Posts mit dem Label Tunnel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tunnel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 7. Juni 2020

Die verschlossenen Tunnel von Fürstenau





Zum Film | Wie habe ich mich gefreut, als ich per Mail die Einladung erhielt, die verborgenen Tunnel von Fürstenau zu erkunden - wobei es erst einmal in die Höhe ging, bevor ich die Tiefen des historischen Städtchens im Osnabrücker Landkreis erkundete.

Schnell sprach sich herum, dass ein Abenteurer die Stadt besucht und kurzerhand wurde so manch rostiger Schlüssel vom Haken genommen, um gemeinsam dem Verborgenen auf die Spur zu kommen. Ein aufregender Tag - nicht nur für die Fürstenauer ...
Irgendwie wusste niemand so recht, wie es in den dunklen Gängen unter der alten Burganlage aussah, da sie seit Jahrzehnten verschlossen waren. Ja, sogar das Bauamt war ratlos und so beschloss Bürgermeister Benno Trütken einen erfahrenen Mann vorzuschicken, um den Zustand und die Begebenheiten unter seinem Rathaus zu erkunden.




Es ist ausgesprochen besonders, einen Jahrzehnte verlassenen Ort zu betreten. Wo man einen Fuß hinsetzt, was man findet und sieht, alles ruhte seit Langem in Dunkelheit und Stille. Wir bewegen uns täglich in wissentlich geprüfter Umgebung. An Orten, die ständig unter dem Einfluss von Menschen stehen. Die sicheren Pfade zu verlassen und vergessene Orte zu erkunden, gehört zu den spannendsten unvorhersehbaren Erlebnissen, die nur sehr wenigen Menschen zu Teil werden.

Sonntag, 8. September 2019

Der Fluchtgang von Schloss Lütetsburg



Zum Film | Seit Generationen erzählt man sich in Ostfriesland vom Geheimgang auf Schloss Lütetsburg. Unter dem Schloss soll es einen Fluchttunnel gegeben haben, der geradewegs zur Kirche im benachbarten Hage führte. In diesem Film gehe ich gemeinsam mit Tido Graf zu Inn und Knyphausen den wenigen Spuren nach, die nach Jahrhunderten von Umbauten und Bränden geblieben sind. Auch wenn vieles spekulativ anmutet - der Eingang zum Tunnel scheint tatsächlich erhalten und es gibt sogar deutliche Hinweise auf dessen wahre Existenz.


Erst beim Filmschnitt der kleinen Dokumentation fiel mir auf, dass wenn man den Beschreibungen der Augenzeugen folgt, genau an der Stelle, wo eine kleine Treppe in die Tiefe des Ganges geführt haben muss, ein steinerner Sockel den Abstieg versperrt. Aber nicht nur das. Das verputzte Mauerwerk an der Wand oberhalb des Eingangs ist deutlich verfärbt, so wie man es bei feuchtem Mauerwerk kennt. Wenn der Eingang seit unbekannter Zeit voller Wasser stand, so gibt das alte Mauerwerk immer noch Feuchtigkeit ab – genau da, wo eine Wandvertiefung den aufrechten Gang beim Abstieg in den Fluchttunnel ermöglichte. Wurde der Gang hier zugemauert? Befindet sich unter diesem Sockel die Treppe hinab in die Tiefe eines seit Jahrzehnten verschlossenen Geheimgangs?


Sonntag, 9. Dezember 2018

Das Geheimnis der Dolmen | Wer waren die Erbauer der Megalithkultur?



Zum Film | Im nordischen Raum längst vergessener Germanenstämme liegen gewaltige Steine verstreut. Lang vor den heidnischen Völkern sollen unsere Vorfahren niedrige Steinhäuser (mit Geschick und nicht erklärbaren Kräften) in die schroffe Landschaft gesetzt haben, ohne dass es bis heute eine belegbare Erklärung für sie gibt. Riesen sollen sie gewesen sein, die ihres Gleichen unter den Steinen begruben. Doch man fand keine Knochen. Kein Skelett. Keine Belege für ein Grab. Und doch nennt man sie Hünen- oder Großsteingräber.

Sie sind das Stonehenge Deutschlands. Eines der großen Rätsel mitteleuropäischer Frühgeschichte, die verzweifelte Forscher zu unbedachten Aussagen treiben - sie seien „Grenzsteine oder rituelle Bauten“. Immer dann, wenn ein Archäologe nicht weiter weiß, wird ihm unwiderlegbar klar: „Es handelt sich um ein Monument für göttliche Rituale.“

Die meisten Anlagen sollen zwischen 3500 und 2800 v. Chr. entstanden sein - in einem wahren Bauwahn, so vermuten Wissenschaftler. 900 solcher Anlagen sind heute noch in Deutschland bekannt und doch soll es nur noch ein Bruchteil dessen sein, was damals erbaut wurde. Viele Anlagen wurden später zu Kirchen und weitere fielen dem Industriezeitalter zum Opfer. Statt es zu erforschen und zu bewahren, verfremdete und zerstörte man eines der größten Rätsel der Jungsteinzeit.


Hier an der Straße der Megalithkultur, die sich 330 Kilometer durch das westliche Niedersachsen windet, finden sich allein zwischen Osnabrück und Oldenburg 70 solcher Dolmen oder auch Langgräber genannt. Diese Großdolmen stehen möglicherweise in direkter Verbindung zum englischen Stonehenge, von dem aktuell bekannt wurde, das die Anlage ursprünglich um ein Vielfaches größer war als gedacht. Die bekannte Ringanlage sticht wie ein Kirchturm aus einer Stadt, die verborgen unter meterdicken Erdmassen liegt.

