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Sonntag, 16. Juni 2019
5. Teil - Ostfrieslands verschollene Schätze | Der Störtebeker-Schatz von Borkum
Zum Film | Zur Schatzsuche | Wen wundert es, das mich meine letzte Reise auf der Suche nach Ostfrieslands verschollenen Schätzen auf eine Insel führte. Was wäre eine Schatzsuche ohne Piraten? Dank Eurer Mithilfe fuhr ich nach Borkum, um folgender Legende nachzugehen:
Hier hören statt lesen | Die Borkumer Woldedünen waren einst mächtige Sandberge, die zur offenen See Ostfrieslands hin, steil abfielen. Ob ein längst gefällter Wald den Dünen seinen Namen gab, ist unwahrscheinlich. Die äußersten Dünen der Südspitze sind schon längst dem Meer verfallen und niemand kann ganz genau sagen, wie die Süddünen um das Jahr 1400 beschaffen waren. Zu dieser Zeit nämlich soll der berühmte Freibeuter Klaus Störtebeker einen gewaltigen Schatz in den Dünen vergraben haben - kurz vor seiner unheimlichen Hamburger Hinrichtung.
„Wenn die Woldedünen könnten sprechen, würde es ganz Borkum nie an Geld gebrechen“, heißt es im Borkumer Volksmund. Ja, flüsternde Stimmen behaupten sogar, das die Dünen immer wieder Teile eines Schatzes freigegeben hätten. In Marienhafe war Störtebeker den Ostfriesen bekannt und an der Ems soll er große Beute gemacht haben, während sein Schiff auf den Raubzügen immer wieder an Borkum vorbeifuhr. Doch der Wind peitscht den Sand über Meer und Land und die Wellen ziehen alles in die Fluten, das nicht fest genug ist ihrer Kraft standzuhalten. Wenn die Einheimischen Borkumer früher nach den Eiern der Seevögel suchten, träumte manch einer vom großen Fund - vom Gold der Piraten. (TvL)
Auf Borkum selbst rechnete ich gar nicht mit einem weiteren Schatz, den ich dunklen Räumen unter den Woldedünen fand. Doch auch wenn meine spannende Reise, die uns so viel über die wahren Schätze Ostfrieslands lehrte, hier endete, geht es für Euch noch einmal lohnend weiter - mit der Lösung des letzten Rätsels:
NL – Altes geht und Neues kommt -
führt sie sicher durch die Wellen.
Erlosch'nes Licht in Flammen stand,
Darf vor Ostfriesland nicht zerschellen.
Wer ist der Neue auf der Insel,
neu, so wie sein Name auch?
Löst du dieses letzte Rätsel,
wirst Du ihn erklimmen bald.
Macht mit, löst das Rätsel und gewinnt einen der beiden letzten Schatzsuche-Preise:
SO MACHST DU MIT
Wer online als Erster die Lösung auf der Schatzseite von ostfriesland.travel einreicht und wer in der Tourist-Information von Borkum ab dem Tag dieser Veröffentlichung als Erster an der Schatzkiste laut die Lösung sagt, gewinnt! Die besten Chancen habt ihr heute bis 14:30h. In der Schatztruhe befindet sich ein Lösungshinweis, aber nicht nur das! Es gibt tolle Preise zu gewinnen - für eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland!
Sonntag, 9. Juni 2019
4. Teil - Ostfrieslands verschollene Schätze | Vom ostfriesischen Teufels-Schatz
Zum Film | Zur Schatzsuche | Wieder konnten wir ein neues Rätsel auf der Suche nach Ostfrieslands verschollenen Schätzen lösen und diesmal führte es uns von Schloss Lütetsburg direkt nach Mansingen in Westerstede. Als ich die Geschichte des Burgschatzes von Mansingen laß, rechnete ich damit auf die Grundmauern einer alten Burg zu stoßen, aber es kam viel spannender. Diese Burg wurde im 11. Jahrhundert aus Holz erbaut!
Hier hören statt lesen | In Ostfriesland erzählt man sich seit Jahrhunderten von einem Schatz, vergraben in einer Burg, bestehend aus purem Golde. Doch der Schatz scheint verloren, seit ein paar wackere Ostfriesen ihn zu heben versuchten und kurz vor ihrem Erfolg vom Teufel selbst gehindert wurden. Zwei Sagen gibt es, die sind sich auf solche Art ähnlich, das man nur davon ausgehen kann, die eine Burg habe der Anderen ihre Geschichte gestohlen.
Zuletzt soll um das Jahr 1800 in der Stinsenburg in Strackholt beinahe ein Schatz ausgegraben worden sein, während beim Heben eines bis an den Rand mit Gold gefüllten Braukessels ein Sechsspänner unter lautem Getöse vorbei rauschte. Der Kessel ward schon an den Rand des Lochs gehoben, da folgte dem eben vorbeigefahren Gespann ein einfacher Kreitwagen - gezogen von einer lahmenden Ente. Ein alter schwarzer Mann, welcher den Wagen kutschierte, fragte die erstaunten Schatzgräber, ob er das eben vorbeigefahrene Gespann noch einholen könne, da antwortete einer der erstaunten Glücksritter: „Bis zum letzten Tag nicht!“ Nun lachte der alte Kutscher hell auf und der Braukessel sank mit lautem Getöse in die Tiefen des Lochs und wurde auf immer vom Abgrund verschluckt.
