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Sonntag, 7. Juni 2020

Die verschlossenen Tunnel von Fürstenau





Zum Film | Wie habe ich mich gefreut, als ich per Mail die Einladung erhielt, die verborgenen Tunnel von Fürstenau zu erkunden - wobei es erst einmal in die Höhe ging, bevor ich die Tiefen des historischen Städtchens im Osnabrücker Landkreis erkundete.

Schnell sprach sich herum, dass ein Abenteurer die Stadt besucht und kurzerhand wurde so manch rostiger Schlüssel vom Haken genommen, um gemeinsam dem Verborgenen auf die Spur zu kommen. Ein aufregender Tag - nicht nur für die Fürstenauer ...
Irgendwie wusste niemand so recht, wie es in den dunklen Gängen unter der alten Burganlage aussah, da sie seit Jahrzehnten verschlossen waren. Ja, sogar das Bauamt war ratlos und so beschloss Bürgermeister Benno Trütken einen erfahrenen Mann vorzuschicken, um den Zustand und die Begebenheiten unter seinem Rathaus zu erkunden.




Es ist ausgesprochen besonders, einen Jahrzehnte verlassenen Ort zu betreten. Wo man einen Fuß hinsetzt, was man findet und sieht, alles ruhte seit Langem in Dunkelheit und Stille. Wir bewegen uns täglich in wissentlich geprüfter Umgebung. An Orten, die ständig unter dem Einfluss von Menschen stehen. Die sicheren Pfade zu verlassen und vergessene Orte zu erkunden, gehört zu den spannendsten unvorhersehbaren Erlebnissen, die nur sehr wenigen Menschen zu Teil werden.

Sonntag, 15. Dezember 2019

Geheimnisvolle Lippoldshöhle - Deutschlands nördlichster Erdstall?





Zum Video | Erdställe sind künstliche, möglicherweise megalithische, Höhlen, die eines der größten Rätsel der mitteleuropäischen Geschichte darstellen. Hauptsächlich in Bayern und Österreich aufzufinden, hat man in diesen Höhlen keine Hinterlassenschaften ihrer Erbauer gefunden und auch den Abbau von Erzen hat man widerlegen können.
Bisher sind ungefähr 800 dieser Erdställe bekannt und kartiert. Forscher schätzen ihre Anzahl aber auf mehrere Tausend Höhlen.
Ihre Datierung macht den Wissenschaftlern zu schaffen – zumal die teils mehrere tausend Jahre alten Gangsysteme manches Mal unter mittelalterlichen Höfen mit einem Eingang durch deren Keller zu finden sind. Hier fällt allerdings auf, dass diese Eingänge keinesfalls in die Architektur der besagten Keller einfließen. Sie wirken wie Fremdkörper – wie Tore in eine andere Welt. 


Bei der Lippoldshöhle stößt man auf eine Besonderheit unter Erdställen. Anders als bei anderen ihrer Art, findet sich hier kein einzelner Eingang - ausschließlich durch einen engen Schlupf begehbar. Erdställe haben immer nur einen Eingang, der gleichzeitig auch als Ausgang dient. Nun könnte man sagen, dass dies ein sicheres Zeichen dafür sei, dass die Lippoldshöhle kein Erdstall ist. Aber glauben wir der Erzählung, dass die Höhle einst zum Teil gesprengt wurde und betrachten dabei die Verwitterungsspuren an der Felswand, so wird einem schnell klar, dass die heutigen Eingänge früher einmal durch natürliches Felsmassiv verschlossen waren. Es gab also möglicherweise nur einen Eingang, denn der Moosbewuchs an den heutigen Öffnungen ist, im Gegensatz zum Rest der Felswand, sehr viel jünger als an den umliegenden Felsen. Die drei vermeintlichen Zugänge scheinen mir nach näherer Betrachtung also jung und nicht natürlichen Ursprungs. Addiert man zu dieser Tatsache die Eigenheiten der Höhlenarchitektur, so erkennt man in der Lippoldshöhle eindeutig einen Erdstall. Aber ein Erdstall so weit im Norden Deutschlands – das wäre meines Wissens nach, eine kleine Sensation.

Der Volksmund berichtet, dass Zwerge die Tunnel gruben und wenn man diese fremdartigen Löcher entdeckt, hält man dies, mit staunendem Blick, durchaus für denkbar.
Bei vielen Erdställen fand man sogenannte „unmögliche Bauspuren“. In nur 40 cm breiten Durchlässen finden sich in manchen Erdställen Meißelspuren längs der Rundung. Diese Meißelspuren sind mit einem normal großen Hammer und Meißel nicht zu realisieren, da sich in den Löchern kein Platz befindet, um mit dem Hammer auszuholen. Man hätte die Löcher quer oder schräg zur Öffnung schlagen müssen, was aber nicht der Fall war.

Was also ist das Geheimnis der Erdställe?

Sonntag, 8. September 2019

Der Fluchtgang von Schloss Lütetsburg



Zum Film | Seit Generationen erzählt man sich in Ostfriesland vom Geheimgang auf Schloss Lütetsburg. Unter dem Schloss soll es einen Fluchttunnel gegeben haben, der geradewegs zur Kirche im benachbarten Hage führte. In diesem Film gehe ich gemeinsam mit Tido Graf zu Inn und Knyphausen den wenigen Spuren nach, die nach Jahrhunderten von Umbauten und Bränden geblieben sind. Auch wenn vieles spekulativ anmutet - der Eingang zum Tunnel scheint tatsächlich erhalten und es gibt sogar deutliche Hinweise auf dessen wahre Existenz.