Die Datierung solcher Anlagen scheint der Wissenschaft schwer zu fallen, da sich mehr und mehr herausstellt, dass man bei der zeitlichen Einschätzung solch früher Bauwerke völlig falsch lag. Sie sollen Tausende Jahre älter sein und zeigen oft Fertigungsspuren, die als „unmöglich“ eingestuft und dann möglichst schnell verdrängt werden.

Wenn die Hünengräber, wie sie im Volksmund genannt werden, der Überlieferung nach von Riesen erbaut wurden, diese sie aber nicht als Grabstätten nutzten, welchen Zweck erfüllten sie dann, wenn kein ausgewachsener Mensch unter den niedrigen Steindächern verweilen könnte? Welche Volksgruppe wurde damals als „Riesen“ bezeichnet und was hinterließen sie uns sonst noch? Fragen über Fragen, die mir beim Anblick dieser Steine keine Ruhe lassen. Wer waren die Erbauer der Megalithkultur und wann lebten sie wirklich? Welchen Zweck erfüllten Ihre gewaltigen Hinterlassenschaften, die wie die Pyramiden spielend Jahrtausende Überdauern?

Was ist das Geheimnis der Dolmen?

Freitag, 31. August 2018

Deckname Rebhuhn - Eine Expedition ins Dunkel des Lengericher Eisenbahntunnels



Zum Film | In Erinnerung an vergangene Abenteuer aus meiner Jugend war ich bereits seit längerer Zeit auf der Suche nach einem verlassenen Eisenbahntunnel im Norden Deutschlands. Da Tunnel in der flachen Weite des Nordens aber eine Seltenheit sind, gestaltete sich die Suche recht schwierig, bis ich mehr oder weniger durch Zufall auf den Lengericher Eisenbahntunnel stieß - dem nördlichsten Gebirgs-Eisenbahntunnel Deutschlands, am Rande des Teutoburger Waldes.
Eine unheilsame Geschichte soll sich hier abgespielt haben, und wie sich herausstellte, schienen sich „filmende Explorer“ nicht wirklich ins Innere des Tunnels zu wagen, denn eine komplette Dokumentation ins Dunkel dieses Erdreichs war nirgends zu finden.
Da ich in der Zeit zwischen meiner Entdeckung im Netz und dem Eintritt durch die geöffnete Metalltür des Tunnels, keine Zeit für eine eingehende Recherche hatte, wurde mein Abenteuer eine Fahrt ins Unbekannte - was sich wenig später ausnahmsweise als Vorteil herausstellen sollte. Hätte ich gewusst, welchen Ort ich da in den Tiefen des Gesteins erkunde, wäre ich sicher nicht mit der gleichen Leichtigkeit vorgegangen - denn dieser Tunnel ist ein Ort mit einer grausamen Geschichte.



Schon als die Köln-Minder-Eisenbahngesellschaft die Strecke zwischen Münster und Osnabrück im Dezember 1871 eröffnete, schufteten franzische Zwangsarbeiter drei Jahre lang während des Deutsch-Französischen Kriegs, um der Eisenbahn einen 765 Meter weiten Weg durch das unterirdische Gestein des Teutoburger Waldes zu bahnen.
1928 wurde der Tunnel nach nur wenigen Jahrzehnten Dienstzeit geschlossen, da man parallel einen neuen Tunnel grub, um die Strecke später auf vier Gleise zu erweitern. Statt den alten Tunnel dann nach Instandsetzungsarbeiten wieder in Betrieb zu nehmen, verweiste er allerdings und diente der Lengericher Bevölkerung in den folgenden Kriegsjahren als Schutzraum.

Erbaut durch Zwangsarbeit und ausgedient als Bunker genutzt, erlebte der alte Lengericher Tunnel um die längs vergangene Jahrhundertwende nur eine kurze Zeit des Friedens. Doch es sollte erst friedlos werden.
Im März 1944 entdeckte der Jägerstab der Nationalsozialisten den Tunnel für sich, um in ihm mit der Kraft weiterer Zwangsarbeiter Flugzeugteile herzustellen. Sie bauten den Tunnel, der nun den Decknamen „Rebhuhn trug“, nach ihren Bedürfnissen um und errichteten dort kurzerhand ein KZ-Außenlager, unter dem Namen „A1 Lengerich“. Wie viele Menschen im Dunkel des Tunnels ermordet wurden, ist ungewiss. Nur wenige Geschichten sind genauer bekannt. Geschichten von Flucht, unfreiwilliger Rückkehr und Hinrichtung. Arbeiter sollen hier im Tunnel erhängt worden sein. Ihre Körper und die der anderen Toten, wurden in Baugruben und namenlos auf umliegenden Friedhöfen verscharrt.

Dass sich all das im Dunkel dieses Tunnels abspielte, den ich gerade so unwissend erkundete, war mir im nachhinein ein Schrecken. Mit welchem Gefühl wäre ich durch die Nebelschwaden gezogen, hätte ich vor Ort gewusst, das hier Menschen ermordet wurden? Doch unvoreingenommen diesen Ort besucht zu haben, bedeutet für mich unvoreingenommen diesen Ort erspührt zu haben. Es war eine drückende düstere, aber nicht feindselige Atmosphäre. Ganz hinten im Tunnel, wo Massen von Erdreich den Ausgang versperren, war mir tatsächlich etwas unwohl. Irgendetwas drängte mich zurück Richtung Ausgang. Aber sonst war mein Eindruck mehr der von „Faszination im Innern eines Berges“. Sicher spielt es eine Rolle, mit welchem Respekt man einem Ort begegnet, aber möglicherweise und vielleicht sogar ganz sicher, haben die Seelen der hier gestorbenen keinen Anlass zum weiteren Verweilen gesehen.