Auf dem ehemaligen Burgplatz der bereits um 1400 aufgegebenen Mansinger Burg trug sich wohl eine ähnliche Geschichte zu. Die alten Grafen von Oldenburg sollen dort einen beträchtlichen Goldschatz vergraben haben, den ein paar mutige Männer unbestimmte Zeit später fanden und heben wollten. Schon als sie nach dem Gold gruben, hörten sie lautes Getrappel und sahen einen Vierspänner mit Höllenlärm an sich vorbeifahren. Erschrocken setzten sie ihre Arbeit fort und stießen als bald auf eine eiserne Kiste gefüllt mit Gold. Als diese bereits am Rand der Grube stand, hielt neben ihnen ein schwarzer Reiter auf einem riesigen Gockel mit rotgelben, wie Feuerflammen leuchtenden Federn. Er sah auf die Schatzgräber hinab und fragte sie mit dunkler Stimme: „Sprecht! Kann ich den Vierspänner, der gerade hier vorbeifuhr noch einholen?“ Da antwortete einer der völlig verängstigten Männer: „Das vermag nur der Teufel selbst.“ Kaum sprach er die Worte aus, da versank die eiserne Schatzkiste mit lautem Getöse in der Erde und ward nicht mehr freigegeben. Seit jenem Tag ist sicher, dass der Teufel selbst den Schatz bewacht. (TvL)
Ein wirklich wunderschöner Ort war das, so mystisch und verträumt im Wald gelegen. Hier konnte man die Geschichte förmlich noch spüren! Und der Hinweis? Gab es da einen weiteren Hinweis? Natürlich - und folgendes Rätsel gilt es nun zu lösen:
BK - Ein Pirat in aller Munde,
warf den Anker dort am Strand.
Die Erd' nicht fest, ist vorgelagert -
ganz im Westen groß durch Sand.
Wuchs auf der Düne einmal Wald?
„Sieben sind's - Ostfriesenland!“
Dort liegt der Schatz in tiefer Kälte,
durch den Piraten wohlbekannt.
Macht mit und helft mir das fünfte Rätsel zu lösen, damit wir gemeinsam Ostfrieslands verschollene Schätze finden können!
SO MACHST DU MIT
Wer online als Erster die Lösung auf der Schatzseite von ostfriesland.travel einreicht und wer am Infostein der Mansinger Burg am Tag dieser Veröffentlichung bis 14:30h als Erster an der Schatzkiste laut die Lösung sagt, gewinnt! In der Schatztruhe befindet sich ein Lösungshinweis, aber nicht nur das! Es gibt tolle Preise zu gewinnen - für eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland! Nach 14:30 Uhr wird die Schatzkiste in der Tourist-Information Westerstede (Am Markt 2, 26655 Westerstede) zu den regulären Öffnungszeiten zu finden sein.
Sonntag, 2. Juni 2019
3. Teil - Ostfrieslands verschollene Schätze | Der Lütetsburger Geisterschatz
Zum Film | Zur Schatzsuche | Das vorangegangene Rätsel im Heseler Wald führte mich auf meiner Suche nach Ostfrieslands verschollenen Schätzen an einem mir sehr wohl bekannten Ort: Schloss Lütetsburg. Gab es hier einen Schatz? „Oh ja, und nicht nur einen“, versicherte mir Schlossherr Tido Graf zu Inn- und Knyphausen:
Hier hören statt lesen | Schloss Lütetsburg in Ostfriesland birgt unzählige Geheimnisse. Auch Schätze zählen zu jenen. Zunächst war da ein Silberschatz, der im Hausbuch im Winter 1790/91 Erwähnung fand: „Bei der Arbeit wurden einige Stücke alten Silbergeldes gefunden. Ich hatte den langen Fischteich, welcher zwischen der westlichen großen Lindenallee und dem alten sogenannten Sternbusch befindlich war, im Herbst 1790 reinigen und die Schlammerde zur Verbesserung des Bodens über die Plantage streuen lassen. In dieser Schlammerde wurden 24 Stück alten Geldes von verschiedenem Gepräge entdeckt. Hierauf ließ ich den Teich, welcher schon mit Gesträuch und Schutt zugefüllt war, noch einmahl aufräumen und sorgsam durchsuchen - allein es wurden bei dieser Nachforschung nur noch 5 weitere Münzen gefunden, sodass sich die ganze Summe auf 29 Taler belief. Dieses Geld wurde ungefähr in der Mitte des Teichs gehoben und es lässt sich nichts über die Art, wie diese hineingekommen waren, sagen. Wahrscheinlich war es so, dass es entweder bei einer großen Wasserflut dahin geraten, oder in Kriegszeiten dahin geworfen wurde, um es vor dem Feind in Sicherheit zu bringen.“
Weitere Erwähnung findet der Silberschatz nicht, doch wurden damals auch wirklich alle Münzen entdeckt und geborgen?
Ein weiterer Schatz fand sich zuvor, als Unico Manninga im 16. Jahrhundert den aus den Niederlanden flüchtigen Staatsmann Philipp Marnix im Schloss aufnahm. Den beiden reformiert Gläubigen widerfuhr eine unheimliche Begegnung in den dunklen Gewölbekellern des Schlosses. Sie wandelten in politischen Gesprächen vertieft durch die Gänge, als plötzlich eine Geisterhand aus der Wand fuhr und Marnix fest am Knöchel packte! Erschrocken über diese furchteinflößende Erscheinung, erforschten beide zu späterer Stunde die Stelle genauer und waren erstaunt, als sie dort in einer niedrigen Spalte einen Münzschatz fanden, mit dem der Schlossherr seinem Freund nun auch finanziell wieder auf die Beine helfen konnte. (TvL)
Was für eine spannende Geschichte tat sich da in den Gewölben und auf den Grünflächen von Schloss Lütetsburg auf! Und tatsächlich fand ich auch dort eine weitere Schatzkiste mit einem zu lösenden Rätsel:
MB - Vergraben von den Oldenburgern,
gefunden von den Glücksrittern.
