Zum Film | Wie habe ich mich gefreut, als ich per
Mail die Einladung erhielt, die verborgenen Tunnel von Fürstenau zu
erkunden - wobei es erst einmal in die Höhe ging, bevor ich die
Tiefen des historischen Städtchens im Osnabrücker Landkreis
erkundete.
Schnell sprach sich herum, dass ein
Abenteurer die Stadt besucht und kurzerhand wurde so manch rostiger
Schlüssel vom Haken genommen, um gemeinsam dem Verborgenen auf die
Spur zu kommen. Ein aufregender Tag - nicht nur für die Fürstenauer
...
Irgendwie wusste niemand so recht, wie
es in den dunklen Gängen unter der alten Burganlage aussah, da sie
seit Jahrzehnten verschlossen waren. Ja, sogar das Bauamt war ratlos
und so beschloss Bürgermeister Benno Trütken einen erfahrenen Mann
vorzuschicken, um den Zustand und die Begebenheiten unter seinem
Rathaus zu erkunden.
Es ist ausgesprochen besonders, einen
Jahrzehnte verlassenen Ort zu betreten. Wo man einen Fuß hinsetzt,
was man findet und sieht, alles ruhte seit Langem in Dunkelheit und
Stille. Wir bewegen uns täglich in wissentlich geprüfter Umgebung.
An Orten, die ständig unter dem Einfluss von Menschen stehen. Die
sicheren Pfade zu verlassen und vergessene Orte zu erkunden, gehört
zu den spannendsten unvorhersehbaren Erlebnissen, die nur sehr
wenigen Menschen zu Teil werden.
Zum Video | Erdställe sind künstliche,
möglicherweise megalithische, Höhlen, die eines der größten
Rätsel der mitteleuropäischen Geschichte darstellen. Hauptsächlich
in Bayern und Österreich aufzufinden, hat man in diesen Höhlen
keine Hinterlassenschaften ihrer Erbauer gefunden und auch den Abbau
von Erzen hat man widerlegen können.
Bisher sind ungefähr 800 dieser
Erdställe bekannt und kartiert. Forscher schätzen ihre Anzahl aber
auf mehrere Tausend Höhlen.
Ihre Datierung macht den
Wissenschaftlern zu schaffen – zumal die teils mehrere tausend
Jahre alten Gangsysteme manches Mal unter mittelalterlichen Höfen
mit einem Eingang durch deren Keller zu finden sind. Hier fällt
allerdings auf, dass diese Eingänge keinesfalls in die Architektur
der besagten Keller einfließen. Sie wirken wie Fremdkörper – wie
Tore in eine andere Welt.
Bei der Lippoldshöhle stößt man auf
eine Besonderheit unter Erdställen. Anders als bei anderen ihrer
Art, findet sich hier kein einzelner Eingang - ausschließlich durch
einen engen Schlupf begehbar. Erdställe haben immer nur einen
Eingang, der gleichzeitig auch als Ausgang dient. Nun könnte man
sagen, dass dies ein sicheres Zeichen dafür sei, dass die
Lippoldshöhle kein Erdstall ist. Aber glauben wir der Erzählung,
dass die Höhle einst zum Teil gesprengt wurde und betrachten dabei
die Verwitterungsspuren an der Felswand, so wird einem schnell klar,
dass die heutigen Eingänge früher einmal durch natürliches
Felsmassiv verschlossen waren. Es gab also möglicherweise nur einen
Eingang, denn der Moosbewuchs an den heutigen Öffnungen ist, im
Gegensatz zum Rest der Felswand, sehr viel jünger als an den
umliegenden Felsen. Die drei vermeintlichen Zugänge scheinen mir
nach näherer Betrachtung also jung und nicht natürlichen Ursprungs.
Addiert man zu dieser Tatsache die Eigenheiten der Höhlenarchitektur,
so erkennt man in der Lippoldshöhle eindeutig einen Erdstall. Aber
ein Erdstall so weit im Norden Deutschlands – das wäre meines
Wissens nach, eine kleine Sensation.
Der Volksmund berichtet, dass Zwerge
die Tunnel gruben und wenn man diese fremdartigen Löcher entdeckt,
hält man dies, mit staunendem Blick, durchaus für denkbar.
Bei vielen Erdställen fand man
sogenannte „unmögliche Bauspuren“. In nur 40 cm breiten
Durchlässen finden sich in manchen Erdställen Meißelspuren längs
der Rundung. Diese Meißelspuren sind mit einem normal großen Hammer
und Meißel nicht zu realisieren, da sich in den Löchern kein Platz
befindet, um mit dem Hammer auszuholen. Man hätte die Löcher quer
oder schräg zur Öffnung schlagen müssen, was aber nicht der Fall
war.
Zum Film | Seit Generationen erzählt man sich in
Ostfriesland vom Geheimgang auf Schloss Lütetsburg. Unter dem
Schloss soll es einen Fluchttunnel gegeben haben, der geradewegs zur
Kirche im benachbarten Hage führte. In diesem Film gehe ich
gemeinsam mit Tido Graf zu Inn und Knyphausen den wenigen Spuren
nach, die nach Jahrhunderten von Umbauten und Bränden geblieben
sind. Auch wenn vieles spekulativ anmutet - der Eingang zum Tunnel
scheint tatsächlich erhalten und es gibt sogar deutliche Hinweise
auf dessen wahre Existenz.