Erst beim Filmschnitt der kleinen Dokumentation fiel mir auf, dass wenn man den Beschreibungen der Augenzeugen folgt, genau an der Stelle, wo eine kleine Treppe in die Tiefe des Ganges geführt haben muss, ein steinerner Sockel den Abstieg versperrt. Aber nicht nur das. Das verputzte Mauerwerk an der Wand oberhalb des Eingangs ist deutlich verfärbt, so wie man es bei feuchtem Mauerwerk kennt. Wenn der Eingang seit unbekannter Zeit voller Wasser stand, so gibt das alte Mauerwerk immer noch Feuchtigkeit ab – genau da, wo eine Wandvertiefung den aufrechten Gang beim Abstieg in den Fluchttunnel ermöglichte. Wurde der Gang hier zugemauert? Befindet sich unter diesem Sockel die Treppe hinab in die Tiefe eines seit Jahrzehnten verschlossenen Geheimgangs?


Sonntag, 4. August 2019

Mittelalterlicher Geheimgang wiederentdeckt



Zum 1.Teil | Zum 2. Teil | In einem Eiskeller tief im Wald, an einem unbekannten Ort, soll einer Sage nach ein 500 Jahre alter Geheimgang ins Erdreich führen, der von dort bis zu einer 1,5 Kilometer entfernten Burg reicht. Doch ein verschüttetes Loch gab sein Geheimnis bisher nicht Preis. Da sei weiter nichts. „Nur ein Loch - kaum eine Armeslänge tief.“ So etwas gibt es oft und dem Entdecker bleibt meist nichts als ein Traum. Doch nicht hier, wie sich herausstellte, denn hinter einem großen Stein wartete ein Jahrhunderte altes Geheimnis auf seine Entdeckung ...





Selbst wenn jemand in das Loch kriecht, was in den allermeisten Fällen sehr unwahrscheinlich ist, kann man nicht sehen, dass der Gang hinter einem Stein verborgen noch weiter geht. Erst wenn man sich in die tiefste Ecke der linken Seite quetscht, gibt der Stein den Blick in den Gang frei. Seit Generationen hat dies möglicherweise niemand bemerkt und meine Entdeckung sorgte für ungläubiges Staunen bei dem Mann, der bereits mehrfach diesen Raum besuchte und erkundete. Alle hielten die Geschichte vom Geheimgang für ein Märchen. Bis heute ...

Sonntag, 9. Juni 2019

4. Teil - Ostfrieslands verschollene Schätze | Vom ostfriesischen Teufels-Schatz




Zum Film | Zur Schatzsuche | Wieder konnten wir ein neues Rätsel auf der Suche nach Ostfrieslands verschollenen Schätzen lösen und diesmal führte es uns von Schloss Lütetsburg direkt nach Mansingen in Westerstede. Als ich die Geschichte des Burgschatzes von Mansingen laß, rechnete ich damit auf die Grundmauern einer alten Burg zu stoßen, aber es kam viel spannender. Diese Burg wurde im 11. Jahrhundert aus Holz erbaut!
Hier hören statt lesen | In Ostfriesland erzählt man sich seit Jahrhunderten von einem Schatz, vergraben in einer Burg, bestehend aus purem Golde. Doch der Schatz scheint verloren, seit ein paar wackere Ostfriesen ihn zu heben versuchten und kurz vor ihrem Erfolg vom Teufel selbst gehindert wurden. Zwei Sagen gibt es, die sind sich auf solche Art ähnlich, das man nur davon ausgehen kann, die eine Burg habe der Anderen ihre Geschichte gestohlen.
Zuletzt soll um das Jahr 1800 in der Stinsenburg in Strackholt beinahe ein Schatz ausgegraben worden sein, während beim Heben eines bis an den Rand mit Gold gefüllten Braukessels ein Sechsspänner unter lautem Getöse vorbei rauschte. Der Kessel ward schon an den Rand des Lochs gehoben, da folgte dem eben vorbeigefahren Gespann ein einfacher Kreitwagen - gezogen von einer lahmenden Ente. Ein alter schwarzer Mann, welcher den Wagen kutschierte, fragte die erstaunten Schatzgräber, ob er das eben vorbeigefahrene Gespann noch einholen könne, da antwortete einer der erstaunten Glücksritter: „Bis zum letzten Tag nicht!“ Nun lachte der alte Kutscher hell auf und der Braukessel sank mit lautem Getöse in die Tiefen des Lochs und wurde auf immer vom Abgrund verschluckt.



Auf dem ehemaligen Burgplatz der bereits um 1400 aufgegebenen Mansinger Burg trug sich wohl eine ähnliche Geschichte zu. Die alten Grafen von Oldenburg sollen dort einen beträchtlichen Goldschatz vergraben haben, den ein paar mutige Männer unbestimmte Zeit später fanden und heben wollten. Schon als sie nach dem Gold gruben, hörten sie lautes Getrappel und sahen einen Vierspänner mit Höllenlärm an sich vorbeifahren. Erschrocken setzten sie ihre Arbeit fort und stießen als bald auf eine eiserne Kiste gefüllt mit Gold. Als diese bereits am Rand der Grube stand, hielt neben ihnen ein schwarzer Reiter auf einem riesigen Gockel mit rotgelben, wie Feuerflammen leuchtenden Federn. Er sah auf die Schatzgräber hinab und fragte sie mit dunkler Stimme: „Sprecht! Kann ich den Vierspänner, der gerade hier vorbeifuhr noch einholen?“ Da antwortete einer der völlig verängstigten Männer: „Das vermag nur der Teufel selbst.“ Kaum sprach er die Worte aus, da versank die eiserne Schatzkiste mit lautem Getöse in der Erde und ward nicht mehr freigegeben. Seit jenem Tag ist sicher, dass der Teufel selbst den Schatz bewacht. (TvL)

Ein wirklich wunderschöner Ort war das, so mystisch und verträumt im Wald gelegen. Hier konnte man die Geschichte förmlich noch spüren! Und der Hinweis? Gab es da einen weiteren Hinweis? Natürlich - und folgendes Rätsel gilt es nun zu lösen:

BK - Ein Pirat in aller Munde,
warf den Anker dort am Strand.
Die Erd' nicht fest, ist vorgelagert -
ganz im Westen groß durch Sand.
Wuchs auf der Düne einmal Wald?
„Sieben sind's - Ostfriesenland!“
Dort liegt der Schatz in tiefer Kälte,
durch den Piraten wohlbekannt.