Ein Wagen laut, gefolgt vom Gockel -
feurig führt der schwarze Mann.
Der brach das Schweigen und vom Sockel,
rutscht der Schatz - nicht heben kann.
Wo war's, wo höllisch Werk geschah,
wo „Mannen singen“ ist es wahr?
Macht mit und helft mir das vierte Rätsel zu lösen, damit wir gemeinsam Ostfrieslands verschollene Schätze finden können!
SO MACHST DU MIT
Wer online als Erster die Lösung auf der Schatzseite von ostfriesland.travel einreicht und wer im Schlosspark-Shop von Schloss Lütetsburg ab dem Tag dieser Veröffentlichung als Erster an der Schatzkiste laut die Lösung sagt, gewinnt! Die besten Chancen habt ihr heute bis 14:30h. In der Schatztruhe befindet sich ein Lösungshinweis, aber nicht nur das! Es gibt tolle Preise zu gewinnen - für eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland!
Sonntag, 26. Mai 2019
2. Teil - Ostfrieslands verschollene Schätze | Der verfluchte Schatz von Hesel
Hier hören statt lesen | Zu später Stunde ist im Gehölz bei Hesel ein fürchterliches Wehklagen zu hören. Die Bewohner des kleinen ostfriesischen Dorfes erzählen sich seit Generationen die schauerlichsten Geschichten um einen Ritter, der beim Versuch einen verschollenen Klosterschatz zu heben, vom Pferd fiel und sich das Genick brach – aber nicht durch ein Unglück, sondern durch einen schrecklichen Fluch.
Es trug sich zu, das die vor dem Schwedenheer fliehenden Mönche des Heseler Klosters einen Münzschatz unter einem Baum vergruben, damit das Geld nicht den plündernden Truppen des Dreißigjährigen Krieges in die Hände fiel. Den Baum, unter dem sie den Schatz vergruben, markierten sie mit einem eingeritzten Kreuz, sodass sie die Stelle später wiederfinden könnten.
Als dann viele Jahre später endlich Friede im Land herrschte, kamen zwei der Mönche zurück um den Hort zu heben, stellten aber fest, dass auf unerklärliche Weise alle Bäume mit einem Kreuz versehen waren. So sehr sie auch suchten - sie fanden die Münzen nicht. Vor Zorn über den Verlust sprachen sie da einen schrecklichen Fluch aus: “Wer ohne Recht den Schatz versucht zu heben, dem soll das Genick brechen und sein Geist soll verdammt sein, bis zum Jüngsten Tag ruhelos umherzuirren!“
So ist es wohl dem Ritter ergangen, der bis heute sein Wehklagen durch das Heseler Gehölz heulen lässt. (TvL)
Mit der kundgetanen Absicht, den Schatz nicht finden zu wollen, sondern nur über seine Geschichte berichten zu wollen, stieß ich in der ehemaligen Kirche des Klosters unter dem Altarstein auf eine weitere kleine Schatzkiste, die sich mithilfe meines geheimnisvollen Schlüssels öffnen ließ. Ein weiteres Rätsel kam zutage und ich konnte kaum erwarten zu erfahren, wohin mich die Worte auf der Karte diesmal führen würden:
SL - Von Geisterhand drauf hingewiesen -
im Keller unter blauem Blut.
Von flachem Wasser weit umgeben -
gefunden nur durch wahren Mut.
Wie heißt der Sitz, unweit liegt Hage,
Wo wuchs einstmals ein kleiner Berg?
Der Schatz war klein doch folgt der Sage,
vollbrachte er ein frommes Werk.
Macht mit und helft mir das dritte Rätsel zu lösen, damit wir gemeinsam Ostfrieslands verschollene Schätze finden können!
Wer online als Erster die Lösung auf der Schatzseite von ostfriesland.travel einreicht und wer im Heseler Wald, beim Kloster Barthe am Altarstein der Kirche, ab dem Tag dieser Veröffentlichung bis 14:30h als Erster an der Schatzkiste laut die Lösung sagt, gewinnt! In der Schatztruhe befindet sich ein Lösungshinweis, aber nicht nur das! Es gibt tolle Preise zu gewinnen - für eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland! Nach 14:30 Uhr wird die Schatzkiste in der Tourist-Information Hesel (Leeraner Straße 1, 26835 Hesel) zu den regulären Öffnungszeiten zu finden sein.
Sonntag, 19. Mai 2019
1. Teil - Ostfrieslands verschollene Schätze | Der Birnbaum-Schatz im Rheiderland
Zum Film | Zur Schatzsuche | Im Frühjahr 2019 bekam ich einen merkwürdigen Brief ohne Absender. „Finde Ostfrieslands verschollene Schätze“. In dem mit Initialen versehen Umschlag steckte ein kleiner Schlüsselbund und eine Karte mit einem Rätsel darin:
MC - Unter'm Birnbaum liegt der Schatz -
im Tontopf noch ein zweites Rätsel.
Welch Brücke gibt Ostfriesland Rat?
Von dessen Stadt, über die Ems ins Land.
Wie heißt der Ort im Namen Klang -
wo man einst die Münzen fand?
„Ein Chor der Muttergottes sang.“
Das war Post ganz nach meinem Geschmack! Ich machte mich sogleich mit Stift und Zettel daran die Zeilen zu verstehen und nutzte das Internet, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dort stieß ich auf eine volkskundliche Geschichte, die mehr oder weniger glaubhaft schien, und ging der Spur des mysteriösen Briefes nach. War etwas dran an dem Schatz vom Rheiderland? Was würde ich dort finden und wie würde die Suche weiter gehen?
