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Sonntag, 20. Januar 2019

Das Grausen im verborgenen Warnfried-Turm

https://photos.app.goo.gl/GyuXYQm3kroJxu519

Zum Film | Zur Fotogalerie | Viele kennen den Marienhafener „Störtebecker-Turm“, der als eines der ostfriesischen Wahrzeichen touristisch zu besichtigen ist. Weniger bekannt, aber noch viel spannender, ist der verborgene Warnfried-Turm in Osteel, der als Teil einer baugleichen Kirche nur zwei Kilometer entfernt neben seinem Schwestern-Turm steht.

Das früh mittelalterliche Bauwerk beeindruckt. Eines der vielen Rätsel des Turms ist das offene Gewölbe in schwindelerregender Höhe der zweiten Etage. Wie ein Schlund zieht es den Blick in die Tiefe des Turms, nachdem man den bedrückenden Aufstieg über einen außerordentlich langen Treppenschacht hinter sich gebracht hat. Eng, verwinkelt und düster ist der Aufstieg. Warum ist das Gewölbe offen und warum ist es nierenförmig, statt rund? Vielleicht diente die Öffnung der Schallübertragung der Glocken nach unten? Auch der Eingangsbereich, im Gegensatz zum Turm für jeden zugänglich, ist ungewöhnlich. Der in sich geschlossene Gewölberaum ist völlig untypisch für eine Kirche.

Grausige Legenden ragen sich um das Bauwerk, das bereits bei Baubeginn im 13. Jahrhundert vom Teufel selbst verhindert werden sollte. Auch im Turm sollen die Höllengeister ihr Unwesen getrieben, so die Legenden. Was dort genau passierte und welche Spuren es möglicherweise noch zu entdecken gibt, versuchte ich auf meiner abenteuerlichen Erkundung herauszufinden - an diesem fast unberührten Schauplatz ostfriesischer Geschichte.


Sonntag, 2. Dezember 2018

Die gräflichen Mumien von Bargebur

https://photos.app.goo.gl/7AtcP94hUSSZZwJa9


Zum Film | Zur Fotogalerie | In der Kirche zu Bargebur in Norden / Ostfriesland, befindet sich die gräfliche Gruft der Knyphausens. Die Gruft ist bis heute unberührt und verbirgt eine Besonderheit, die nicht für jedermann betrachtenswert ist - denn die Särge sind leicht verfallen und stehen zu Teil offen.

Viele haben schon Filmaufnahmen und Fotos von Gruften und Särgen gesehen. Wenn die Kamera die mystische Atmosphäre einer Grabstätte zeigt, so fragt sich manch einer, wie es wohl im Innern der Särge aussieht - weil einen Einblick bekommt man so gut wie nie. Die Schönheit des Todes ist sicherlich umstritten - wichtig ist aber nur, mit welchem Respekt man den Verstorbenen begegnet und das man die Begegnung nicht erzwingt. Wenn sich hier in ruhiger Friedfertigkeit die Türen öffnen, so bin ich mir sicher, dass die Toten auch offen für diese Bilder sind. Betrachtet sie also mit Respekt und dieser Film schenkt Euch einen besonderen Einblick.
Ganz beachtlich finde, wie gut erhalten manch einer dieser Körper ist. Einer der Toten ist teilweise mumifiziert. Haut liegt über den Wangen und dem Kieferknochen und sogar das rechte Ohr ist größtenteils erhalten. Das wunderschöne Rüschenhemd aus Leinen ist kaum beschädigt und ziert die Gebeine mit würdevoller Schönheit ...

Sonntag, 26. November 2017

Im Mausoleum der Cirksena

https://photos.app.goo.gl/mV4Fz7uEWOWtVl6L2


Zum Video | Zur Fotogalerie | Im Mausoleum der Cirksena liegen 300 Jahre Herrschaftsgeschichte Ostfrieslands - eingebettet in prachtvolle Prunksärge aus Zinn. Das ungefähr 500 Jahre alte Herrschaftsgeschlecht, das zu den „Häuptlingen Ostfrieslands“ zählte, wurde 1886 aus verschiedenen Begräbnisstätten im Umland, hier auf dem Auricher Friedhof zur letzten Ruhestätte getragen. Im rauschenden Dröhnen der Klimaanlage ruhen die Gebeine, die im Reichsgrafenstand auch das Ende der „Friesischen Freiheit“ begleiteten.
Wer das Mausoleum besuchen möchte, hat einmal im Monat die Möglichkeit, die prachtvollen Särge zu bestaunen und vor Ort mehr über ihre Geschichte zu erfahren. Die vorsitzende Gästeführerin Rosemarie Behrens freut sich interessierte Besucher und weiß Spannendes über die hier beigesetzten Häuptlinge zu berichten.