Erst beim Filmschnitt der kleinen
Dokumentation fiel mir auf, dass wenn man den Beschreibungen der
Augenzeugen folgt, genau an der Stelle, wo eine kleine Treppe in die
Tiefe des Ganges geführt haben muss, ein steinerner Sockel den
Abstieg versperrt. Aber nicht nur das. Das verputzte Mauerwerk an der
Wand oberhalb des Eingangs ist deutlich verfärbt, so wie man es bei
feuchtem Mauerwerk kennt. Wenn der Eingang seit unbekannter Zeit
voller Wasser stand, so gibt das alte Mauerwerk immer noch
Feuchtigkeit ab – genau da, wo eine Wandvertiefung den aufrechten
Gang beim Abstieg in den Fluchttunnel ermöglichte. Wurde der Gang
hier zugemauert? Befindet sich unter diesem Sockel die Treppe hinab
in die Tiefe eines seit Jahrzehnten verschlossenen Geheimgangs?
Zum 1.Teil | Zum 2. Teil | In einem Eiskeller tief im Wald, an einem unbekannten Ort, soll einer Sage nach ein 500 Jahre alter Geheimgang ins Erdreich führen, der von dort bis zu einer 1,5 Kilometer entfernten Burg reicht. Doch ein verschüttetes Loch gab sein Geheimnis bisher nicht Preis. Da sei weiter nichts. „Nur ein Loch - kaum eine Armeslänge tief.“ So etwas gibt es oft und dem Entdecker bleibt meist nichts als ein Traum. Doch nicht hier, wie sich herausstellte, denn hinter einem großen Stein wartete ein Jahrhunderte altes Geheimnis auf seine Entdeckung ...
Selbst wenn jemand in das Loch kriecht, was in den allermeisten Fällen sehr unwahrscheinlich ist, kann man nicht sehen, dass der Gang hinter einem Stein verborgen noch weiter geht. Erst wenn man sich in die tiefste Ecke der linken Seite quetscht, gibt der Stein den Blick in den Gang frei. Seit Generationen hat dies möglicherweise niemand bemerkt und meine Entdeckung sorgte für ungläubiges Staunen bei dem Mann, der bereits mehrfach diesen Raum besuchte und erkundete. Alle hielten die Geschichte vom Geheimgang für ein Märchen. Bis heute ...
Zum Film | Zur Schatzsuche | Wieder konnten wir ein neues Rätsel auf der Suche nach Ostfrieslands verschollenen Schätzen lösen und diesmal führte es uns von Schloss Lütetsburg direkt nach Mansingen in Westerstede. Als ich die Geschichte des Burgschatzes von Mansingen laß, rechnete ich damit auf die Grundmauern einer alten Burg zu stoßen, aber es kam viel spannender. Diese Burg wurde im 11. Jahrhundert aus Holz erbaut! Hier hören statt lesen | In Ostfriesland erzählt man sich seit Jahrhunderten von einem Schatz, vergraben in einer Burg, bestehend aus purem Golde. Doch der Schatz scheint verloren, seit ein paar wackere Ostfriesen ihn zu heben versuchten und kurz vor ihrem Erfolg vom Teufel selbst gehindert wurden. Zwei Sagen gibt es, die sind sich auf solche Art ähnlich, das man nur davon ausgehen kann, die eine Burg habe der Anderen ihre Geschichte gestohlen.
Zuletzt soll um das Jahr 1800 in der Stinsenburg in Strackholt beinahe ein Schatz ausgegraben worden sein, während beim Heben eines bis an den Rand mit Gold gefüllten Braukessels ein Sechsspänner unter lautem Getöse vorbei rauschte. Der Kessel ward schon an den Rand des Lochs gehoben, da folgte dem eben vorbeigefahren Gespann ein einfacher Kreitwagen - gezogen von einer lahmenden Ente. Ein alter schwarzer Mann, welcher den Wagen kutschierte, fragte die erstaunten Schatzgräber, ob er das eben vorbeigefahrene Gespann noch einholen könne, da antwortete einer der erstaunten Glücksritter: „Bis zum letzten Tag nicht!“ Nun lachte der alte Kutscher hell auf und der Braukessel sank mit lautem Getöse in die Tiefen des Lochs und wurde auf immer vom Abgrund verschluckt.
Auf dem ehemaligen Burgplatz der bereits um 1400 aufgegebenen Mansinger Burg trug sich wohl eine ähnliche Geschichte zu. Die alten Grafen von Oldenburg sollen dort einen beträchtlichen Goldschatz vergraben haben, den ein paar mutige Männer unbestimmte Zeit später fanden und heben wollten. Schon als sie nach dem Gold gruben, hörten sie lautes Getrappel und sahen einen Vierspänner mit Höllenlärm an sich vorbeifahren. Erschrocken setzten sie ihre Arbeit fort und stießen als bald auf eine eiserne Kiste gefüllt mit Gold. Als diese bereits am Rand der Grube stand, hielt neben ihnen ein schwarzer Reiter auf einem riesigen Gockel mit rotgelben, wie Feuerflammen leuchtenden Federn. Er sah auf die Schatzgräber hinab und fragte sie mit dunkler Stimme: „Sprecht! Kann ich den Vierspänner, der gerade hier vorbeifuhr noch einholen?“ Da antwortete einer der völlig verängstigten Männer: „Das vermag nur der Teufel selbst.“ Kaum sprach er die Worte aus, da versank die eiserne Schatzkiste mit lautem Getöse in der Erde und ward nicht mehr freigegeben. Seit jenem Tag ist sicher, dass der Teufel selbst den Schatz bewacht. (TvL)
Ein wirklich wunderschöner Ort war das, so mystisch und verträumt im Wald gelegen. Hier konnte man die Geschichte förmlich noch spüren! Und der Hinweis? Gab es da einen weiteren Hinweis? Natürlich - und folgendes Rätsel gilt es nun zu lösen:
BK - Ein Pirat in aller Munde, warf den Anker dort am Strand. Die Erd' nicht fest, ist vorgelagert - ganz im Westen groß durch Sand. Wuchs auf der Düne einmal Wald? „Sieben sind's - Ostfriesenland!“ Dort liegt der Schatz in tiefer Kälte, durch den Piraten wohlbekannt.