MC - Unter'm Birnbaum liegt der Schatz -
im Tontopf noch ein zweites Rätsel.
Welch Brücke gibt Ostfriesland Rat?
Von dessen Stadt, über die Ems ins Land.
Wie heißt der Ort im Namen Klang -
wo man einst die Münzen fand?
„Ein Chor der Muttergottes sang.“
Das war Post ganz nach meinem Geschmack! Ich machte mich sogleich mit Stift und Zettel daran die Zeilen zu verstehen und nutzte das Internet, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dort stieß ich auf eine volkskundliche Geschichte, die mehr oder weniger glaubhaft schien, und ging der Spur des mysteriösen Briefes nach. War etwas dran an dem Schatz vom Rheiderland? Was würde ich dort finden und wie würde die Suche weiter gehen?
Es war ein bitterkalter Wintertag und
ein langer beschwerlicher Weg, bis der Mann endlich auf der
Rathausbrücke stand und nicht so recht wusste, worauf er dort
wartete. So ging er auf und ab - Stunde um Stunde. Schon wollte ihn
der Mut verlassen, als ihn am späten Abend ein Ratsherr ansprach, ob
er hier auf jemanden warte. „Ja und nein“, sagte der Mann und
erzählte dem Herrn von seinem Traum. „Träume sind Schäume“,
sagte der Ratsherr, „aber ich hatte einmal einen ähnlichen Traum.
Ich sollte über die Ems ins Rheiderland gehen und dem Weg so und so
folgen, dann käme ich an einen Kreuzweg, wo vor einer Lehmhütte
unter einem Birnbaum ein Schatz vergraben sei. Aber Träume sind
Schäume sagte ich mir und dachte nicht weiter daran.“
Der Mann, die Wegbeschreibung im Geiste
verfolgend, staunte ungläubig und sprach, „Mag sein mein Herr. So
will ich auch wieder heimkehren. Guten Abend.“
Mit eilenden Schritten, ja beinahe
schon laufend machte sich der Mann auf den Heimweg. Schweißtriefend
trat er Stunden später in die Tür. Die Frau hatte für seine
Ankunft über dem Feuer Wurzeln gekocht und begrüßte ihn. „Setz
dich und wärm dich auf.“ „Nein, keine Zeit!“ Antwortete er und
verschwand sogleich im Garten. Warum die Eile - was hatte er vor? Er
wohnte an eben jenem Kreuzweg und der Birnbaum im Garten aus dem
Traum des Ratsherren war der Seine! Schnell grub er die gefrorene
Erde auf und unter dem erstaunten Blick seiner Frau, hob er aus der
Erde einen Tontopf voller Geld.
Schon bald war ein neues Haus gebaut
und dem Mann und seiner Frau mangelte es an nichts. Auf dem Schrank
im Haus, da stand der gehobene Geldtopf, den eine geheimnisvolle
Schrift zierte, die allerdings keiner zu lesen vermochte.
Es war Herbst geworden, als eine
Kutsche an dem Kreuzweg Schaden erlitt. So kam es, dass ein Pfarrer
Gast im Haus des Paares wurde, dessen Blick beim Wärmen seiner Füße
am Feuer auf den Tontopf fiel. Der Pfarrer stutzte, denn er konnte
die Schrift darauf entziffern: „Unter diesem Topf steht noch ein
größerer Topf“. Der Mann und die Frau sahen sich staunend an.
Aber sie ließen sich nichts anmerken. Als der Wagen wieder gerichtet
und der Pfarrer fort war, hob der Mann mit seiner Frau einen weiteren
noch größeren Schatz, mit dessen Hilfe sie in den folgenden
französischen Zeiten viel Gutes tun konnten. (TvL)
In der Kirche von Marienchor fand ich
eine kleine Schatztruhe, die sich mithilfe der Schlüssel in dem
geheimnisvollen Brief öffnen ließ. In ihr befand sich ein weiteres
Rätsel, das mich wohl zum nächsten Schatz meiner abenteuerlichen
Reise führen würde:
HS - Vom Krieg vertrieben - heil'ge Kutten,
den Schatz vergraben unterm Baum.
Kein Heselbaum! Markiert mit Kreuze -
ein Ritter kam im Walde um.
Wie heißt der Ort zu Gottes Gunsten -
Verflucht von seiner langen Hand,
Bis heut' ward's Gold nicht mehr gefunden,
Leeraner hüte jedermann.
HS - Vom Krieg vertrieben - heil'ge Kutten,
den Schatz vergraben unterm Baum.
Kein Heselbaum! Markiert mit Kreuze -
ein Ritter kam im Walde um.
Wie heißt der Ort zu Gottes Gunsten -
Verflucht von seiner langen Hand,
Bis heut' ward's Gold nicht mehr gefunden,
Leeraner hüte jedermann.
Macht mit und helft mir das zweite
Rätsel zu lösen, damit wir gemeinsam Ostfrieslands verschollene
Schätze finden können!
Wer online als Erster die Lösung auf der Schatzseite von ostfriesland.travel einreicht und wer im Ostfriesischen Landesmuseum Emden (Kostenloser Eintritt mit dem Stichwort: "Ostfrieslands verschollene Schätze") ab dem Tag dieser Veröffentlichung als Erster an der Schatzkiste laut die Lösung sagt, gewinnt! Die besten Chancen habt ihr heute bis 14:30h. In der Schatztruhe befindet sich ein Lösungshinweis, aber nicht nur das! Es gibt tolle Preise zu gewinnen - für eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland!
EINE WOCHE FREIER EINTRITT
im Emder Landesmuseum ab Veröffentlichung dieses Videos - mit dem Kennwort: „Ostfrieslands verschollene Schätze“ Webseite: landesmuseum-emden.de
Mittwoch, 24. April 2019
Ostfrieslands verschollene Schätze | Die Suche beginnt ...
