Zur Fotogalerie | Zum Film | Im dichten Gestrüpp, unsichtbar für die Besucher des Kölner
Melatenfriedhofs, liegt der Eingang zu einem unberührten
Kriegsschauplatz. Efeu hängt herunter und auf den Treppenstufen, die
hinab in die Tiefe führen, hat sich eine dicke Schicht Moos und Erde
niedergelassen.
Hier geht es in eine Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg, die
eingewachsen und vergessen, eine tragische Geschichte erzählt und
„unberührte“ Zeugnisse der Vergangenheit bewahrt.
Ein langer gewölbter Gang erstreckt sich vor mir – ein Gang,
der am 31. Oktober 1944 während eines Bombenangriffs eine
Zuflucht-suchende Hochzeitsgesellschaft direkt in den Tod führte.
Über 100 Menschen trafen sich an jenem Tag, um mit dem glücklichen
Hochzeitspaar zu feiern – dann plötzlich: Fliegeralarm.
Wahrscheinlich fühlte sich die Hochzeitsgesellschaft in den
kurzum aufgesuchten Schutzräumen sicher. Doch weit gefehlt. Eine
Fliegerbombe traf genau auf einen schwachen Punkt des Bunkers: den
Luftschacht. Ihre Zerstörungskraft riss ein Loch in den massiven
Beton und die Druckwelle der Detonation zerriss die Lungen aller
Anwesenden auf der Stelle. Keiner überlebte.
Noch heute zeugt ein halb verschütteter Nebenraum von dem
Unglück. Inmitten der Anlage sind die Trümmer des Einschlags nie
beseitigt worden – alles scheint vollkommen unberührt. Doch nicht
nur die Trümmer des Bombeneinschlags findet man hier unten. Zwei
Spinte wurden in den 40er Jahren zu Aktenschränken umfunktioniert,
um Totenscheine und Dokumente des Leichenfuhrwesens zu bewahren. Die
Spinte stehen offen und ein großer Teil der Papiere bedeckt den
Boden um sie herum.
Zum Video | Zur Fotogalerie | Dieser über 100 Jahre alte historische
Kanalverteiler in der Kölner Innenstadt gehört zu den ältesten
Abschnitten der städtischen Kanalisation. Über zehn Jahre wurde er
nicht mehr geöffnet und inspiziert. Mehrere Abflüsse aus den
umliegenden Straßen fließen hier zusammen. Ein gespenstiger Ort,
dessen Architektur, die nur für die Dunkelheit entworfen wurde,
teils mehr an ein mittelalterliches Kloster, als an ein Konstrukt von
Abwasserrohren erinnert. Stadtentwässerungsbetriebe Köln
Zum Film | Zur Fotogalerie | 2013 hatte ich die Möglichkeit einen
Kühlturm derRheinenergiezu besichtigen, was ich mir natürlich
nicht nehmen ließ – denn viele fragen sich, wie so ein
Kraftwerk-Kühlturm von innen aussieht und wie er im Detail
funktioniert.
So ein Kühlturm dient, wie der Name schon verrät, zum
Kühlen – und zwar von heißem Wasser, welches oft ein Nebenprodukt
der Energiegewinnung ist. Wasser wird bei verschiedenen Arten von
Kraftwerken zur Kühlung verwendet, und da man es nach seiner
Erhitzung nicht einfach, heiß wie es nun ist, zurück in die Natur
fließen lassen kann, lässt man es zuvor technisch erkalten. Hier
kommt der Kühlturm zum Einsatz. Das heiße Wasser wird im unteren
Teil des Turmes umgewälzt und dabei von riesigen Ventilatoren
abgekühlt. Im oberen Teil des Turmes tritt der warme Wasserdampf aus
und führt gleichzeitig einen Teil des erkalteten Kondenswassers
zurück in den Kreislauf. Was oben aus dem Kühlturm austritt, ist
zum größten Teil reiner Wasserdampf.