Macht mit und helft mir das fünfte Rätsel zu lösen, damit wir gemeinsam Ostfrieslands verschollene Schätze finden können!
SO MACHST DU MIT
Wer online als Erster die Lösung auf der Schatzseite von ostfriesland.travel einreicht und wer am Infostein der Mansinger Burg am Tag dieser Veröffentlichung bis 14:30h als Erster an der Schatzkiste laut die Lösung sagt, gewinnt! In der Schatztruhe befindet sich ein Lösungshinweis, aber nicht nur das! Es gibt tolle Preise zu gewinnen - für eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland! Nach 14:30 Uhr wird die Schatzkiste in der Tourist-Information Westerstede (Am Markt 2, 26655 Westerstede) zu den regulären Öffnungszeiten zu finden sein.
Zum Film | Zur Schatzsuche | Das vorangegangene Rätsel im Heseler Wald führte mich auf meiner Suche nach Ostfrieslands verschollenen Schätzen an einem mir sehr wohl bekannten Ort: Schloss Lütetsburg. Gab es hier einen Schatz? „Oh ja, und nicht nur einen“, versicherte mir Schlossherr Tido Graf zu Inn- und Knyphausen:
Hier hören statt lesen | Schloss Lütetsburg in Ostfriesland birgt unzählige Geheimnisse. Auch Schätze zählen zu jenen. Zunächst war da ein Silberschatz, der im Hausbuch im Winter 1790/91 Erwähnung fand: „Bei der Arbeit wurden einige Stücke alten Silbergeldes gefunden. Ich hatte den langen Fischteich, welcher zwischen der westlichen großen Lindenallee und dem alten sogenannten Sternbusch befindlich war, im Herbst 1790 reinigen und die Schlammerde zur Verbesserung des Bodens über die Plantage streuen lassen. In dieser Schlammerde wurden 24 Stück alten Geldes von verschiedenem Gepräge entdeckt. Hierauf ließ ich den Teich, welcher schon mit Gesträuch und Schutt zugefüllt war, noch einmahl aufräumen und sorgsam durchsuchen - allein es wurden bei dieser Nachforschung nur noch 5 weitere Münzen gefunden, sodass sich die ganze Summe auf 29 Taler belief. Dieses Geld wurde ungefähr in der Mitte des Teichs gehoben und es lässt sich nichts über die Art, wie diese hineingekommen waren, sagen. Wahrscheinlich war es so, dass es entweder bei einer großen Wasserflut dahin geraten, oder in Kriegszeiten dahin geworfen wurde, um es vor dem Feind in Sicherheit zu bringen.“
Weitere Erwähnung findet der Silberschatz nicht, doch wurden damals auch wirklich alle Münzen entdeckt und geborgen?
Ein weiterer Schatz fand sich zuvor, als Unico Manninga im 16. Jahrhundert den aus den Niederlanden flüchtigen Staatsmann Philipp Marnix im Schloss aufnahm. Den beiden reformiert Gläubigen widerfuhr eine unheimliche Begegnung in den dunklen Gewölbekellern des Schlosses. Sie wandelten in politischen Gesprächen vertieft durch die Gänge, als plötzlich eine Geisterhand aus der Wand fuhr und Marnix fest am Knöchel packte! Erschrocken über diese furchteinflößende Erscheinung, erforschten beide zu späterer Stunde die Stelle genauer und waren erstaunt, als sie dort in einer niedrigen Spalte einen Münzschatz fanden, mit dem der Schlossherr seinem Freund nun auch finanziell wieder auf die Beine helfen konnte. (TvL)
Was für eine spannende Geschichte tat sich da in den Gewölben und auf den Grünflächen von Schloss Lütetsburg auf! Und tatsächlich fand ich auch dort eine weitere Schatzkiste mit einem zu lösenden Rätsel: MB - Vergraben von den Oldenburgern, gefunden von den Glücksrittern. Ein Wagen laut, gefolgt vom Gockel - feurig führt der schwarze Mann. Der brach das Schweigen und vom Sockel, rutscht der Schatz - nicht heben kann. Wo war's, wo höllisch Werk geschah, wo „Mannen singen“ ist es wahr?
Macht mit und helft mir das vierte Rätsel zu lösen, damit wir gemeinsam Ostfrieslands verschollene Schätze finden können!
SO MACHST DU MIT
Wer online als Erster die Lösung auf der Schatzseite von ostfriesland.travel einreicht und wer im Schlosspark-Shop von Schloss Lütetsburg ab dem Tag dieser Veröffentlichung als Erster an der Schatzkiste laut die Lösung sagt, gewinnt! Die besten Chancen habt ihr heute bis 14:30h. In der Schatztruhe befindet sich ein Lösungshinweis, aber nicht nur das! Es gibt tolle Preise zu gewinnen - für eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland!
Zum Film | Zum Onlineprojekt | Im äußersten Nordwesten Deutschlands liegt das mystische Ostfriesland.
Das Land der Häuptlinge, der Moore und rauen Winde. Die tosende Nordsee
brachte über die Jahrhunderte viele Handelswaren und auch Schätze in
die karge Gegend. Verschleierte Mythen um die verschollenen Reichtümer
und auch der Glaube an Übernatürliches halten sich bis heute in den
flachen Weiten des Landes. Ja, und wenn wir hier von Schätzen sprechen,
dann sprechen wir zweifelsohne von Gold und Silber!