Zum Film | Zum Onlineprojekt | Im äußersten Nordwesten Deutschlands liegt das mystische Ostfriesland. Das Land der Häuptlinge, der Moore und rauen Winde. Die tosende Nordsee brachte über die Jahrhunderte viele Handelswaren und auch Schätze in die karge Gegend. Verschleierte Mythen um die verschollenen Reichtümer und auch der Glaube an Übernatürliches halten sich bis heute in den flachen Weiten des Landes. Ja, und wenn wir hier von Schätzen sprechen, dann sprechen wir zweifelsohne von Gold und Silber!
Was ist dran an den Geschichten der verschollenen Münzen und ist es wahr, dass der Teufel selbst über manche Fundorte wacht? Der Abenteurer Tim von Lindenau begibt sich auf Schatzsuche - auf den Spuren tapferer Glücksritter und dunkler Mythen. Er sucht Ostfrieslands verschollene Schätze! Und Ihr könnt mitsuchen, miträtseln und vor Ort Euer Glück machen, denn Euch erwarten dabei nicht nur spannende Abenteuer, sondern auch kleine und größere Gewinn-Schätze, die Euch eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland erleben lassen!
Sonntag, 21. April 2019
Das Abenteuer Erlischt | Dokumentarfilm
Ein Abenteuer nährt sich von Romantik
und Entdeckerlust. Ohne die Schönheit des Alten geht die Inspiration
für Erkundung verloren.
Zum Film | Es ist jetzt bald ein Jahr her, das ich
das erste Mal das beschauliche Quakenbrück im zauberhaften Artland
zwischen Cloppenburg und Osnabrück besuchte. Das kleine Städtchen
zog mich sofort in seinen wohltuenden Bann - kaum 20 Minuten nach
meiner ersten Ankunft.
Einst gab es hier wohl mal eine Burg,
die leider keine wirklich sichtbaren Spuren hinterließ. Und doch ist
der Geist des Mittelalters in den kleinen Straßen und Gassen
allgegenwärtig.
Manch ein Gebäude, nach Jahrhunderte
vergangener Handwerksmanier aus groben Steinen gebaut, lässt die
älteste Geschichte der Stadt noch erahnen. Auch die
St.-Sylvester-Kirche gehört zu jenen Bauwerken, umrahmt von
liebevoll instandgehaltenen Fachwerkhäusern. Manch eines steht
beinahe so da, wie zu Zeiten seiner Erbauung. Andere warten noch auf
einen Liebhaber mit der passenden Geldbörse und dem rechten Sinn für
das Historische.
Eben dieser Sinn für das Historische
ist es, der im Mittelpunkt dieses Films steht. Dabei geht es aber
nicht wirklich um Restaurierung oder Erhaltung, sondern viel mehr um
das Altern und Vergehen. Dabei könnte dieser Film bald zu einem
Requiem werden. Eine Dokumentation, die warnend aufschreit: „Das
Abenteuer erlischt!“
Während das Abenteuer der Moderne
darin besteht, sich mit überteuerten Outdoorartikeln bestückt in
organisierte Touren und Sportevents einzuklinken, mit einem technisch
völlig überentwickelten Fahrrad wie ein geölter Blitz durch die
Landschaft zu schießen oder sich in Kletterparks selbst zu
überwinden, so war das Abenteuer der vorindustriellen Zeit eher
unprofessionell und bescheiden. Es war das unvorhersehbare Erlebnis
der Entdecker.
Als Kinder streunten wir durch
verwilderte Hintergärten, erkundeten zugewucherte Bachläufe und
sahen hinter jedem alten Kellerfenster, von Laub und Spinnweben
verhangen, gebannt ins Dunkel einer unbekannten Welt. Eine Welt, die
wir wenige Jahre später unbedacht zerstörten.
Altes muss weg und Neues muss gerade
und sauber sein. So hat es uns die Werbung seit Jahrzehnten
gepredigt. Der Trümmerschock des Krieges und die Wirtschaftswunder
der 60ger Jahre zeigten den Menschen auf, was gut und zukunftsweisend
ist. Kesselflicker und Scherenschleifer starben aus und ihnen folgte
schnellen Schrittes eine Wegwerfgesellschaft mit Chemoreiniger und
glattwandigen Zukunftsvisionen. Und während ich diese Worte
schreibe, unterstreicht mir mein Computer-Schreibprogramm das Wort
„“Kesselflicker in blau und warnt mich vor einem veralteten
Ausdruck. Was ist geschehen, das wir den Sinn für bewährte
Erfahrungen, Tradition und Wertigkeit verloren haben?
Als Dieter Wieland vor 30 Jahren in
seinen unzähligen Filmen vor der Verwahrlosung der Baukultur und der
Zerstörung von Schönem und Bewährten warnte, gab es hierzulande
noch vieles zu entdecken und zu erforschen. Doch er wurde zu selten
erhört. Die bauliche Schönheit, das vergessene kunstvolle Handwerk,
die alten Keller und historische Hinterhöfe sind verschwunden. Wir
haben sie zerstört. Das Abenteuer erlischt.
Und die Auswirkungen sind verheerend.
Mit dem Abenteuer erlischt auch der Entdeckergeist, das
unvorhersehbare Erlebnis und viele wertvolle Erfahrungen. Nun, in
einer sauberen und glatten Stadt suchen sich Kinder und Jugendliche
die Seelennahrung für ihre Neugierde in digitalen Welten. Was man
planierte, zur Seite schob, abriss und in Wald und Flur bereinigte
wurde digital ersetzt. Das Abenteuer, nach dem wir uns so sehr
sehnen, ist bald nur noch in Computerspielen und animierten Filmen zu
finden. Wundern wir uns, dass ein Smartphone der beste Freund unserer
Kinder geworden ist? Wo wir doch täglich alte Bäume fällen und
durch stachelige Koniferen ersetzen?
