein!

Nun wurde es Zeit Profis ins Boot zu holen. Mithilfe der hiesigen Archäologie sollte das Projekt möglichst professionell voranschreiten. All das brauchte allerdings Zeit zur Organisation. Das Wetter, die Terminkalender, Mitwirkende – nichts geht schnell bei so einem Unterfangen. Die Grabung wurde zur Geduldsprobe und sollte es auch bleiben.

Mittlerweile gingen wir auch an ein weiteres Geheimnis. Im Schlosspark unter dem Manningaberg gibt es einen seit den 50ger Jahren verschütteten Bunker. Würden wir den Eingang finden? Mit genauen Angaben von Zeitzeugen, Spaten, einem Metalldetektor und Sondierstäben machten wir uns ans Werk – allerdings ohne großen Erfolg, denn der Eingang liegt wohl tief unter der Erde. Wir brauchten ein Bodenradar, um das wir uns bis dato noch bemühen.

Dann stand der Winter ins Haus und stoppte die Grabungen an der Vorburg. Wir konnten das Boot nicht mehr nutzen und auch die Schwimmelemente, mit denen wir eine schwimmende Brücke bauen wollten, waren eingefroren. Es hieß wieder warten.

Monate vergingen, bis endlich eine stabile Brücke über den Burggraben führte und die Archäologie Zeit für unser Projekt fand. Nun, so dachten wir, steht der Grabung nichts mehr im Weg. Doch weit gefehlt.
Nach einer sehr erfolgreichen Grabung mit vielen teils sehr wertvollen Funden legten wir einen Großteil der Decke über dem Keller frei und mussten feststellen, was wir zuvor schon befürchteten: Die erste Etage der Vorburg scheint auf dem Erdreich im Keller zu ruhen. Ohne Statiker, der sich die Sache genau ansieht und uns Gewissheit verschafft, ging nichts mehr. Wir konnten nicht weiter graben, ohne Gefahr zu laufen, dass uns die darüber befindliche Etage auf den Kopf fällt.

Dies sind die letzten Informationen, während wir im Oktober 2018 noch darauf warten, was der Statiker zur Situation vor Ort sagt. Wir hoffen es geht bald weiter und wir hoffen, das es einen Weg gibt - ins unerschlossene Gewölbe der Lütetsburger Vorburg - möglicherweise so groß, dass der spätmittelalterliche Keller den gesamten Flügel einnimmt. Was wird uns erwarten?

Im nächsten Schritt wollen wir in der Etage über dem freigelegten Eingang eine Bohrung im Boden machen, um die Bausubstanz von beiden Seiten zu untersuchen. Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Grabung auch ohne Abstützung weiter verlaufen kann.

Sonntag, 16. September 2018

Das letzte Geheimnis im Hermannsdenkmal

https://youtu.be/J3kLnGDlXc8


Zur Dokumentation | Im Landkreis Lippe, im Teutoburger Wald, steht DAS Volksdenkmal der Deutschen Lande. Das Hermannsdenkmal - das Symbol germanischer Freiheit.
Hartnäckig halten sich Gerüchte, das es im Kopf des Hermann einen Tisch gibt, an dem man Skat spielen könne und das einst ein Baby aus den Nasenlöchern des Kriegers gefallen sein soll. Gibt es noch geheime Räume unter dem Denkmal? Der Abenteurer Tim von Lindenau geht diesen Fragen auf den Grund und tatsächlich entdeckte er etwas sehr merkwürdiges ...

Mythen und Legenden beflügeln die Statue, die eigentlich Armin-Denkmal heißen müsste - nach dem germanischen Fürsten Arminius aus dem Stamme der Cherusker. Er war es wohl, der das römische Heer des Varus in einen vernichteten Hinterhalt lockte und damit die germanische Vorherrschaft gegenüber den Römern sicherte.
Warum der Herrmann, der ja eigentlich Arminius verkörpert und ganz nebenbei mit Siegfried dem Drachentöter aus der Nibelungensaga in Verbindung gebracht wird, nun Herrmann heißt, lässt sich nur spekulieren und ist wahrscheinlich dem Zeitgeist zuzuschreiben. Keine der Sagen um den Helden lässt sich heute noch genau belegen. Es ist die Geschichte, die den Menschen bewegt und den Freiheitswunsch beflügelt.