Macht mit und helft mir das fünfte Rätsel zu lösen, damit wir gemeinsam Ostfrieslands verschollene Schätze finden können!

SO MACHST DU MIT

Wer online als Erster die Lösung auf der Schatzseite von ostfriesland.travel einreicht und wer am Infostein der Mansinger Burg am Tag dieser Veröffentlichung bis 14:30h als Erster an der Schatzkiste laut die Lösung sagt, gewinnt! In der Schatztruhe befindet sich ein Lösungshinweis, aber nicht nur das! Es gibt tolle Preise zu gewinnen - für eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland! Nach 14:30 Uhr wird die Schatzkiste in der Tourist-Information Westerstede (Am Markt 2, 26655 Westerstede) zu den regulären Öffnungszeiten zu finden sein.

Sonntag, 2. Juni 2019

3. Teil - Ostfrieslands verschollene Schätze | Der Lütetsburger Geisterschatz



Zum Film | Zur Schatzsuche | Das vorangegangene Rätsel im Heseler Wald führte mich auf meiner Suche nach Ostfrieslands verschollenen Schätzen an einem mir sehr wohl bekannten Ort: Schloss Lütetsburg. Gab es hier einen Schatz? „Oh ja, und nicht nur einen“, versicherte mir Schlossherr Tido Graf zu Inn- und Knyphausen:

Hier hören statt lesen | Schloss Lütetsburg in Ostfriesland birgt unzählige Geheimnisse. Auch Schätze zählen zu jenen. Zunächst war da ein Silberschatz, der im Hausbuch im Winter 1790/91 Erwähnung fand: „Bei der Arbeit wurden einige Stücke alten Silbergeldes gefunden. Ich hatte den langen Fischteich, welcher zwischen der westlichen großen Lindenallee und dem alten sogenannten Sternbusch befindlich war, im Herbst 1790 reinigen und die Schlammerde zur Verbesserung des Bodens über die Plantage streuen lassen. In dieser Schlammerde wurden 24 Stück alten Geldes von verschiedenem Gepräge entdeckt. Hierauf ließ ich den Teich, welcher schon mit Gesträuch und Schutt zugefüllt war, noch einmahl aufräumen und sorgsam durchsuchen - allein es wurden bei dieser Nachforschung nur noch 5 weitere Münzen gefunden, sodass sich die ganze Summe auf 29 Taler belief. Dieses Geld wurde ungefähr in der Mitte des Teichs gehoben und es lässt sich nichts über die Art, wie diese hineingekommen waren, sagen. Wahrscheinlich war es so, dass es entweder bei einer großen Wasserflut dahin geraten, oder in Kriegszeiten dahin geworfen wurde, um es vor dem Feind in Sicherheit zu bringen.“
Weitere Erwähnung findet der Silberschatz nicht, doch wurden damals auch wirklich alle Münzen entdeckt und geborgen?
Ein weiterer Schatz fand sich zuvor, als Unico Manninga im 16. Jahrhundert den aus den Niederlanden flüchtigen Staatsmann Philipp Marnix im Schloss aufnahm. Den beiden reformiert Gläubigen widerfuhr eine unheimliche Begegnung in den dunklen Gewölbekellern des Schlosses. Sie wandelten in politischen Gesprächen vertieft durch die Gänge, als plötzlich eine Geisterhand aus der Wand fuhr und Marnix fest am Knöchel packte! Erschrocken über diese furchteinflößende Erscheinung, erforschten beide zu späterer Stunde die Stelle genauer und waren erstaunt, als sie dort in einer niedrigen Spalte einen Münzschatz fanden, mit dem der Schlossherr seinem Freund nun auch finanziell wieder auf die Beine helfen konnte. (TvL)




Was für eine spannende Geschichte tat sich da in den Gewölben und auf den Grünflächen von Schloss Lütetsburg auf! Und tatsächlich fand ich auch dort eine weitere Schatzkiste mit einem zu lösenden Rätsel:

MB - Vergraben von den Oldenburgern,
gefunden von den Glücksrittern.
Ein Wagen laut, gefolgt vom Gockel -
feurig führt der schwarze Mann.
Der brach das Schweigen und vom Sockel,
rutscht der Schatz - nicht heben kann.
Wo war's, wo höllisch Werk geschah,
wo „Mannen singen“ ist es wahr?

Macht mit und helft mir das vierte Rätsel zu lösen, damit wir gemeinsam Ostfrieslands verschollene Schätze finden können!

SO MACHST DU MIT

Wer online als Erster die Lösung auf der Schatzseite von ostfriesland.travel einreicht und wer im Schlosspark-Shop von Schloss Lütetsburg ab dem Tag dieser Veröffentlichung als Erster an der Schatzkiste laut die Lösung sagt, gewinnt! Die besten Chancen habt ihr heute bis 14:30h. In der Schatztruhe befindet sich ein Lösungshinweis, aber nicht nur das! Es gibt tolle Preise zu gewinnen - für eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland!

Mittwoch, 24. April 2019

Ostfrieslands verschollene Schätze | Die Suche beginnt ...





Zum Film | Zum Onlineprojekt | Im äußersten Nordwesten Deutschlands liegt das mystische Ostfriesland. Das Land der Häuptlinge, der Moore und rauen Winde. Die tosende Nordsee brachte über die Jahrhunderte viele Handelswaren und auch Schätze in die karge Gegend. Verschleierte Mythen um die verschollenen Reichtümer und auch der Glaube an Übernatürliches halten sich bis heute in den flachen Weiten des Landes. Ja, und wenn wir hier von Schätzen sprechen, dann sprechen wir zweifelsohne von Gold und Silber!