Das erste Abenteuer erlebte ich im
Garten meiner Kindheit. Wir hatten damals einen schönen alten
Garten, hinter dessen Pforte nach hinten hinaus eine große Obstwiese
an ein undurchdringliches Dickicht grenzte, in dessen Gestrüpp ein
fast verfallener dunkler Schuppen für Respekt und Entdeckerlust
sorgte. Nun mit der Kamera durch die Stadt streunend, fand ich nur
wenige Ecken, die zumindest ein wenig so spannend wie der Garten
meiner Kindheit waren.
Gärten machen Arbeit. Gärten machen
Dreck. Und so baggert man aufwendig die über Jahrzehnte gereifte
Erde ab, versiegelt sie mit einer Kunststoffplane und legt einen
Steingarten an. Stein, ja - das ist unübersehbar. Aber Garten kann
man das nicht mehr nennen.
Zu meiner Freude fand ich mehrere
Straßen, die bis heute von der Moderne verschont blieben. Zugegeben
ist dieses Beispiel eher das Resultat von Pflegelosigkeit, aber mir
ist das lieber, als die Straße gleich um die Ecke, wo weder Halm
noch Käfer einen Platz zum Leben finden. Es gibt noch Menschen, die
ihre Häuser und Gärten leben lassen. Hier hat die Natur
Mitspracherecht und die Chemokeule Hausverbot. Hier darf man leben,
erleben und entdecken.
Manch ein Nachbar mag da schimpfen und
zetern. Aber erinnern wir uns an das schöne Beispiel von Dieter
Wieland, wie Kinder ein Haus malen: Mit Baum, Strauch, Blumen und
Wiese bis an die die Hausmauer. Hier darf man träumen. Hier wartet
das Abenteuer.
Es gibt auch Menschen, die das Alte und
Schöne bewahren, die seinen Wert erkennen und sich auf eine Reise
begeben, die sich auf ein Abenteuer einlassen. Das Abenteuer der
Erforschung und Erhaltung.
Eigentlich hatte ich geplant, nach
kleinen Abenteuern in der Stadt zu suchen. Nach verweisten
Häuserschluchten, dunklen Kellerlöchern und von Spinnenweben
versiegelten Türen. Zwar fand sich die ein oder andere Niesche, aber
selbst im verträumten Quakenbrück sind die vom Saubermann
übersehenen Ecken rar. Und ich schaute ganz bewusst nur von der
Straße aus. Man muss schon aufs Land hinaus, um wirklich etwas zu
entdecken. So wie im vergangenen Sommer, als wir mit freundlicher
Genehmigung, einen alten Mostkeller im Artland erkunden konnten. Hier
ist vor über einem halben Jahrhundert die Zeit stehen geblieben. Als
der Betrieb eingestellt wurde, schloss man die Türen und überließ
alles hinter ihnen der Zeit. Ein Paradies für Entdecker.
Eine Überraschung bot sich mir
allerdings in Form eines alten Kaugummiautomaten. Da stand ein Relikt
der Abenteuerpausen meiner Kindheit. Übersehen, verlassen und doch
gefüllt. Jetzt beim Schneiden des Films, frage ich mich, warum ich
nicht versuchte ein Geldstück hineinzuwerfen.
Dann gab es noch etwas zu entdecken.
Der Gasthof „Zur Linde“ scheint schon länger geschlossen. Ein
Blick durch das Fenster zeigt die Einrichtung der 70ger Jahre und mir
wurde erzählt, das die Küche hier früher so etwas wie der bessere
Ersatz von Fastfood war. Gegrillte Hähnchen mit Pommes. Nun wächst
Moos auf den Laternen die einst den Eingang beleuchteten und die
Farbe an Fenstern und Türen löst sich in rissigen Flocken vom Holz.
Auf allem ruht Staub und Dreck und sofort ist sie da: die
Entdeckerlust! Ich werde bei nächster Gelegenheit herausfinden wem
das Haus gehört, um vielleicht einen Blick hinter die schöne
historische Fassade werfen zu können.
Dann ist da noch ein Heckenpfad bei der
alten Sylvester-Kirche. Längst zugewachsen, aber noch mit einem Tor
versehen, konnte man damals vom anliegenden Wohnhaus in zweiter Reihe
direkt zur Kirche gelangen.
Es ist gut das es wieder mehr Menschen
gibt, die sich dem Alten widmen. Es retten und vielleicht sogar neu
aufgreifen. Doch wo sind die schmalen Pfade, an dessen Wegende das
Abenteuer wartet? Wo ist die Patina, die Geschichten von
Jahrhunderten erzählt? Wo bleibt die Romantik, die uns inspiriert
etwas zu erleben, raus zu gehen und dem Entdeckerinstinkt zu folgen?
Was ist aus den Erfahrungen geworden, die von Generation zu
Generation weitergereicht wurden und nun als Mythologie, Märchen
oder Humbug abgetan werden? Wann begann der Mensch vom Träumer zum
Realisten zu verkommen? War es die chemisch gereinigte
Geradlinigkeit, die uns zu funktionalen Saubermännern werden ließ?