Der Architekt Ernst von Bandel erschuf das kolossale Denkmal. Sein Lebenswerk erbaute sich allerdings nicht ohne Schwierigkeiten und erhebliche zeitliche Verzögerungen. Dreißig Jahre lang stand der Sockel des Monuments ohne Figur auf dem Berg, bevor die Statue 1875 gegen jede Erwartung eingeweiht wurde.
Cornelia Müller-Hisje, erzählt in dieser 45 minütigen Dokumentation über die Statue und ihren Erbauer und hilft dabei Geschichten und Gerüchte aufzuklären, während die Kletterer von Interakteam die Expedition in das Labyrinth der Konstruktions-Röhren sichern.

Was aber hat Tim von Lindenau entdeckt? Gibt es ein letztes Geheimnis im Hermannsdenkmal?

Sonntag, 15. Juli 2018

7. Teil - Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg



Zum Video | Es gab einiges zu tun und zu entdecken. Zunächst musste die Decke des Kellereingangs freigelegt werden, um dem Statiker einen ausreichenden Einblick für das weitere Vorgehen der Grabung zu ermöglichen. Im gleichen Zug stellten wir fest, das die vermeidliche Kellerdrainage doch eine andere Funktion hatte und das die losen Steine im Kerkerfenster leider keinen Kerker, sonder viel mehr weitere Erdmassen verbargen. Nun heißt es abwarten und hoffen, dass der Statiker der Grabung keinen Riegel vorschiebt, sondern eine einfache und bezahlbare Lösung parat hat, sodass uns die Decke nicht auf den Kopf fällt ...

Sonntag, 10. Juni 2018

6. Teil - Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg

https://photos.app.goo.gl/YibbFBgbAoXwe4uM6


Zum Video | Zur Fotogalerie | Endlich! Nach ungefähr einem Jahr forschen, planen und „Geduld üben“ stießen wir Anfang Juni 2018 mit Unterstützung der Ostfriesischen Landschaft tiefer in den geheimnisvollen Gang der Vorburg vor. Zunächst gab es einiges zu lernen und vieles zu „schüppen“ - ganz nach archäologischer Manier und dann, ganz unverhofft, stießen wir auf die ersten großen Funde. Spannung machte sich breit und das sechsköpfige Team wurde vom Schatzgräbervirus infiziert ...

Sonntag, 22. April 2018

5. Teil - Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg

https://youtu.be/G_fjkf4EG_0


Zum Film | Nach langer Zeit der Organisation (Zusatzinfo hier im Extra-Video) und des Wartens wegen unpassenden Wetterverhältnissen, trafen wir uns endlich mit dem nicht ganz vollständigen Grabungsteam, um eine Brücke mit Schwimmelementen vom Eingang des geheimnisvollen Kellers zum Ufer des Burggrabens zu positionieren. Die Arbeiten liefen reibungslos und nun heißt es bald „auf ins wahre Abenteuer“ – mit Schaufel, Eimer, Schubkarre und archäologischer Unterstützung!

Montag, 1. Januar 2018

2. Teil - Verschüttet im Lütetsburger Schlosspark

https://www.youtube.com/embed/WRa0Hd23FBg?list=PLBBGeJwUHm1qGTQUvl5jFCRPg-ZOvOYeg


Zum Video | Auf der Suche nach dem verschütteten Bunkereingang des Manningaberges im Lütetsburger Schlosspark, versuchten wir es diesmal mit einem Sondierstab, da wir zuletzt mit dem Metalldetektor keine Fortschritte, erzielten. Die neue Metode erwies sich als sehr effizient und wir machten tatsächlich einige interessante Entdeckungen, die uns Schritt für Schritt näher ans Ziel bringen.