Was ist dran an den Geschichten der verschollenen Münzen und ist es wahr, dass der Teufel selbst über manche Fundorte wacht? Der Abenteurer Tim von Lindenau begibt sich auf Schatzsuche - auf den Spuren tapferer Glücksritter und dunkler Mythen. Er sucht Ostfrieslands verschollene Schätze! Und Ihr könnt mitsuchen, miträtseln und vor Ort Euer Glück machen, denn Euch erwarten dabei nicht nur spannende Abenteuer, sondern auch kleine und größere Gewinn-Schätze, die Euch eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland erleben lassen!

Sonntag, 21. April 2019

Das Abenteuer Erlischt | Dokumentarfilm







Ein Abenteuer nährt sich von Romantik und Entdeckerlust. Ohne die Schönheit des Alten geht die Inspiration für Erkundung verloren.

Zum Film | Es ist jetzt bald ein Jahr her, das ich das erste Mal das beschauliche Quakenbrück im zauberhaften Artland zwischen Cloppenburg und Osnabrück besuchte. Das kleine Städtchen zog mich sofort in seinen wohltuenden Bann - kaum 20 Minuten nach meiner ersten Ankunft.
Einst gab es hier wohl mal eine Burg, die leider keine wirklich sichtbaren Spuren hinterließ. Und doch ist der Geist des Mittelalters in den kleinen Straßen und Gassen allgegenwärtig.
Manch ein Gebäude, nach Jahrhunderte vergangener Handwerksmanier aus groben Steinen gebaut, lässt die älteste Geschichte der Stadt noch erahnen. Auch die St.-Sylvester-Kirche gehört zu jenen Bauwerken, umrahmt von liebevoll instandgehaltenen Fachwerkhäusern. Manch eines steht beinahe so da, wie zu Zeiten seiner Erbauung. Andere warten noch auf einen Liebhaber mit der passenden Geldbörse und dem rechten Sinn für das Historische.
Eben dieser Sinn für das Historische ist es, der im Mittelpunkt dieses Films steht. Dabei geht es aber nicht wirklich um Restaurierung oder Erhaltung, sondern viel mehr um das Altern und Vergehen. Dabei könnte dieser Film bald zu einem Requiem werden. Eine Dokumentation, die warnend aufschreit: „Das Abenteuer erlischt!“


Während das Abenteuer der Moderne darin besteht, sich mit überteuerten Outdoorartikeln bestückt in organisierte Touren und Sportevents einzuklinken, mit einem technisch völlig überentwickelten Fahrrad wie ein geölter Blitz durch die Landschaft zu schießen oder sich in Kletterparks selbst zu überwinden, so war das Abenteuer der vorindustriellen Zeit eher unprofessionell und bescheiden. Es war das unvorhersehbare Erlebnis der Entdecker.

Als Kinder streunten wir durch verwilderte Hintergärten, erkundeten zugewucherte Bachläufe und sahen hinter jedem alten Kellerfenster, von Laub und Spinnweben verhangen, gebannt ins Dunkel einer unbekannten Welt. Eine Welt, die wir wenige Jahre später unbedacht zerstörten.

Altes muss weg und Neues muss gerade und sauber sein. So hat es uns die Werbung seit Jahrzehnten gepredigt. Der Trümmerschock des Krieges und die Wirtschaftswunder der 60ger Jahre zeigten den Menschen auf, was gut und zukunftsweisend ist. Kesselflicker und Scherenschleifer starben aus und ihnen folgte schnellen Schrittes eine Wegwerfgesellschaft mit Chemoreiniger und glattwandigen Zukunftsvisionen. Und während ich diese Worte schreibe, unterstreicht mir mein Computer-Schreibprogramm das Wort „“Kesselflicker in blau und warnt mich vor einem veralteten Ausdruck. Was ist geschehen, das wir den Sinn für bewährte Erfahrungen, Tradition und Wertigkeit verloren haben?

Als Dieter Wieland vor 30 Jahren in seinen unzähligen Filmen vor der Verwahrlosung der Baukultur und der Zerstörung von Schönem und Bewährten warnte, gab es hierzulande noch vieles zu entdecken und zu erforschen. Doch er wurde zu selten erhört. Die bauliche Schönheit, das vergessene kunstvolle Handwerk, die alten Keller und historische Hinterhöfe sind verschwunden. Wir haben sie zerstört. Das Abenteuer erlischt.

Und die Auswirkungen sind verheerend. Mit dem Abenteuer erlischt auch der Entdeckergeist, das unvorhersehbare Erlebnis und viele wertvolle Erfahrungen. Nun, in einer sauberen und glatten Stadt suchen sich Kinder und Jugendliche die Seelennahrung für ihre Neugierde in digitalen Welten. Was man planierte, zur Seite schob, abriss und in Wald und Flur bereinigte wurde digital ersetzt. Das Abenteuer, nach dem wir uns so sehr sehnen, ist bald nur noch in Computerspielen und animierten Filmen zu finden. Wundern wir uns, dass ein Smartphone der beste Freund unserer Kinder geworden ist? Wo wir doch täglich alte Bäume fällen und durch stachelige Koniferen ersetzen?


Das erste Abenteuer erlebte ich im Garten meiner Kindheit. Wir hatten damals einen schönen alten Garten, hinter dessen Pforte nach hinten hinaus eine große Obstwiese an ein undurchdringliches Dickicht grenzte, in dessen Gestrüpp ein fast verfallener dunkler Schuppen für Respekt und Entdeckerlust sorgte. Nun mit der Kamera durch die Stadt streunend, fand ich nur wenige Ecken, die zumindest ein wenig so spannend wie der Garten meiner Kindheit waren.