Was
ist dran an den Geschichten der verschollenen Münzen und ist es wahr,
dass der Teufel selbst über manche Fundorte wacht? Der Abenteurer Tim
von Lindenau begibt sich auf Schatzsuche - auf den Spuren tapferer
Glücksritter und dunkler Mythen. Er sucht Ostfrieslands verschollene
Schätze! Und Ihr könnt mitsuchen, miträtseln und vor Ort Euer Glück
machen, denn Euch erwarten dabei nicht nur spannende Abenteuer, sondern
auch kleine und größere Gewinn-Schätze, die Euch eine unvergessliche
Zeit in Ostfriesland erleben lassen!
Ein Abenteuer nährt sich von Romantik
und Entdeckerlust. Ohne die Schönheit des Alten geht die Inspiration
für Erkundung verloren.
Zum Film | Es ist jetzt bald ein Jahr her, das ich
das erste Mal das beschauliche Quakenbrück im zauberhaften Artland
zwischen Cloppenburg und Osnabrück besuchte. Das kleine Städtchen
zog mich sofort in seinen wohltuenden Bann - kaum 20 Minuten nach
meiner ersten Ankunft.
Einst gab es hier wohl mal eine Burg,
die leider keine wirklich sichtbaren Spuren hinterließ. Und doch ist
der Geist des Mittelalters in den kleinen Straßen und Gassen
allgegenwärtig.
Manch ein Gebäude, nach Jahrhunderte
vergangener Handwerksmanier aus groben Steinen gebaut, lässt die
älteste Geschichte der Stadt noch erahnen. Auch die
St.-Sylvester-Kirche gehört zu jenen Bauwerken, umrahmt von
liebevoll instandgehaltenen Fachwerkhäusern. Manch eines steht
beinahe so da, wie zu Zeiten seiner Erbauung. Andere warten noch auf
einen Liebhaber mit der passenden Geldbörse und dem rechten Sinn für
das Historische.
Eben dieser Sinn für das Historische
ist es, der im Mittelpunkt dieses Films steht. Dabei geht es aber
nicht wirklich um Restaurierung oder Erhaltung, sondern viel mehr um
das Altern und Vergehen. Dabei könnte dieser Film bald zu einem
Requiem werden. Eine Dokumentation, die warnend aufschreit: „Das
Abenteuer erlischt!“
Während das Abenteuer der Moderne
darin besteht, sich mit überteuerten Outdoorartikeln bestückt in
organisierte Touren und Sportevents einzuklinken, mit einem technisch
völlig überentwickelten Fahrrad wie ein geölter Blitz durch die
Landschaft zu schießen oder sich in Kletterparks selbst zu
überwinden, so war das Abenteuer der vorindustriellen Zeit eher
unprofessionell und bescheiden. Es war das unvorhersehbare Erlebnis
der Entdecker.
Als Kinder streunten wir durch
verwilderte Hintergärten, erkundeten zugewucherte Bachläufe und
sahen hinter jedem alten Kellerfenster, von Laub und Spinnweben
verhangen, gebannt ins Dunkel einer unbekannten Welt. Eine Welt, die
wir wenige Jahre später unbedacht zerstörten.
Altes muss weg und Neues muss gerade
und sauber sein. So hat es uns die Werbung seit Jahrzehnten
gepredigt. Der Trümmerschock des Krieges und die Wirtschaftswunder
der 60ger Jahre zeigten den Menschen auf, was gut und zukunftsweisend
ist. Kesselflicker und Scherenschleifer starben aus und ihnen folgte
schnellen Schrittes eine Wegwerfgesellschaft mit Chemoreiniger und
glattwandigen Zukunftsvisionen. Und während ich diese Worte
schreibe, unterstreicht mir mein Computer-Schreibprogramm das Wort
„“Kesselflicker in blau und warnt mich vor einem veralteten
Ausdruck. Was ist geschehen, das wir den Sinn für bewährte
Erfahrungen, Tradition und Wertigkeit verloren haben?
Als Dieter Wieland vor 30 Jahren in
seinen unzähligen Filmen vor der Verwahrlosung der Baukultur und der
Zerstörung von Schönem und Bewährten warnte, gab es hierzulande
noch vieles zu entdecken und zu erforschen. Doch er wurde zu selten
erhört. Die bauliche Schönheit, das vergessene kunstvolle Handwerk,
die alten Keller und historische Hinterhöfe sind verschwunden. Wir
haben sie zerstört. Das Abenteuer erlischt.
Und die Auswirkungen sind verheerend.
Mit dem Abenteuer erlischt auch der Entdeckergeist, das
unvorhersehbare Erlebnis und viele wertvolle Erfahrungen. Nun, in
einer sauberen und glatten Stadt suchen sich Kinder und Jugendliche
die Seelennahrung für ihre Neugierde in digitalen Welten. Was man
planierte, zur Seite schob, abriss und in Wald und Flur bereinigte
wurde digital ersetzt. Das Abenteuer, nach dem wir uns so sehr
sehnen, ist bald nur noch in Computerspielen und animierten Filmen zu
finden. Wundern wir uns, dass ein Smartphone der beste Freund unserer
Kinder geworden ist? Wo wir doch täglich alte Bäume fällen und
durch stachelige Koniferen ersetzen?
Das erste Abenteuer erlebte ich im
Garten meiner Kindheit. Wir hatten damals einen schönen alten
Garten, hinter dessen Pforte nach hinten hinaus eine große Obstwiese
an ein undurchdringliches Dickicht grenzte, in dessen Gestrüpp ein
fast verfallener dunkler Schuppen für Respekt und Entdeckerlust
sorgte. Nun mit der Kamera durch die Stadt streunend, fand ich nur
wenige Ecken, die zumindest ein wenig so spannend wie der Garten
meiner Kindheit waren.