Natürlich kann man auch in der Moderne
Abenteuer erleben und es macht mir sogar Spaß, in riesigen
Parkhäusern durch die Etagen zu streifen. Aber hier ist nichts
Lebendiges verborgen. Der Beton erzählt keine Geschichten. Gebaut
wird mit künstlichem Baustoff - nicht mit entdeckbaren
Naturmaterialien. Beton hat keine Jahresringe und Industrieputz ist
tot und kalt - ganz im Gegenteil zum Lehmputz.
Es gibt praktische keinen Abenteuerfilm
ohne alte unberührte Orte und Gebäude. Sind es Höhlen oder
Pyramiden, Schlösser oder Burgen. Jedes Abenteuer braucht eine Bühne
und einen Ort, der etwas wertvolles beherbergt.
Und nun frage ich Euch: „Was kann
jeder Einzelne tun, um die Abenteuer nicht erlöschen zu lassen?
Welche Möglichkeiten gibt es, das Alte und Schöne zu bewahren? Was
braucht man vielleicht nicht zu streichen oder zu überputzen? Die
Holzplanken eines dreihundertjährigen Fußbodens erzählen die
abenteuerlichsten Geschichten, alte Hauswände bewahren jede Spur der
Zeit. Mit echtem Leinöl lassen sich unzählige Oberflächen
konservieren. Muss wirklich alles abgerissen werden das alt ist, oder
kann man es auch mit einfachen günstigen Mitteln erhalten, um das
Abenteuer nicht erlöschen zu lassen?“
Ohne die kunstvollen Werke der Alten
verkümmert unser Sinn für das Schöne. Ein Abenteuer nährt sich
von Romantik und Entdeckerlust. Ohne die Schönheit des Alten geht
die Inspiration für Erkundung verloren.
Was können wir tun, um das Abenteuer
zu bewahren?
Sonntag, 3. März 2019
3. Teil - Im Schacht unter dem Lütetsburger Torturm
Zum Film | Wenn man vor einem Haufen Erde steht,
die man bereits umgeworfen hat, ohne etwas darin zu entdecken, geht
man nicht von einem Fund aus. Aber es versteckt sich doch so einiges
im Erdreich des Torturmschachtes von Schloss Lütetsburg!
Nach bester Archäologen-Manier siebten
wir das komplette Erdreich durch und fanden darin allerlei Artefakte
der vergangenen Jahrhunderte. Und sogar die ein oder andere
„Sensation“ verbarg sich in der feuchten Erde ...
Sonntag, 17. Februar 2019
2. Teil – Im Schacht unter dem Lütetsburger Torturm
Zum Film | Endlich war es soweit, beim
derzeit realisierbaren Projekt auf Schloss Lütetsburg wurde wieder
die Schaufel in die Hand genommen. Im Uhrenschacht unter dem
Eingangstor der Vorburg könnten jahrhunderte alte Schätze im Schutt
verborgen liegen - da der enge und tiefe Schacht mehr aufnehmen als
preisgeben kann. Und genau so war es auch: Der Schacht war so schmal,
das ein ausgewachsener Mann unter Umständen nicht einmal dessen
Grund erreicht. Doch wir ließen uns nicht beirren und räumten ihn
bis auf die Grundsteine leer. Haben wir etwas entdeckt?
Sonntag, 20. Januar 2019
Das Grausen im verborgenen Warnfried-Turm
Zum Film | Zur Fotogalerie | Viele kennen den Marienhafener
„Störtebecker-Turm“, der als eines der ostfriesischen
Wahrzeichen touristisch zu besichtigen ist. Weniger bekannt, aber
noch viel spannender, ist der verborgene Warnfried-Turm in Osteel,
der als Teil einer baugleichen Kirche nur zwei Kilometer entfernt
neben seinem Schwestern-Turm steht.
Das früh mittelalterliche Bauwerk
beeindruckt. Eines der vielen Rätsel des Turms ist das offene
Gewölbe in schwindelerregender Höhe der zweiten Etage. Wie ein
Schlund zieht es den Blick in die Tiefe des Turms, nachdem man den
bedrückenden Aufstieg über einen außerordentlich langen
Treppenschacht hinter sich gebracht hat. Eng, verwinkelt und düster
ist der Aufstieg. Warum ist das Gewölbe offen und warum ist es
nierenförmig, statt rund? Vielleicht diente die Öffnung der
Schallübertragung der Glocken nach unten? Auch der Eingangsbereich,
im Gegensatz zum Turm für jeden zugänglich, ist ungewöhnlich. Der
in sich geschlossene Gewölberaum ist völlig untypisch für eine
Kirche.
Grausige Legenden ragen sich um das
Bauwerk, das bereits bei Baubeginn im 13. Jahrhundert vom Teufel
selbst verhindert werden sollte. Auch im Turm sollen die
Höllengeister ihr Unwesen getrieben, so die Legenden. Was dort genau
passierte und welche Spuren es möglicherweise noch zu entdecken
gibt, versuchte ich auf meiner abenteuerlichen Erkundung
herauszufinden - an diesem fast unberührten Schauplatz
ostfriesischer Geschichte.
Sonntag, 18. November 2018
Dem NiIbelungen-Schatz auf der Spur
Zum Film | In der Edda wird beschrieben, dass der Drache Fafnir in einer Höhle der Gnitaheide haust. Forscher haben sich dazu Gedanken gemacht und kamen zu dem möglichen Schluss, dass nur die Knetterheide gemeint sein könnte, sollte es den Ort tatsächlich gegeben haben. Aber warum suchte dann dort noch nie jemand nach der Drachenhöhle? Ach ja - natürlich. Drachen gibt es ja nicht. Also fand ich heraus, dass hier nur die Höhlen im Süntelgebirge infrage kämen, und machte mich auf den Weg dorthin.