Sonntag, 24. September 2017

Gräber, Grusel und alte Särge – die St.-Bartholomäus-Kirche in Dornum

https://photos.app.goo.gl/TR0i2EPNCn2mjNyH3


Zum Film | Zur Fotogalerie | Die St.-Bartholomäus-Kirche in Dornum gehört sicher zu den gruselig-schönsten Orten in Ostfriesland. Alte Buchen wachsen auf dem Friedhof der Kirche, die nachweislich aus dem 12. Jahrhundert stammt. So gewaltig sind die alten Bäume, dass es bis zu fünf Mann braucht, um sie mit den Armen zu umfassen. Unter der berühmtesten der dort wachsenden Buchen, stehen, wie in einem Horrorfilm arrangiert, alte eiserne Kreuze, die gerade bei Nacht einen gespenstischen Anblick bieten.
Eine weitere Sehenswürdigkeit wartet unter der Kirche auf den Besucher, denn in einer Krypta stehen acht Särge, die Geschichten aus grauer Vorzeit erzählen und kunstfertig gearbeitet und verziert, die Besucher in ihren Bann ziehen ...

Sonntag, 6. August 2017

Tod im Melaten-Bunker

https://goo.gl/photos/AqAJuhsbb42zgg346

Zur Fotogalerie | Zum Film | Im dichten Gestrüpp, unsichtbar für die Besucher des Kölner Melatenfriedhofs, liegt der Eingang zu einem unberührten Kriegsschauplatz. Efeu hängt herunter und auf den Treppenstufen, die hinab in die Tiefe führen, hat sich eine dicke Schicht Moos und Erde niedergelassen. 
 
Hier geht es in eine Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg, die eingewachsen und vergessen, eine tragische Geschichte erzählt und „unberührte“ Zeugnisse der Vergangenheit bewahrt.
Ein langer gewölbter Gang erstreckt sich vor mir – ein Gang, der am 31. Oktober 1944 während eines Bombenangriffs eine Zuflucht-suchende Hochzeitsgesellschaft direkt in den Tod führte. Über 100 Menschen trafen sich an jenem Tag, um mit dem glücklichen Hochzeitspaar zu feiern – dann plötzlich: Fliegeralarm.



Wahrscheinlich fühlte sich die Hochzeitsgesellschaft in den kurzum aufgesuchten Schutzräumen sicher. Doch weit gefehlt. Eine Fliegerbombe traf genau auf einen schwachen Punkt des Bunkers: den Luftschacht. Ihre Zerstörungskraft riss ein Loch in den massiven Beton und die Druckwelle der Detonation zerriss die Lungen aller Anwesenden auf der Stelle. Keiner überlebte.
Noch heute zeugt ein halb verschütteter Nebenraum von dem Unglück. Inmitten der Anlage sind die Trümmer des Einschlags nie beseitigt worden – alles scheint vollkommen unberührt. Doch nicht nur die Trümmer des Bombeneinschlags findet man hier unten. Zwei Spinte wurden in den 40er Jahren zu Aktenschränken umfunktioniert, um Totenscheine und Dokumente des Leichenfuhrwesens zu bewahren. Die Spinte stehen offen und ein großer Teil der Papiere bedeckt den Boden um sie herum.

Mittwoch, 9. November 2016

Die Gruft der Mitscherlich-Kapelle auf dem Freiburger Hauptfriedhof


Zur Fotogalerie | Zum Video | Mai, 2004: Auf dem Freiburger Hauptfriedhof gibt es eine kleine Kapelle, die ursprünglich als Gruft angelegt wurde. Nachdem das Gebäude im II. Weltkrieg stark beschädigt wurde und die Erbauerfamilie das Gebäude nicht mehr halten konnte, übernahm die Stadt Freiburg die ehemalige Gruft, baute sie wieder auf und nutzte den oberirdischen Teil als Kapelle für Gedenkfeiern.

Unter der Kapelle befindet sich noch die ursprüngliche Gruft, in der ein Sarg, mehrere Urnen und Gedenksteine seit vielen Jahrzehnten ihre Ruhe finden. Der Sargdeckel ist aufgesprengt und unter ihm liegt der balsamierte Leichnam eines längst Verstorbenen. Steintafeln zeigen die Büsten der Bewohner der Gruft und Urnen umgeben reichverzierte Stehlen.
Diese alte Gruft zu besuchen war ein Abenteuer besonderer Art. Mit Ehrfurcht und Hochachtung begegnete ich den Toten in ihrer Grabstätte. Ein Ruheplatz dieser Art könnte mir später auch gefallen - sodass man meinen Körper noch über Jahrhunderte hinweg besuchen kann ...