Zur Fotogalerie | Zum Film | Nicht ohne Stolz durfte ich im Jahr 2013 als Erster eine kleine Sensation der Kölner Stadtgeschichte für die Öffentlichkeit dokumentieren: die Überreste, eines Bauwerks, dessen weiterer Teil, ungefähr einen Kilometer weiter entfernt, zu einem der Wahrzeichen der Stadt Köln wurde und zu den ältesten römischen Überresten der Metropole am Rhein zählt.
An der Nordseite des Kölner Doms, direkt unter den Bauten eines Fotofachgeschäfts, wo die Reisenden die Treppen der Domplatte vom Hauptbahnhof heraufkommen, liegt ein römischer Wehrturm aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. - verborgen im Dunkel unter dem Fundament des Kölner Doms. Durch Zufall erfuhr ich von dem Turm - auf der Suche nach den Überresten verschütteter Stadtmauerteile, die der Öffentlichkeit verborgen sind. „Und tatsächlich,“ so Dr. Alfred Schäfer vom Römisch Germanischen Museum, „wissen nur wenige Menschen von dieser Besonderheit im unterirdischen Dunkel unserer Stadt.“
Wie kommt der Wehrturm unter die äußeren Fundamente des Kölner Doms? Die Erklärung ist simpel: Der ursprüngliche Dom stand dicht an der Stadtmauer der Nordseite der Colonia Claudia Ara Agrippinensum (CCAA), wie die stolze Stadt am Rhein von den Römern benannt wurde. Als man die Grundmauern des alten Doms in ihrer Ausrichtung für den Bau des heutigen Doms nutzte, musste der alte Wehrturm den nun ausufernden neuen Fundamenten zum größten Teil weichen. Man trug den oberen Teil des Turmes ab und überbaute dessen untere Hälfte, die nun, 2000 Jahre später, über Magazin- und Kellerräume zu erreichen ist.
Was von dem alten Wehrbau übrig blieb, ist ein niedriges „Kuchenstück“ des Turmes, der ursprünglich (wie der berühmte Kölner Römerturm) einen Durchmesser von etwa 9 Metern hatte. Die damalige Höhe ragte circa 13 Meter auf. Die feldseitige Außenmauer des Rundturmes besaß eine Stärke von wehrhaften 2,50 Meter, die den Innenraum mit einem Durchmesser von 6,50 Meter umgab.
Die fast 4 km lange römische Stadtmauer nahm damals eine Fläche von ungefähr einem Quadratkilometer ein. Insgesamt sind 18 weitere Rundtürme überliefert. Hinzu kommen die Flankiertürme der Stadttore und die quadratischen Türme der Rheinfront.
Nur anhand der Ansicht des nordwestlichen Eckturms der ehemaligen römischen Stadtbefestigung, welcher an der Zeughausstraße größtenteils vollständig erhalten ist, lässt sich erahnen, wie der verborgene Römerturm einst aussah. Reiche Verzierungen, bestehend aus mosaikartig angeordneten Ornamenten, gearbeitet aus verschiedenfarbigen Natursteinen wie etwa Kalkstein, Sandstein, Grauwacke und Trachyt, bildeten einst die Außenhaut seiner Mauern. Leider ist bei dem verschütteten Turm nur noch ein Teil der Ornamentik zu bewundern – die Ziersteine sind zum größten Teil nicht mehr vorhanden. An ihrer Stelle zeigt sich nur noch der „römische Beton“, welcher bis zum heutigen Tage zu den langlebigsten Betonarten zählt.
Im Übrigen trugen die alten Wehrtürme ursprünglich gar keine Zinnenkränze, wie sie vom Römerturm an der Zeughausstraße 13 bekannt sind. Die Türme waren zur Zeit ihrer Erbauung viel höher – geschützt von einem flachen Runddach. Die Zinnen wurden um 1900 als stilfremde Zierde aufgesetzt, was den Römern vermutlich gar nicht gefallen hätte. Der Zugang zu den Türmen war weder innerhalb noch außerhalb der Stadtmauern ebenerdig möglich. Man vermutet, dass die Türme auf der Höhe der Wehrgänge durch eine Leiter bestiegen wurden.