Seit über 10 Jahren interessiere ich
mich nun schon für die Sage um den Schatz der Nibelungen. Die
Geschichte des verfluchten Goldes, das dem Zwergenvolk der Nibelungen
vom Gott Loki gestohlen wurde, um seine Kameraden, die durch seine
Unachtsamkeit in die Gefangenschaft von Riesen gerieten,
freizukaufen. So gelangte der Schatz in die Obhut des Riesen Fafnir,
nachdem er seinen Vater des Goldes wegen erschlug und sich in einen
Drachen verwandelte, um mit dem Schatz in einer Höhle in der Nähe
der Gnitaheide auszuharren. Bis ihn der junge Recke Siegfried dort
aufspürte, tötete und um das Nibelungengold brachte.
Die populäre Nibelungensaga jedoch ist
unvollständig - glaubt man zumindest den Spuren, die seine Verfasser
hinterließen. Denn auch wenn sich viele Forscher mit absoluter
Überzeugung wünschen, dass die „Oberreidt-Fassung“ oder der
„Codex 857“ die einzig ernstzunehmenden Quellen seien, so gibt es
viel zu viele Anhaltspunkte, das die nordischen Verfasser hingegen
sich viel eher an die geschichtliche Überlieferung hielten. Dieser
mögliche Umstand wird auch von einem isländischen Runenstein
untermauert, der wahrscheinlich wesentlich älter als die anerkannten
mittelalterlichen Schriften ist.
Nimmt man die Edda also als
ursprüngliche und vollständige Dichtung des Epos wahr, so stößt
man unweigerlich auf wichtige Indizien, die von der modernen
Forschung übersehen oder verschmäht werden. Der unbedingte Wunsch
nach einer „deutschen Urquelle“ steht der Entdeckung des Schatzes
also möglicherweise im Weg.
Aber das war bei Weitem noch nicht
alles.
Um die vermeidlichen „Tatsachen“
der Geschichte zu prüfen, etwa ob es das Nibelungengold überhaupt
gab oder noch gibt, müssen wir uns auf dessen Ursprung besinnen.
Woher kam das Gold und wer brachte es ins Spiel? Beide Fragen sind
schnell geklärt, aber der Umstand, dass das Gold von Zwergen stammt
und das ein Drache es auf unbestimmte Zeit bewachte, veranlasst die
Forschung diesen Teil der Geschichte als Humbug abzutun und ihn nicht
zu beachten. Dabei wissen wir doch, dass es „Zwerge“ tatsächlich
gab und noch gibt. Tatsächlich? Ja - allein in Deutschland leben
heute 100.000 „Zwerge“ - bekannt als „kleinwüchsige Menschen“.
In den Archiven der Stadt Venedig fand
man Dokumente, die belegen, dass die heute bekannten „kleinwüchsigen
Menschen“ damals in Gruppen, vielleicht sogar als eigenständiges
Volk, in den Bergen nach Gold und Edelsteinen schürften. Dies ist
ein zeitgenössischer Beleg für die mögliche Existenz der
Nibelungen, wie sie in der Edda beschrieben werden.
Und wie steht es mit den Drachen? Nun
anscheinend ist man seit Jahrhunderten keinen Drachen mehr begegnet
und möglicherweise fand man nie ihre Gebeine oder man hat sie anders
klassifiziert. Fakt ist aber, dass der Drache in fast allen Kulturen
der Welt seit Urzeiten so detailliert in seiner Biologie und
Charakteristik beschrieben wird, dass man sich unweigerlich fragen
muss, wie all diese Völker, die von seiner Existenz absolut
überzeugt waren, auf ein und dasselbe Lebewesen kamen, ohne in
direktem Kontakt miteinander zu stehen. Hat es einmal Drachen
gegeben?
Wie dem auch sei. Ich denke, um
wirklich wissenschaftlich auf die Suche nach dem Gold der Nibelungen
zu gehen, muss man sich, frei von Glauben oder Unglauben, zunächst
an die überlieferten Inhalte der Erzählung halten. Egal ob man an
Drachen, Zwerge oder Tarnkappen glaubt - machen wir uns frei von
eingefahrenen Vorstellungen und begeben wir uns neugierig und ohne
Scham auf eine abenteuerliche Reise. Zunächst nur, um zu schauen,
was dabei herumkommt, wenn man den Worten der Edda Glauben schenkt.
Schließlich hat man auch den Turm zu Babel und wahrscheinlich sogar
die Arche Noa gefunden.
Dieser Film ist die Eröffnung einer
mehrteiligen Reihe auf der Suche nach dem Nibelungengold. Doch wer
nun glaubt ich stürze mich gleich in die Untiefen des Rheins um das
Gold zu heben, dem muss ich zunächst den Wind aus den Segeln nehmen.
Zumindest für die kommenden Monate, bis wir die Geschichte genau
überprüft und durchleuchtet haben. Denn bevor ich überhaupt an den
Schatz und seinen möglichen Standort glaube, prüfe ich genau, was
man bisher zu wissen glaubte. Und das wird in meinen Augen genau so
spannend, wie möglicherweise eines Tages einen Schatz zu heben. Doch
selbst wenn ich den Schatz fände, so wäre da noch immer der Fluch
Andwaris, dem tatsächlichen Herrn über das Gold, dem König der
Nibelungen, der dem gestohlenen Schatz hinterher rief:
„Zum Verderben nahmst du mir den
Schatz, zum Verderben den Ring, und wer je ihn besitzt, der soll
darum erschlagen werden! Niemand soll Freude haben an dem Gold, bis
an den Tag, da alles wieder mein ist.“
Machen wir uns also zunächst auf die
Suche nach dem Drachen Fafnir. Erleben wir ein Abenteuer, das seinem
Namen alle Ehre macht ...
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