Sonntag, 29. Oktober 2017

4. Teil - Die verbotenen Katakomben der Burg Rheinfels

https://photos.app.goo.gl/6rj0XReUNgDc4vdA3

Zum Film | Zur Fotogalerie | Völlig abgekämpft verließen wir die Minenschächte der Burg Rheinfels. Die Klamotten bis auf die Haut durchgeschwitzt – durch die unkomfortable Gangart schon jetzt Krämpfe in den Oberschenkeln. Uns blieb nicht lange Zeit um Luf zu holen – denn was jetzt auf uns zukam, sollte auf dieser Tour nicht mehr zu toppen sein. Wer in so einem engen Durchlass in Panik gerät, der kommt da nicht ohne Weiteres wieder raus. Was für ein atemberaubendes Abenteuer!

Freitag, 27. Oktober 2017

3. Teil - Die verbotenen Katakomben der Burg Rheinfels

https://www.youtube.com/embed/oL5voZw8PqY?list=PLBBGeJwUHm1qGTQUvl5jFCRPg-ZOvOYeg


Zum Film | Zur Fotogalerie | Ich wusste nicht, dass es später noch viel enger werden würde, als ich das erste Mal in meinem Leben das Gefühl kennenlernte, wie ein Höhlenforscher durch einen Spalt zu kriechen - so eng, dass man gerade noch hindurchpasst. Aber das uns zwei Stunden später in den Minenschächten der Burg Rheinfels fast die Luf ausging, war auch kein prickelndes Gefühl. Meter für Meter, den wir uns durch die mittelalterlichen Katakomben kämpften, schien das Abenteuer immer größere Ausmaße anzunehmen …

Sonntag, 22. Oktober 2017

2. Teil - Die verbotenen Katakomben der Burg Rheinfels

https://www.youtube.com/embed/qHeR4JhsUZo?list=PLBBGeJwUHm1qGTQUvl5jFCRPg-ZOvOYeg

Zum Film | Zur Fotogalerie | Schon nach 20 Minuten wurde uns klar, dass die Katakomben der Burg Rheinfels -Ruine viel größer sind, als es öffentlich ausgeschrieben ist. Nur in Texten historischen Beschreibungen lässt sich erahnen, welche Ausmaße das System von Tunneln, Wehrgängen, Minen und verborgenen Kammern hat. Noch längst nicht bei den Minen angekommen, erschloss sich uns die wahre, schier unüberschaubare Größe der mittelalterlichen Stätte. Doch dabei blieb es nicht allein – manch merkwürdiger Fund ließ die Spannung und vielleicht auch die Unsicherheit des Abenteuers steigen …

Freitag, 20. Oktober 2017

1. Teil - Die verbotenen Katakomben der Burg Rheinfels

https://www.youtube.com/embed/qvxcFfYVlVM?list=PLBBGeJwUHm1qGTQUvl5jFCRPg-ZOvOYeg


Zum Film | Zur Fotogalerie | Mitte Oktober 2017 reiste ich mit dem Abenteuer-Piloten Michael Buse an den Rhein, um dort im unterirdischen Dunkel der größten Burgruine, der Burg Rheinfels, die verborgenen Tunnel und Minen zu erkunden. Anfangs hatten wir keine Ahnung, das sich das System von verwinkelten Gängen schier ins Unermessliche erstreckt und tatsächlich noch Geheimnisse offenbart – für diejenigen, die ohne Furcht durch enge Löcher kriechen, welche mittelalterliche Räume verbergen, die teils seit Jahrzehnten von niemandem mehr in Augenschein genommen wurden …

Sonntag, 8. Oktober 2017

4. Teil - Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg



Zum Film | Da wir davon ausgehen, dass die Kelleranlage hinter der zugemauerten Türe der Vorburg des Lütetsburger Schlosses größer ist, als bisher gedacht, entschlossen wir uns zu einem Gespräch mit der ostfriesischen Landschaft, die sich professionell an der Grabung beteiligen könnte. Parallel eröffnen wir die Möglichkeit einer weiteren Grabung im Schlosspark. Hier wurde unter dem Manninga-Berg im Zweiten Weltkrieg ein Bunker angelegt, der mittlerweile verschüttet ist. Niemand der noch lebt, hat diesen Bunker je betreten oder weiß welche Geheimnisse er verbirgt. Allein der ungefähre Standpunkt des ehemaligen Eingangs ist bekannt.