Gärten machen Arbeit. Gärten machen
Dreck. Und so baggert man aufwendig die über Jahrzehnte gereifte
Erde ab, versiegelt sie mit einer Kunststoffplane und legt einen
Steingarten an. Stein, ja - das ist unübersehbar. Aber Garten kann
man das nicht mehr nennen.
Zu meiner Freude fand ich mehrere
Straßen, die bis heute von der Moderne verschont blieben. Zugegeben
ist dieses Beispiel eher das Resultat von Pflegelosigkeit, aber mir
ist das lieber, als die Straße gleich um die Ecke, wo weder Halm
noch Käfer einen Platz zum Leben finden. Es gibt noch Menschen, die
ihre Häuser und Gärten leben lassen. Hier hat die Natur
Mitspracherecht und die Chemokeule Hausverbot. Hier darf man leben,
erleben und entdecken.
Manch ein Nachbar mag da schimpfen und
zetern. Aber erinnern wir uns an das schöne Beispiel von Dieter
Wieland, wie Kinder ein Haus malen: Mit Baum, Strauch, Blumen und
Wiese bis an die die Hausmauer. Hier darf man träumen. Hier wartet
das Abenteuer.
Es gibt auch Menschen, die das Alte und
Schöne bewahren, die seinen Wert erkennen und sich auf eine Reise
begeben, die sich auf ein Abenteuer einlassen. Das Abenteuer der
Erforschung und Erhaltung.
Eigentlich hatte ich geplant, nach
kleinen Abenteuern in der Stadt zu suchen. Nach verweisten
Häuserschluchten, dunklen Kellerlöchern und von Spinnenweben
versiegelten Türen. Zwar fand sich die ein oder andere Niesche, aber
selbst im verträumten Quakenbrück sind die vom Saubermann
übersehenen Ecken rar. Und ich schaute ganz bewusst nur von der
Straße aus. Man muss schon aufs Land hinaus, um wirklich etwas zu
entdecken. So wie im vergangenen Sommer, als wir mit freundlicher
Genehmigung, einen alten Mostkeller im Artland erkunden konnten. Hier
ist vor über einem halben Jahrhundert die Zeit stehen geblieben. Als
der Betrieb eingestellt wurde, schloss man die Türen und überließ
alles hinter ihnen der Zeit. Ein Paradies für Entdecker.
Eine Überraschung bot sich mir
allerdings in Form eines alten Kaugummiautomaten. Da stand ein Relikt
der Abenteuerpausen meiner Kindheit. Übersehen, verlassen und doch
gefüllt. Jetzt beim Schneiden des Films, frage ich mich, warum ich
nicht versuchte ein Geldstück hineinzuwerfen.
Dann gab es noch etwas zu entdecken.
Der Gasthof „Zur Linde“ scheint schon länger geschlossen. Ein
Blick durch das Fenster zeigt die Einrichtung der 70ger Jahre und mir
wurde erzählt, das die Küche hier früher so etwas wie der bessere
Ersatz von Fastfood war. Gegrillte Hähnchen mit Pommes. Nun wächst
Moos auf den Laternen die einst den Eingang beleuchteten und die
Farbe an Fenstern und Türen löst sich in rissigen Flocken vom Holz.
Auf allem ruht Staub und Dreck und sofort ist sie da: die
Entdeckerlust! Ich werde bei nächster Gelegenheit herausfinden wem
das Haus gehört, um vielleicht einen Blick hinter die schöne
historische Fassade werfen zu können.
Dann ist da noch ein Heckenpfad bei der
alten Sylvester-Kirche. Längst zugewachsen, aber noch mit einem Tor
versehen, konnte man damals vom anliegenden Wohnhaus in zweiter Reihe
direkt zur Kirche gelangen.
Es ist gut das es wieder mehr Menschen
gibt, die sich dem Alten widmen. Es retten und vielleicht sogar neu
aufgreifen. Doch wo sind die schmalen Pfade, an dessen Wegende das
Abenteuer wartet? Wo ist die Patina, die Geschichten von
Jahrhunderten erzählt? Wo bleibt die Romantik, die uns inspiriert
etwas zu erleben, raus zu gehen und dem Entdeckerinstinkt zu folgen?
Was ist aus den Erfahrungen geworden, die von Generation zu
Generation weitergereicht wurden und nun als Mythologie, Märchen
oder Humbug abgetan werden? Wann begann der Mensch vom Träumer zum
Realisten zu verkommen? War es die chemisch gereinigte
Geradlinigkeit, die uns zu funktionalen Saubermännern werden ließ?
Natürlich kann man auch in der Moderne
Abenteuer erleben und es macht mir sogar Spaß, in riesigen
Parkhäusern durch die Etagen zu streifen. Aber hier ist nichts
Lebendiges verborgen. Der Beton erzählt keine Geschichten. Gebaut
wird mit künstlichem Baustoff - nicht mit entdeckbaren
Naturmaterialien. Beton hat keine Jahresringe und Industrieputz ist
tot und kalt - ganz im Gegenteil zum Lehmputz.
Es gibt praktische keinen Abenteuerfilm
ohne alte unberührte Orte und Gebäude. Sind es Höhlen oder
Pyramiden, Schlösser oder Burgen. Jedes Abenteuer braucht eine Bühne
und einen Ort, der etwas wertvolles beherbergt.
Und nun frage ich Euch: „Was kann
jeder Einzelne tun, um die Abenteuer nicht erlöschen zu lassen?