Gärten machen Arbeit. Gärten machen Dreck. Und so baggert man aufwendig die über Jahrzehnte gereifte Erde ab, versiegelt sie mit einer Kunststoffplane und legt einen Steingarten an. Stein, ja - das ist unübersehbar. Aber Garten kann man das nicht mehr nennen.

Zu meiner Freude fand ich mehrere Straßen, die bis heute von der Moderne verschont blieben. Zugegeben ist dieses Beispiel eher das Resultat von Pflegelosigkeit, aber mir ist das lieber, als die Straße gleich um die Ecke, wo weder Halm noch Käfer einen Platz zum Leben finden. Es gibt noch Menschen, die ihre Häuser und Gärten leben lassen. Hier hat die Natur Mitspracherecht und die Chemokeule Hausverbot. Hier darf man leben, erleben und entdecken.
Manch ein Nachbar mag da schimpfen und zetern. Aber erinnern wir uns an das schöne Beispiel von Dieter Wieland, wie Kinder ein Haus malen: Mit Baum, Strauch, Blumen und Wiese bis an die die Hausmauer. Hier darf man träumen. Hier wartet das Abenteuer.

Es gibt auch Menschen, die das Alte und Schöne bewahren, die seinen Wert erkennen und sich auf eine Reise begeben, die sich auf ein Abenteuer einlassen. Das Abenteuer der Erforschung und Erhaltung.

Eigentlich hatte ich geplant, nach kleinen Abenteuern in der Stadt zu suchen. Nach verweisten Häuserschluchten, dunklen Kellerlöchern und von Spinnenweben versiegelten Türen. Zwar fand sich die ein oder andere Niesche, aber selbst im verträumten Quakenbrück sind die vom Saubermann übersehenen Ecken rar. Und ich schaute ganz bewusst nur von der Straße aus. Man muss schon aufs Land hinaus, um wirklich etwas zu entdecken. So wie im vergangenen Sommer, als wir mit freundlicher Genehmigung, einen alten Mostkeller im Artland erkunden konnten. Hier ist vor über einem halben Jahrhundert die Zeit stehen geblieben. Als der Betrieb eingestellt wurde, schloss man die Türen und überließ alles hinter ihnen der Zeit. Ein Paradies für Entdecker.

Eine Überraschung bot sich mir allerdings in Form eines alten Kaugummiautomaten. Da stand ein Relikt der Abenteuerpausen meiner Kindheit. Übersehen, verlassen und doch gefüllt. Jetzt beim Schneiden des Films, frage ich mich, warum ich nicht versuchte ein Geldstück hineinzuwerfen.

Dann gab es noch etwas zu entdecken. Der Gasthof „Zur Linde“ scheint schon länger geschlossen. Ein Blick durch das Fenster zeigt die Einrichtung der 70ger Jahre und mir wurde erzählt, das die Küche hier früher so etwas wie der bessere Ersatz von Fastfood war. Gegrillte Hähnchen mit Pommes. Nun wächst Moos auf den Laternen die einst den Eingang beleuchteten und die Farbe an Fenstern und Türen löst sich in rissigen Flocken vom Holz. Auf allem ruht Staub und Dreck und sofort ist sie da: die Entdeckerlust! Ich werde bei nächster Gelegenheit herausfinden wem das Haus gehört, um vielleicht einen Blick hinter die schöne historische Fassade werfen zu können.

Dann ist da noch ein Heckenpfad bei der alten Sylvester-Kirche. Längst zugewachsen, aber noch mit einem Tor versehen, konnte man damals vom anliegenden Wohnhaus in zweiter Reihe direkt zur Kirche gelangen.


Es ist gut das es wieder mehr Menschen gibt, die sich dem Alten widmen. Es retten und vielleicht sogar neu aufgreifen. Doch wo sind die schmalen Pfade, an dessen Wegende das Abenteuer wartet? Wo ist die Patina, die Geschichten von Jahrhunderten erzählt? Wo bleibt die Romantik, die uns inspiriert etwas zu erleben, raus zu gehen und dem Entdeckerinstinkt zu folgen? Was ist aus den Erfahrungen geworden, die von Generation zu Generation weitergereicht wurden und nun als Mythologie, Märchen oder Humbug abgetan werden? Wann begann der Mensch vom Träumer zum Realisten zu verkommen? War es die chemisch gereinigte Geradlinigkeit, die uns zu funktionalen Saubermännern werden ließ?

Natürlich kann man auch in der Moderne Abenteuer erleben und es macht mir sogar Spaß, in riesigen Parkhäusern durch die Etagen zu streifen. Aber hier ist nichts Lebendiges verborgen. Der Beton erzählt keine Geschichten. Gebaut wird mit künstlichem Baustoff - nicht mit entdeckbaren Naturmaterialien. Beton hat keine Jahresringe und Industrieputz ist tot und kalt - ganz im Gegenteil zum Lehmputz.

Es gibt praktische keinen Abenteuerfilm ohne alte unberührte Orte und Gebäude. Sind es Höhlen oder Pyramiden, Schlösser oder Burgen. Jedes Abenteuer braucht eine Bühne und einen Ort, der etwas wertvolles beherbergt.

Und nun frage ich Euch: „Was kann jeder Einzelne tun, um die Abenteuer nicht erlöschen zu lassen? Welche Möglichkeiten gibt es, das Alte und Schöne zu bewahren? Was braucht man vielleicht nicht zu streichen oder zu überputzen? Die Holzplanken eines dreihundertjährigen Fußbodens erzählen die abenteuerlichsten Geschichten, alte Hauswände bewahren jede Spur der Zeit. Mit echtem Leinöl lassen sich unzählige Oberflächen konservieren. Muss wirklich alles abgerissen werden das alt ist, oder kann man es auch mit einfachen günstigen Mitteln erhalten, um das Abenteuer nicht erlöschen zu lassen?“

Ohne die kunstvollen Werke der Alten verkümmert unser Sinn für das Schöne. Ein Abenteuer nährt sich von Romantik und Entdeckerlust. Ohne die Schönheit des Alten geht die Inspiration für Erkundung verloren.