Sonntag, 17. September 2017

3. Teil - Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg

https://photos.app.goo.gl/EvtM5dpi5n8YnN583


Zum Film | Zur Fotogalerie | Bis Anfang September 2017 dachte Graf Knyphausen, das ein vergittertes Fenster in der Vorburg zu einem Kriechkeller im Gebäude gehört. Als er den Keller dann einmal genauer in Augenschein nahm, stellte sich allerdings heraus, dass dieser ein ganz normales Fenster besitzt und die vergitterte Öffnung zu einem Raum gehören muss, den bisher niemand kennt.

Noch ein Geheimnis!

Also machte ich mich auf, einen Blick durch die mysteriösen mittelalterlichen Gitter zu werfen, was allerdings nicht ganz einfach war.
Bereits ein paar Wochen zuvor, unmittelbar nach dem Dreh des zweiten Teils dieser Filmreihe, machte ich selbst eine erstaunliche Entdeckung, die die vermeidliche Größe des verschütteten Kellers betrifft. Anhand baulicher Tatsachen lässt sich wohl erahnen, wie groß die Anlage ist, die wir in den kommenden Wochen ausgraben wollen ...

Sonntag, 13. August 2017

2. Teil - Das Geheimnis im Lütetsburger Schloss

https://goo.gl/photos/XNFVFJmiaCTtfFoZA


Zum Video | Zur Fotogalerie | Nachdem wir am 21.06.2017 zunächst mit einer Endoskopkamera einen ersten Blick in den seit über 250 Jahren zugemauerten Eingang der Vorburg von Schloss Lütetsburg warfen, öffneten wir am 12.08.2017 das erst kleine Loch weiter, um einen genaueren Eindruck von dem zu bekommen, was sich hier hinter den dicken Mauern verbirgt.
Während wir drei weitere Reihen der Steine abtrugen und das Erdreich im Innern entfernten, stießen wir auf einige Funde, wie die Stücke einer Tonpfeife, einen kleinen Tierschädel, Knochen, Baumaterial und die Hälfte eines Sandsteintürrahmens, der kunstfertig von Steinmetzen verziert wurde.




Die Arbeit über das Boot weiterzuführen, war mühselig – zumal wir einen großen Teil der Erde an Land schafften, um sie später auf der Suche nach weiteren kleineren Fundstücken zu sieben.
Wir mussten uns also Gedanken machen, wie wir die Grabung beschleunigen und vereinfachen könnten. Wie das genau ablaufen wird und was wir bezüglich der Größe der verschütteten Räume herausfanden, veröffentlichen wir in Kürze.

Sonntag, 9. Juli 2017

Der Zeitreise-Bäcker

https://youtu.be/ORGsNVDL9Os


Zum Video | Zur Fotogalerie | In der beschaulichen Kleinstadt Norden, an der ostfriesischen Küste, sorgt Familie Gerdes in der dritten Generation für Brot und Gebäck. Doch die Bäckerei und Konditorei in der Norder Innenstadt ist nicht wie andere ihres Fachs – denn Heino und sein Sohn Jelto sind „Zeitreise-Bäcker“ ...

Jetzt werden sich manche in der Backstube umsehen und nach einer auffälligen Maschine suchen, aus der Schläuche, Drähte und Blitze zucken - doch weit gefehlt - hier steht keine Zeitmaschine. Vielmehr ist die Betriebsstätte der Familie eine Zeitkapsel. Denn seit Jelto Gerdes Großeltern die Bäckerei im Jahre 1929 übernahmen, hat sich hier nicht viel verändert. Hier lebt das alte Handwerk fort – lebendig, wie eh und je.
Wenn Jelto und seine Schwester Eske morgens um drei beginnen die Brötchen und Brote für den nahenden Morgen zu backen, beginnt die Zeitreise. Zunächst rückwärts – in die Vergangenheit. In eine Zeit vor der Moderne.
Mit Ruhe und erfahrener Gelassenheit scheint man hier noch nie etwas von „Stress“ gehört zu haben. Auch, wenn es teils zügig gehen muss, damit Kneten, Formen, Gehen und Backen nicht aus dem Takt geraten und ein gelungenes Brot garantieren.
So wie Heino und Jelto nur Biomehl ohne Zusatzstoffe verwenden und immer auf der Suche nach spannenden neuen Zutaten sind, so gehen die Brote hier in Weidenkörben statt in Kunststofformen. Brot muss gesund sein. Auch Industriesalz kommt nicht in den Teig. „Meersalz ist viel gesünder“, sagt Jelto.