Welche Möglichkeiten gibt es, das Alte und Schöne zu bewahren? Was
braucht man vielleicht nicht zu streichen oder zu überputzen? Die
Holzplanken eines dreihundertjährigen Fußbodens erzählen die
abenteuerlichsten Geschichten, alte Hauswände bewahren jede Spur der
Zeit. Mit echtem Leinöl lassen sich unzählige Oberflächen
konservieren. Muss wirklich alles abgerissen werden das alt ist, oder
kann man es auch mit einfachen günstigen Mitteln erhalten, um das
Abenteuer nicht erlöschen zu lassen?“
Ohne die kunstvollen Werke der Alten
verkümmert unser Sinn für das Schöne. Ein Abenteuer nährt sich
von Romantik und Entdeckerlust. Ohne die Schönheit des Alten geht
die Inspiration für Erkundung verloren.
Zum Film | Wenn man vor einem Haufen Erde steht,
die man bereits umgeworfen hat, ohne etwas darin zu entdecken, geht
man nicht von einem Fund aus. Aber es versteckt sich doch so einiges
im Erdreich des Torturmschachtes von Schloss Lütetsburg!
Nach bester Archäologen-Manier siebten
wir das komplette Erdreich durch und fanden darin allerlei Artefakte
der vergangenen Jahrhunderte. Und sogar die ein oder andere
„Sensation“ verbarg sich in der feuchten Erde ...
Zum Film | Endlich war es soweit, beim
derzeit realisierbaren Projekt auf Schloss Lütetsburg wurde wieder
die Schaufel in die Hand genommen. Im Uhrenschacht unter dem
Eingangstor der Vorburg könnten jahrhunderte alte Schätze im Schutt
verborgen liegen - da der enge und tiefe Schacht mehr aufnehmen als
preisgeben kann. Und genau so war es auch: Der Schacht war so schmal,
das ein ausgewachsener Mann unter Umständen nicht einmal dessen
Grund erreicht. Doch wir ließen uns nicht beirren und räumten ihn
bis auf die Grundsteine leer. Haben wir etwas entdeckt?
Zum Film | Zur Fotogalerie | In der Kirche zu Bargebur in Norden /
Ostfriesland, befindet sich die gräfliche Gruft der Knyphausens. Die
Gruft ist bis heute unberührt und verbirgt eine Besonderheit, die
nicht für jedermann betrachtenswert ist - denn die Särge sind
leicht verfallen und stehen zu Teil offen.
Viele haben schon Filmaufnahmen und
Fotos von Gruften und Särgen gesehen. Wenn die Kamera die mystische
Atmosphäre einer Grabstätte zeigt, so fragt sich manch einer, wie
es wohl im Innern der Särge aussieht - weil einen Einblick bekommt
man so gut wie nie. Die Schönheit des Todes ist sicherlich
umstritten - wichtig ist aber nur, mit welchem Respekt man den
Verstorbenen begegnet und das man die Begegnung nicht erzwingt. Wenn
sich hier in ruhiger Friedfertigkeit die Türen öffnen, so bin ich
mir sicher, dass die Toten auch offen für diese Bilder sind.
Betrachtet sie also mit Respekt und dieser Film schenkt Euch einen
besonderen Einblick.
Ganz beachtlich finde, wie gut erhalten
manch einer dieser Körper ist. Einer der Toten ist teilweise
mumifiziert. Haut liegt über den Wangen und dem Kieferknochen und
sogar das rechte Ohr ist größtenteils erhalten. Das wunderschöne
Rüschenhemd aus Leinen ist kaum beschädigt und ziert die Gebeine
mit würdevoller Schönheit ...
Zum Video | Zur Fotogalerie | Fast 400 Jahre lang nutzten die Grafen
von Wedel die Familiengruft unter der reformierten Kirche am Schloss Evenburg. Verborgen unter einer gewaltigen Klappe ruhen die adeligen
Gebeine von mehreren Generationen - unweit von dem Wohnschloss, wo
die Verstorbenen zuletzt lebten. Kirchenführer Günter Kambeck
erzählt hier über die Geschichte der Gruft und ihrer Erbauer und
öffnet die gerade frisch restaurierte Begräbnisstätte, die
neuerdings bei öffentlichen Führungen zu bestaunen ist. Ein
heilloses Chaos fand man hier vor. Vor der Restaurierung lagen die
Särge quer übereinander und die Knochen der Toten waren derart
verstreut, das man sie ohne Weiteres nicht mehr zuordnen konnte.
Manch ein Sarg war so verfallen, dass
man nur noch verrottetes Holz und Beschläge fand. Um so
erstaunlicher, was man mit der Rettung der Gruft und ihrer Bewohner
zustande brachte.
Zum Video | English version | Da „Das Geheimnis von SchlossLütetsburg“ seit mehreren Monaten weltweit geschaut wird, habe ich
mich an eine Übersetzung der Geschichte gemacht. Damit jeder
versteht, was bisher bei diesem Abenteuer passiert ist ….
In der Vorburg des Lütetsburger
Schlosses, der gräflichen Familie Knyphausen, wird nach Generationen
ein Geheimnis gelüftet. Ein Zugang auf Niveau des Wassers im
Burggraben, wurde in unbekannter Vergangenheit zugemauert und nie
wieder geöffnet. Seit seiner Kindheit fragt sich Tido Graf zu Inn
und Knyphausen, was sich hinter diesen Mauern verbirgt - und nun lud
er mich ein, mit ihm diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen und den
Eingang freizulegen …
Wie man auf einer alten Zeichnung im
Eingang des Tores des Lütetsburger Schlosses erkennen kann, ist die
legendäre zugemauerte Türe in der Vorburg seit über 250 Jahren
verschlossen. Die dahinter befindlichen Räumlichkeiten stammen also
aus frühester Zeit des Schlosses, das von 1557 bis 1576 erbaut
wurde. Damals befand sich der offizielle Eingang der Hofanlage
unmittelbar rechts oberhalb der zugemauerten Türe, welche sich knapp
über dem Wasserspiegel des Burggrabens befindet.