Was können wir tun, um das Abenteuer zu bewahren?

Sonntag, 3. März 2019

3. Teil - Im Schacht unter dem Lütetsburger Torturm


https://youtu.be/ZTBvxTHY0QU 

Zum Film | Wenn man vor einem Haufen Erde steht, die man bereits umgeworfen hat, ohne etwas darin zu entdecken, geht man nicht von einem Fund aus. Aber es versteckt sich doch so einiges im Erdreich des Torturmschachtes von Schloss Lütetsburg!
Nach bester Archäologen-Manier siebten wir das komplette Erdreich durch und fanden darin allerlei Artefakte der vergangenen Jahrhunderte. Und sogar die ein oder andere „Sensation“ verbarg sich in der feuchten Erde ...

Sonntag, 17. Februar 2019

2. Teil – Im Schacht unter dem Lütetsburger Torturm

https://youtu.be/r_FNCXG8BCw


Zum Film | Endlich war es soweit, beim derzeit realisierbaren Projekt auf Schloss Lütetsburg wurde wieder die Schaufel in die Hand genommen. Im Uhrenschacht unter dem Eingangstor der Vorburg könnten jahrhunderte alte Schätze im Schutt verborgen liegen - da der enge und tiefe Schacht mehr aufnehmen als preisgeben kann. Und genau so war es auch: Der Schacht war so schmal, das ein ausgewachsener Mann unter Umständen nicht einmal dessen Grund erreicht. Doch wir ließen uns nicht beirren und räumten ihn bis auf die Grundsteine leer. Haben wir etwas entdeckt?

Sonntag, 2. Dezember 2018

Die gräflichen Mumien von Bargebur

https://photos.app.goo.gl/7AtcP94hUSSZZwJa9


Zum Film | Zur Fotogalerie | In der Kirche zu Bargebur in Norden / Ostfriesland, befindet sich die gräfliche Gruft der Knyphausens. Die Gruft ist bis heute unberührt und verbirgt eine Besonderheit, die nicht für jedermann betrachtenswert ist - denn die Särge sind leicht verfallen und stehen zu Teil offen.

Viele haben schon Filmaufnahmen und Fotos von Gruften und Särgen gesehen. Wenn die Kamera die mystische Atmosphäre einer Grabstätte zeigt, so fragt sich manch einer, wie es wohl im Innern der Särge aussieht - weil einen Einblick bekommt man so gut wie nie. Die Schönheit des Todes ist sicherlich umstritten - wichtig ist aber nur, mit welchem Respekt man den Verstorbenen begegnet und das man die Begegnung nicht erzwingt. Wenn sich hier in ruhiger Friedfertigkeit die Türen öffnen, so bin ich mir sicher, dass die Toten auch offen für diese Bilder sind. Betrachtet sie also mit Respekt und dieser Film schenkt Euch einen besonderen Einblick.
Ganz beachtlich finde, wie gut erhalten manch einer dieser Körper ist. Einer der Toten ist teilweise mumifiziert. Haut liegt über den Wangen und dem Kieferknochen und sogar das rechte Ohr ist größtenteils erhalten. Das wunderschöne Rüschenhemd aus Leinen ist kaum beschädigt und ziert die Gebeine mit würdevoller Schönheit ...

Sonntag, 21. Oktober 2018

Die Grafengruft der Evenburg

https://photos.app.goo.gl/6NPD7sj25oyAcFZZ7


Zum Video | Zur Fotogalerie | Fast 400 Jahre lang nutzten die Grafen von Wedel die Familiengruft unter der reformierten Kirche am Schloss Evenburg. Verborgen unter einer gewaltigen Klappe ruhen die adeligen Gebeine von mehreren Generationen - unweit von dem Wohnschloss, wo die Verstorbenen zuletzt lebten. Kirchenführer Günter Kambeck erzählt hier über die Geschichte der Gruft und ihrer Erbauer und öffnet die gerade frisch restaurierte Begräbnisstätte, die neuerdings bei öffentlichen Führungen zu bestaunen ist. Ein heilloses Chaos fand man hier vor. Vor der Restaurierung lagen die Särge quer übereinander und die Knochen der Toten waren derart verstreut, das man sie ohne Weiteres nicht mehr zuordnen konnte.
Manch ein Sarg war so verfallen, dass man nur noch verrottetes Holz und Beschläge fand. Um so erstaunlicher, was man mit der Rettung der Gruft und ihrer Bewohner zustande brachte.

Sonntag, 7. Oktober 2018

7,5. Teil - Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg - Die Geschichte

https://youtu.be/00vgVNjUKOA


Zum Video | English version | Da „Das Geheimnis von SchlossLütetsburg“ seit mehreren Monaten weltweit geschaut wird, habe ich mich an eine Übersetzung der Geschichte gemacht. Damit jeder versteht, was bisher bei diesem Abenteuer passiert ist ….

In der Vorburg des Lütetsburger Schlosses, der gräflichen Familie Knyphausen, wird nach Generationen ein Geheimnis gelüftet. Ein Zugang auf Niveau des Wassers im Burggraben, wurde in unbekannter Vergangenheit zugemauert und nie wieder geöffnet. Seit seiner Kindheit fragt sich Tido Graf zu Inn und Knyphausen, was sich hinter diesen Mauern verbirgt - und nun lud er mich ein, mit ihm diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen und den Eingang freizulegen …

Wie man auf einer alten Zeichnung im Eingang des Tores des Lütetsburger Schlosses erkennen kann, ist die legendäre zugemauerte Türe in der Vorburg seit über 250 Jahren verschlossen. Die dahinter befindlichen Räumlichkeiten stammen also aus frühester Zeit des Schlosses, das von 1557 bis 1576 erbaut wurde. Damals befand sich der offizielle Eingang der Hofanlage unmittelbar rechts oberhalb der zugemauerten Türe, welche sich knapp über dem Wasserspiegel des Burggrabens befindet.