Wie die Rundtürme sich zu ihrer Zeit in die römische Stadtmauer einfügten und das damalige Stadtbild umgaben, können Sie anhand einer 3D-Animation im Internet entdecken: www.colonia3d.de
Zum Film | Zur Fotogalerie | Der
Kölner Dom ist jedem ein Begriff – auch
seine “Unterwelt“ haben schon viele Besucher durchstriffen –
bis auf wenige Gänge um die alten Fundamente und darunter, welche
öffentlich nicht zugänglich sind. Hier haben Archäologen
verborgenes aus spätrömischer Zeit freigelegt um der Geschichte
eines christlichen Bauplatzes auf die Spur zu kommen.
Alles begann
kurz nach Beendigung des 2. Weltkrieges, als die besorgten Domherren
Ausgrabungen veranlassten, um die Substanz der Fundamente des Doms
nach den Bombenangriffen zu untersuchen. Während der Ausgrabungen
stieß man, wie soll man es anders erwarten, auf die Überreste des
alten Doms, der, archäologisch belegbar seit dem 6. Jahrhundert in
verschiedenen Formen und Bauabschnitten später zu unserem heutigen
Dom wurde. Einmal angefangen, lies sich der Eifer der Forscher nicht
mehr bremsen – man grub sich weiter unter das Bauwerk und stützte
Meter für Meter die Decke, oder eher den Dom-Boden über den
Ausgrabungen, ab. Diese mühselige Arbeit erleichterten sich die
fleißigen Forscher später, indem sie den eigentlichen Boden des
Doms sorgfältig abtrugen, darunter die Grabungen freilegten und im
Anschluss eine Betondecke einzogen, auf der die Steinplatten wieder
in ihren ursprünglichen Zustand zurück versetzt wurden. So entstand
die Unterwelt des Kölner Doms, die mittlerweile nahe zu vollständig
erschlossen ist. Große Teile dieser Unterwelt allerdings, wurden
wieder zugeschüttet, um der benötigten Statik gerecht zu werden,
oder zum Beispiel einer Tiefgarage Platz zu machen.
Während die
Dombesucher vor verschlossenen Eisengittern in die Dunkelheit der
dortigen Unterwelt schauen und davon träumen verborgenes zu
erforschen, öffnen sich für mich die Pforten in Räume unter dem
Dom, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Ich traf den
Archäologen Dr. Ulrich Back, um Einblick in die verborgene Welt
unter dem berühmtesten Bauwerk am Rhein zu erhalten.
Der tiefste
Punkt der Grabungen stammt aus der späten Römerzeit. Unter den
Fundamenten bewegt man sich auf altem römischen Grund, in einer
Zeit, als hier noch lange kein Dom in Sicht war.
Aus dem 11.
Jahrhundert liegt hier, noch zur Hälfte begraben, ein
geheimnisvoller Sarg. Als man den Deckel öffnete, (wie man hier auf
dem Bild an dem Bruch im Stein erkennen kann) fand man keinen
Leichnahm vor. Wahrscheinlich wurde er beim Bau des heutigen Doms (im
Mittelalter) ohne seinen Sarg umgebettet. Genaues weis man nicht.
Bei
Ausgrabungen stieß man auf die ehemalige Gruft der Wittelsbacher
Kurfürsten , welche während der Französischen Revolution teilweise
geplündert wurde. Sie war seither vollständig verschlossen. Die
Särge aus Holz, Leder und Blei wurden nach ihrer Entdeckung an die
heutige Stelle umgebettet. 1583 -
1761 besaß das bayrische Herzogshaus der Wittelsbacher den Kölner
Erzbischofssitz. Seit dem Mittelalter war der Kölner Erzbischof
geistlicher Oberhirte, politischer Landesherr und als einer der
sieben Kurfürsten besaß er das Recht der Königs- bzw. Kaiserwahl.