Im ersten Teil bohrten wir zunächst
ein Loch in die Mauer, um mit dem Endoskop einen Blick hinter das
Gestein zu werfen. Was zum Vorschein kam, war Erde. Also fingen wir
an die Ziegel zu entfernen, um zu schauen, ob der komplette Keller
mit Erde verfüllt wurde.
Zunächst ist zu sagen, dass wir keine
Aufzeichnungen von der Vorburg aus Zeiten des offenen Eingangs haben.
Das Archiv des Schlosses ist groß, aber es weist wie jedes andere
Lücken auf.
Auch zahlreiche Umbaumaßnahmen und
Brände über die Jahrhunderte hinweg erschweren den Rückblick.
Nun war gewiss das die Räumlichkeiten
bis unter die Decke mit Erdreich gefüllt waren. Aber nicht nur Erde
kam zum Vorschein. Gleich am ersten Tag fanden wir zahlreiche
Artefakte der Vergangenheit. Bauschutt und Müll aus vergangener Zeit
- eine Fundgrube für die Archäologie. Graf Knyphausen beschloss:
„Wir graben so weit wir können!“ Also öffneten wir den Eingang
weiter und gruben uns voran. Die Spannung stieg mit jedem Fundstück
– ja sogar große bauliche Sandsteinelemente kamen zu Vorschein.
Die Grabung am Burggraben jedoch weiter über ein Boot fortzusetzen,
konnte keine nachhaltige Lösung sein.
Mittlerweile sah ich mir die Mauer
genau an. Hier wurden durch die Witterung verschiedene Materialien
durch die Ziegel ausgespült. Ziegelsteine waschen mit der Zeit Kalk
aus und werden außen weiß. Was mir allerdings auffiel, war, dass an
markanten Stellen dunkle Erde durch den Stein sickerte und damit
außen auf der Mauer bauliche Begebenheiten aus dem Innern zutage
förderte. Die Wand der Vorburg zeigte auf den Ziegeln ihr Innerstes.
Dies ließ sich anhand weiterer Informationen über die Bauabschnitte
und noch existierender Mauern recht genau erahnen. Aber wird es sich
auch belegen lassen? Jedenfalls schienen die Räume hinter dem
Eingang riesig zu sein!
Nun wurde es Zeit Profis ins Boot zu
holen. Mithilfe der hiesigen Archäologie sollte das Projekt
möglichst professionell voranschreiten. All das brauchte allerdings
Zeit zur Organisation. Das Wetter, die Terminkalender, Mitwirkende –
nichts geht schnell bei so einem Unterfangen. Die Grabung wurde zur
Geduldsprobe und sollte es auch bleiben.
Mittlerweile gingen wir auch an ein
weiteres Geheimnis. Im Schlosspark unter dem Manningaberg gibt es
einen seit den 50ger Jahren verschütteten Bunker. Würden wir den
Eingang finden? Mit genauen Angaben von Zeitzeugen, Spaten, einem
Metalldetektor und Sondierstäben machten wir uns ans Werk –
allerdings ohne großen Erfolg, denn der Eingang liegt wohl tief
unter der Erde. Wir brauchten ein Bodenradar, um das wir uns bis dato
noch bemühen.
Dann stand der Winter ins Haus und
stoppte die Grabungen an der Vorburg. Wir konnten das Boot nicht mehr
nutzen und auch die Schwimmelemente, mit denen wir eine schwimmende
Brücke bauen wollten, waren eingefroren. Es hieß wieder warten.
Monate vergingen, bis endlich eine
stabile Brücke über den Burggraben führte und die Archäologie
Zeit für unser Projekt fand. Nun, so dachten wir, steht der Grabung
nichts mehr im Weg. Doch weit gefehlt.
Nach einer sehr erfolgreichen Grabung
mit vielen teils sehr wertvollen Funden legten wir einen Großteil
der Decke über dem Keller frei und mussten feststellen, was wir
zuvor schon befürchteten: Die erste Etage der Vorburg scheint auf
dem Erdreich im Keller zu ruhen. Ohne Statiker, der sich die Sache
genau ansieht und uns Gewissheit verschafft, ging nichts mehr. Wir
konnten nicht weiter graben, ohne Gefahr zu laufen, dass uns die
darüber befindliche Etage auf den Kopf fällt.
Dies sind die letzten Informationen,
während wir im Oktober 2018 noch darauf warten, was der Statiker zur
Situation vor Ort sagt. Wir hoffen es geht bald weiter und wir
hoffen, das es einen Weg gibt - ins unerschlossene Gewölbe der
Lütetsburger Vorburg - möglicherweise so groß, dass der
spätmittelalterliche Keller den gesamten Flügel einnimmt. Was wird
uns erwarten?
Im nächsten Schritt wollen wir in der
Etage über dem freigelegten Eingang eine Bohrung im Boden machen, um
die Bausubstanz von beiden Seiten zu untersuchen. Wir haben die
Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Grabung auch ohne Abstützung
weiter verlaufen kann.
Zum Video | Es gab einiges zu tun und zu entdecken.