Im ersten Teil bohrten wir zunächst ein Loch in die Mauer, um mit dem Endoskop einen Blick hinter das Gestein zu werfen. Was zum Vorschein kam, war Erde. Also fingen wir an die Ziegel zu entfernen, um zu schauen, ob der komplette Keller mit Erde verfüllt wurde.

Zunächst ist zu sagen, dass wir keine Aufzeichnungen von der Vorburg aus Zeiten des offenen Eingangs haben. Das Archiv des Schlosses ist groß, aber es weist wie jedes andere Lücken auf.
Auch zahlreiche Umbaumaßnahmen und Brände über die Jahrhunderte hinweg erschweren den Rückblick.


Nun war gewiss das die Räumlichkeiten bis unter die Decke mit Erdreich gefüllt waren. Aber nicht nur Erde kam zum Vorschein. Gleich am ersten Tag fanden wir zahlreiche Artefakte der Vergangenheit. Bauschutt und Müll aus vergangener Zeit - eine Fundgrube für die Archäologie. Graf Knyphausen beschloss: „Wir graben so weit wir können!“ Also öffneten wir den Eingang weiter und gruben uns voran. Die Spannung stieg mit jedem Fundstück – ja sogar große bauliche Sandsteinelemente kamen zu Vorschein. Die Grabung am Burggraben jedoch weiter über ein Boot fortzusetzen, konnte keine nachhaltige Lösung sein.

Mittlerweile sah ich mir die Mauer genau an. Hier wurden durch die Witterung verschiedene Materialien durch die Ziegel ausgespült. Ziegelsteine waschen mit der Zeit Kalk aus und werden außen weiß. Was mir allerdings auffiel, war, dass an markanten Stellen dunkle Erde durch den Stein sickerte und damit außen auf der Mauer bauliche Begebenheiten aus dem Innern zutage förderte. Die Wand der Vorburg zeigte auf den Ziegeln ihr Innerstes. Dies ließ sich anhand weiterer Informationen über die Bauabschnitte und noch existierender Mauern recht genau erahnen. Aber wird es sich auch belegen lassen? Jedenfalls schienen die Räume hinter dem Eingang riesig zu sein!

Nun wurde es Zeit Profis ins Boot zu holen. Mithilfe der hiesigen Archäologie sollte das Projekt möglichst professionell voranschreiten. All das brauchte allerdings Zeit zur Organisation. Das Wetter, die Terminkalender, Mitwirkende – nichts geht schnell bei so einem Unterfangen. Die Grabung wurde zur Geduldsprobe und sollte es auch bleiben.

Mittlerweile gingen wir auch an ein weiteres Geheimnis. Im Schlosspark unter dem Manningaberg gibt es einen seit den 50ger Jahren verschütteten Bunker. Würden wir den Eingang finden? Mit genauen Angaben von Zeitzeugen, Spaten, einem Metalldetektor und Sondierstäben machten wir uns ans Werk – allerdings ohne großen Erfolg, denn der Eingang liegt wohl tief unter der Erde. Wir brauchten ein Bodenradar, um das wir uns bis dato noch bemühen.

Dann stand der Winter ins Haus und stoppte die Grabungen an der Vorburg. Wir konnten das Boot nicht mehr nutzen und auch die Schwimmelemente, mit denen wir eine schwimmende Brücke bauen wollten, waren eingefroren. Es hieß wieder warten.

Monate vergingen, bis endlich eine stabile Brücke über den Burggraben führte und die Archäologie Zeit für unser Projekt fand. Nun, so dachten wir, steht der Grabung nichts mehr im Weg. Doch weit gefehlt.
Nach einer sehr erfolgreichen Grabung mit vielen teils sehr wertvollen Funden legten wir einen Großteil der Decke über dem Keller frei und mussten feststellen, was wir zuvor schon befürchteten: Die erste Etage der Vorburg scheint auf dem Erdreich im Keller zu ruhen. Ohne Statiker, der sich die Sache genau ansieht und uns Gewissheit verschafft, ging nichts mehr. Wir konnten nicht weiter graben, ohne Gefahr zu laufen, dass uns die darüber befindliche Etage auf den Kopf fällt.

Dies sind die letzten Informationen, während wir im Oktober 2018 noch darauf warten, was der Statiker zur Situation vor Ort sagt. Wir hoffen es geht bald weiter und wir hoffen, das es einen Weg gibt - ins unerschlossene Gewölbe der Lütetsburger Vorburg - möglicherweise so groß, dass der spätmittelalterliche Keller den gesamten Flügel einnimmt. Was wird uns erwarten?

Im nächsten Schritt wollen wir in der Etage über dem freigelegten Eingang eine Bohrung im Boden machen, um die Bausubstanz von beiden Seiten zu untersuchen. Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Grabung auch ohne Abstützung weiter verlaufen kann.

Sonntag, 15. Juli 2018

7. Teil - Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg



Zum Video | Es gab einiges zu tun und zu entdecken. Zunächst musste die Decke des Kellereingangs freigelegt werden, um dem Statiker einen ausreichenden Einblick für das weitere Vorgehen der Grabung zu ermöglichen. Im gleichen Zug stellten wir fest, das die vermeidliche Kellerdrainage doch eine andere Funktion hatte und das die losen Steine im Kerkerfenster leider keinen Kerker, sonder viel mehr weitere Erdmassen verbargen. Nun heißt es abwarten und hoffen, dass der Statiker der Grabung keinen Riegel vorschiebt, sondern eine einfache und bezahlbare Lösung parat hat, sodass uns die Decke nicht auf den Kopf fällt ...