Streift man weiter durch die Bäckerei, gibt es überall etwas zu entdecken, das an die ferne Vergangenheit erinnert. Hier wird sauber gehalten, statt neu gestrichen. Hier wird Altes bewahrt, auch wenn es nicht mehr Teil des täglichen Bedarfs ist. Hier wird Geschichte gelebt.
In der Mehlkammer unter dem Dach werden die Säcke tatsächlich noch mit einem Flaschenzug durch den Dacheinstieg geladen. Der Flaschenzug ist zwar heute elektrisch betrieben, aber dennoch: Die Tradition bleibt erhalten.
Familie Gerdes liebt das gesunde Brot mehr als das Portemonnaie. Hier beginnt die Zeitreise in die Zukunft: eine Zukunft, in der Ideale vor dem „alles verschlingenden Wachstum“ kommen. Wo der Kunde zählt – und das kleine Glück. Beim Zeitreise-Bäcker in Norden.

Sonntag, 25. Juni 2017

1. Teil – Das Geheimnis im Lütetsburger Schloss

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Zum Video | Zur Fotogalerie | Wie man auf einer alten Zeichnung im Eingang des Tores des Lütetsburger Schlosses erkennen kann, ist die legendäre zugemauerte Türe in der Vorburg schätzungsweise seit über 250 Jahren verschlossen. Die dahinter befindlichen Räumlichkeiten stammen also aus frühester Zeit des Schlosses, das von 1557 bis 1576 erbaut wurde. Damals befand sich der offizielle Eingang der Hofanlage unmittelbar rechts oberhalb der zugemauerten Türe, welche sich knapp über dem Wasserspiegel des Burggrabens befindet.

Seit seiner Kindheit fragt sich Tido Graf zu Inn und Knyphausen, was sich hinter diesen Mauern verbirgt und so lud er mich ein, mit ihm diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen und den Eingang freizulegen.
Am Mittwoch den 21.06.2017 um 15:00 Uhr, fuhren wir mit einem Boot zum besagten Eingang, bohrten zunächst ein Loch an oberster Stelle des Mauerwerks und schauten mit einer Endoskop-Kamera hinein. Der Bohrer der Maschine kam spielend leicht durch den alten Mörtel, aber das Loch gab keinen Blick ins Innere frei, sodass wir zunächst einen ganzen Stein aus dem Gefüge trennten, um mehr sehen zu können.



Nun stellte sich heraus, dass der Raum, der sich hier verborgen hielt, mit feiner Erde aufgeschüttet wurde (Kelleranlagen, die verschlossen werden, erhalten auf diese Weise eine höhere statische Stabilität). Was wir nun erkennen konnten, war eine Gewölbedecke in bestem Zustand, die im Bereich des Eingangs ungefähr 50 cm ins Innere führte und dann in einer Öffnung nach oben hin endete, welche ebenfalls mit Erdreich aufgefüllt war.
Der oberste Teil des geheimen Raumes war allerdings nicht bis an die Decke gefüllt, was sicherlich damit zu tun hatte, dass wenn man den Raum von oben mit Erde aufschüttet, man schlecht um eine Ecke herum auch weiterführende Flächen komplett füllen kann. Eine andere Erklärung wäre, dass das Erdreich über die vielen Jahre versackte und so diesen Raum zwischen Schüttgut und Gewölbe freigab.
Um einen noch besseren Einblick erhalten zu können, entfernten wir noch weitere Steine und gruben uns mit einer Schaufel so tief hinein, wie es unter den Umständen möglich war. Das Ende des Raumes oder Ganges ließ sich dadurch nicht erahnen, jedoch, dass sich hier eine komplette Öffnung und Freilegung lohnt - wie Graf Knyphausen in diesem Moment beschloss.
Zunächst wurde das freigelegte Loch provisorisch wieder verschlossen. Der genaue Termin der kompletten Öffnung steht noch aus. Weiteres folgt im Juli/August 2017.