Zunächst musste die Decke des Kellereingangs freigelegt werden, um
dem Statiker einen ausreichenden Einblick für das weitere Vorgehen
der Grabung zu ermöglichen. Im gleichen Zug stellten wir fest, das
die vermeidliche Kellerdrainage doch eine andere Funktion hatte und
das die losen Steine im Kerkerfenster leider keinen Kerker, sonder
viel mehr weitere Erdmassen verbargen. Nun heißt es abwarten und
hoffen, dass der Statiker der Grabung keinen Riegel vorschiebt,
sondern eine einfache und bezahlbare Lösung parat hat, sodass uns
die Decke nicht auf den Kopf fällt ...
Zum Video | Zur Fotogalerie | Endlich! Nach ungefähr einem Jahr
forschen, planen und „Geduld üben“ stießen wir Anfang Juni 2018
mit Unterstützung der Ostfriesischen Landschaft tiefer in den
geheimnisvollen Gang der Vorburg vor. Zunächst gab es einiges zu
lernen und vieles zu „schüppen“ - ganz nach archäologischer
Manier und dann, ganz unverhofft, stießen wir auf die ersten großen
Funde. Spannung machte sich breit und das sechsköpfige Team wurde
vom Schatzgräbervirus infiziert ...
Zum Video | Zur Fotogalerie | An einem Maifeiertag machte ich einen
Ausflug zur schönen Burg Dinklage, wo ich in der 180 Jahre alten
Kapelle auf eine Vielzahl von Templerkreuzen stieß. Doch bevor ich
der Besonderheit, das Templerkreuze eine so junge Kapelle schmücken,
näher auf die Spur kommen konnte, stolperte ich, im wahrsten Sinne
des Wortes, über eine Gedenk- oder Grabplatte, die sich auffällig
von den anderen Grabplatten des Gotteshauses unterschied.
Unter der Burgkapelle befindet sich
eine Gruft. In ihr liegen die gräflichen Gebeine der Erbauerfamilie,
die im Jahr 1873 von der Dinklager Pfarrkirche hierher umgezogen
wurden. Die Gruft allerdings, nimmt nur die hälfte der
Kapellengrundfläche ein. Kann es sein, das ein weiterer Zugang zum
vorderen Bereich existiert – dort, wo die eingebrochene Grabplatte
möglicherweise auf einen Hohlraum hinweist?
Die Dinklager Burgkapelle wurde im Jahr
1841 von Matthias Graf von Galen erbaut und ist dem heiligen
Augustinus geweiht. Das im neugotischen Stil errichtete Gotteshaus
hat einen prunkvoll ausgestatteten Altarbereich und der Raum ist von
12 Apostelleuchtern umrahmt, die merkwürdigerweise in Form und Farbe
ganz unverkennbar mit Templerkreuzen geschmückt sind. In der Regel
sind diese Weihe-Kreuze gänzlich anders gestaltet, sodass man sich
hier fragen muss, warum die Gestaltung dieser Kreuze so auffällig
außergewöhnlich ausfiel?
Apostelleuchter stehen für die 12
Apostel, die „vor den Menschen schreiten“ und die Lehren des
Evangeliums verbreiten: „So soll euer Licht vor den Menschen
leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel
preisen.“
Zur Zeit der Erbauung der Kapelle
jedenfalls waren Geheimbünde stark im Trend. Vielleicht sind die
Kreuze ja ein Hinweis auf ein verborgenes Geheimnis. Wenn dem
tatsächlich so wäre, so findet sich die Auflösung allerdings nicht
in öffentlichen Chroniken - denn die Templer pflegten bekanntlich
eine strenge Geheimhaltung ...
Zum Film | Nach langer Zeit der Organisation
(Zusatzinfo hier im Extra-Video) und des Wartens wegen unpassenden
Wetterverhältnissen, trafen wir uns endlich mit dem nicht ganz
vollständigen Grabungsteam, um eine Brücke mit Schwimmelementen vom
Eingang des geheimnisvollen Kellers zum Ufer des Burggrabens zu
positionieren. Die Arbeiten liefen reibungslos und nun heißt es bald
„auf ins wahre Abenteuer“ – mit Schaufel, Eimer, Schubkarre und
archäologischer Unterstützung!
Zum Video | Im Lütetsburger Schlosspark, der
gräflichen Familie Knyphausen, birgt der Manningaberg ein Geheimnis
im Innern seines Erdreichs. Einst wurde hier ein Schutzraum in die
Tiefe gegraben, der im Falle eines Bombenangriffs Sicherheit bieten
sollte. Wir begeben uns auf die Suche nach dem verschütteten Eingang
des Bunkers. Doch niemand der heute noch lebt, hat ihn je betreten
...
Zum Film | Zur Fotogalerie | Völlig
abgekämpft verließen wir die Minenschächte der Burg Rheinfels. Die
Klamotten bis auf die Haut durchgeschwitzt – durch die
unkomfortable Gangart schon jetzt Krämpfe in den Oberschenkeln. Uns
blieb nicht lange Zeit um Luf zu holen – denn was jetzt auf uns
zukam, sollte auf dieser Tour nicht mehr zu toppen sein. Wer in so
einem engen Durchlass in Panik gerät, der kommt da nicht ohne
Weiteres wieder raus. Was für ein atemberaubendes Abenteuer!
Zum Film | Zur Fotogalerie | Ich wusste
nicht, dass es später noch viel enger werden würde, als ich das
erste Mal in meinem Leben das Gefühl kennenlernte, wie ein
Höhlenforscher durch einen Spalt zu kriechen - so eng, dass man
gerade noch hindurchpasst. Aber das uns zwei Stunden später in den
Minenschächten der Burg Rheinfels fast die Luf ausging, war auch
kein prickelndes Gefühl. Meter für Meter, den wir uns durch die
mittelalterlichen Katakomben kämpften, schien das Abenteuer immer
größere Ausmaße anzunehmen …