Sonntag, 10. Juni 2018

6. Teil - Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg

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Zum Video | Zur Fotogalerie | Endlich! Nach ungefähr einem Jahr forschen, planen und „Geduld üben“ stießen wir Anfang Juni 2018 mit Unterstützung der Ostfriesischen Landschaft tiefer in den geheimnisvollen Gang der Vorburg vor. Zunächst gab es einiges zu lernen und vieles zu „schüppen“ - ganz nach archäologischer Manier und dann, ganz unverhofft, stießen wir auf die ersten großen Funde. Spannung machte sich breit und das sechsköpfige Team wurde vom Schatzgräbervirus infiziert ...

Sonntag, 3. Juni 2018

Das Templer Geheimnis und die Gruft der St. Augustinus Burgkapelle

https://photos.app.goo.gl/90SlGhpLeBcmeqlK2


Zum Video | Zur Fotogalerie | An einem Maifeiertag machte ich einen Ausflug zur schönen Burg Dinklage, wo ich in der 180 Jahre alten Kapelle auf eine Vielzahl von Templerkreuzen stieß. Doch bevor ich der Besonderheit, das Templerkreuze eine so junge Kapelle schmücken, näher auf die Spur kommen konnte, stolperte ich, im wahrsten Sinne des Wortes, über eine Gedenk- oder Grabplatte, die sich auffällig von den anderen Grabplatten des Gotteshauses unterschied.

Unter der Burgkapelle befindet sich eine Gruft. In ihr liegen die gräflichen Gebeine der Erbauerfamilie, die im Jahr 1873 von der Dinklager Pfarrkirche hierher umgezogen wurden. Die Gruft allerdings, nimmt nur die hälfte der Kapellengrundfläche ein. Kann es sein, das ein weiterer Zugang zum vorderen Bereich existiert – dort, wo die eingebrochene Grabplatte möglicherweise auf einen Hohlraum hinweist?

Die Dinklager Burgkapelle wurde im Jahr 1841 von Matthias Graf von Galen erbaut und ist dem heiligen Augustinus geweiht. Das im neugotischen Stil errichtete Gotteshaus hat einen prunkvoll ausgestatteten Altarbereich und der Raum ist von 12 Apostelleuchtern umrahmt, die merkwürdigerweise in Form und Farbe ganz unverkennbar mit Templerkreuzen geschmückt sind. In der Regel sind diese Weihe-Kreuze gänzlich anders gestaltet, sodass man sich hier fragen muss, warum die Gestaltung dieser Kreuze so auffällig außergewöhnlich ausfiel? 


Apostelleuchter stehen für die 12 Apostel, die „vor den Menschen schreiten“ und die Lehren des Evangeliums verbreiten: „So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Zur Zeit der Erbauung der Kapelle jedenfalls waren Geheimbünde stark im Trend. Vielleicht sind die Kreuze ja ein Hinweis auf ein verborgenes Geheimnis. Wenn dem tatsächlich so wäre, so findet sich die Auflösung allerdings nicht in öffentlichen Chroniken - denn die Templer pflegten bekanntlich eine strenge Geheimhaltung ...


Sonntag, 22. April 2018

5. Teil - Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg

https://youtu.be/G_fjkf4EG_0


Zum Film | Nach langer Zeit der Organisation (Zusatzinfo hier im Extra-Video) und des Wartens wegen unpassenden Wetterverhältnissen, trafen wir uns endlich mit dem nicht ganz vollständigen Grabungsteam, um eine Brücke mit Schwimmelementen vom Eingang des geheimnisvollen Kellers zum Ufer des Burggrabens zu positionieren. Die Arbeiten liefen reibungslos und nun heißt es bald „auf ins wahre Abenteuer“ – mit Schaufel, Eimer, Schubkarre und archäologischer Unterstützung!

Sonntag, 12. November 2017

1. Teil - Verschüttet im Lütetsburger Schlosspark

https://www.youtube.com/embed/HjVvODexRSI?list=PLBBGeJwUHm1qGTQUvl5jFCRPg-ZOvOYeg


Zum Video | Im Lütetsburger Schlosspark, der gräflichen Familie Knyphausen, birgt der Manningaberg ein Geheimnis im Innern seines Erdreichs. Einst wurde hier ein Schutzraum in die Tiefe gegraben, der im Falle eines Bombenangriffs Sicherheit bieten sollte. Wir begeben uns auf die Suche nach dem verschütteten Eingang des Bunkers. Doch niemand der heute noch lebt, hat ihn je betreten ...

Sonntag, 29. Oktober 2017

4. Teil - Die verbotenen Katakomben der Burg Rheinfels

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Zum Film | Zur Fotogalerie | Völlig abgekämpft verließen wir die Minenschächte der Burg Rheinfels. Die Klamotten bis auf die Haut durchgeschwitzt – durch die unkomfortable Gangart schon jetzt Krämpfe in den Oberschenkeln. Uns blieb nicht lange Zeit um Luf zu holen – denn was jetzt auf uns zukam, sollte auf dieser Tour nicht mehr zu toppen sein. Wer in so einem engen Durchlass in Panik gerät, der kommt da nicht ohne Weiteres wieder raus. Was für ein atemberaubendes Abenteuer!

Freitag, 27. Oktober 2017

3. Teil - Die verbotenen Katakomben der Burg Rheinfels

https://www.youtube.com/embed/oL5voZw8PqY?list=PLBBGeJwUHm1qGTQUvl5jFCRPg-ZOvOYeg


Zum Film | Zur Fotogalerie | Ich wusste nicht, dass es später noch viel enger werden würde, als ich das erste Mal in meinem Leben das Gefühl kennenlernte, wie ein Höhlenforscher durch einen Spalt zu kriechen - so eng, dass man gerade noch hindurchpasst. Aber das uns zwei Stunden später in den Minenschächten der Burg Rheinfels fast die Luf ausging, war auch kein prickelndes Gefühl. Meter für Meter, den wir uns durch die mittelalterlichen Katakomben kämpften, schien das Abenteuer immer größere Ausmaße anzunehmen …