Sonntag, 19. Mai 2019

1. Teil - Ostfrieslands verschollene Schätze | Der Birnbaum-Schatz im Rheiderland

https://www.ostfriesland.travel/abenteuer-in-ostfriesland#c6900

Zum Film | Zur Schatzsuche | Im Frühjahr 2019 bekam ich einen merkwürdigen Brief ohne Absender. „Finde Ostfrieslands verschollene Schätze“. In dem mit Initialen versehen Umschlag steckte ein kleiner Schlüsselbund und eine Karte mit einem Rätsel darin:

MC - Unter'm Birnbaum liegt der Schatz -
im Tontopf noch ein zweites Rätsel.
Welch Brücke gibt Ostfriesland Rat?
Von dessen Stadt, über die Ems ins Land.
Wie heißt der Ort im Namen Klang -
wo man einst die Münzen fand?
Ein Chor der Muttergottes sang.“

Das war Post ganz nach meinem Geschmack! Ich machte mich sogleich mit Stift und Zettel daran die Zeilen zu verstehen und nutzte das Internet, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dort stieß ich auf eine volkskundliche Geschichte, die mehr oder weniger glaubhaft schien, und ging der Spur des mysteriösen Briefes nach. War etwas dran an dem Schatz vom Rheiderland? Was würde ich dort finden und wie würde die Suche weiter gehen?


Hier hören statt lesen | Es trug sich zu, das ungefähr um 1780, ein von Kriegsgebaren und Wasserfluten gepeinigter Mann morgens aus einem sonderbaren Traum erwachte. „Heut will ich nach Emden gehen,“ sagte er zu seiner Frau, mit der er unweit von Marienchor in einer kleinen Lehmhütte wohnte. „Ich hatte einen merkwürdigen Traum, in dem mir mein Glück sicher sei, wenn ich mich nach Emden auf die Rathausbrücke begebe.“ Träume sind Schäume, dachte die Frau. „Es ist eine ganze Tagesreise nach Emden. Aber wer weiß, vielleicht findest du ja Arbeit. So geh und mach Dein Glück, wenn du es für richtig hältst.“
Es war ein bitterkalter Wintertag und ein langer beschwerlicher Weg, bis der Mann endlich auf der Rathausbrücke stand und nicht so recht wusste, worauf er dort wartete. So ging er auf und ab - Stunde um Stunde. Schon wollte ihn der Mut verlassen, als ihn am späten Abend ein Ratsherr ansprach, ob er hier auf jemanden warte. „Ja und nein“, sagte der Mann und erzählte dem Herrn von seinem Traum. „Träume sind Schäume“, sagte der Ratsherr, „aber ich hatte einmal einen ähnlichen Traum. Ich sollte über die Ems ins Rheiderland gehen und dem Weg so und so folgen, dann käme ich an einen Kreuzweg, wo vor einer Lehmhütte unter einem Birnbaum ein Schatz vergraben sei. Aber Träume sind Schäume sagte ich mir und dachte nicht weiter daran.“
Der Mann, die Wegbeschreibung im Geiste verfolgend, staunte ungläubig und sprach, „Mag sein mein Herr. So will ich auch wieder heimkehren. Guten Abend.“
Mit eilenden Schritten, ja beinahe schon laufend machte sich der Mann auf den Heimweg. Schweißtriefend trat er Stunden später in die Tür. Die Frau hatte für seine Ankunft über dem Feuer Wurzeln gekocht und begrüßte ihn. „Setz dich und wärm dich auf.“ „Nein, keine Zeit!“ Antwortete er und verschwand sogleich im Garten. Warum die Eile - was hatte er vor? Er wohnte an eben jenem Kreuzweg und der Birnbaum im Garten aus dem Traum des Ratsherren war der Seine! Schnell grub er die gefrorene Erde auf und unter dem erstaunten Blick seiner Frau, hob er aus der Erde einen Tontopf voller Geld.
Schon bald war ein neues Haus gebaut und dem Mann und seiner Frau mangelte es an nichts. Auf dem Schrank im Haus, da stand der gehobene Geldtopf, den eine geheimnisvolle Schrift zierte, die allerdings keiner zu lesen vermochte.
Es war Herbst geworden, als eine Kutsche an dem Kreuzweg Schaden erlitt. So kam es, dass ein Pfarrer Gast im Haus des Paares wurde, dessen Blick beim Wärmen seiner Füße am Feuer auf den Tontopf fiel. Der Pfarrer stutzte, denn er konnte die Schrift darauf entziffern: „Unter diesem Topf steht noch ein größerer Topf“. Der Mann und die Frau sahen sich staunend an. Aber sie ließen sich nichts anmerken. Als der Wagen wieder gerichtet und der Pfarrer fort war, hob der Mann mit seiner Frau einen weiteren noch größeren Schatz, mit dessen Hilfe sie in den folgenden französischen Zeiten viel Gutes tun konnten. (TvL)

In der Kirche von Marienchor fand ich eine kleine Schatztruhe, die sich mithilfe der Schlüssel in dem geheimnisvollen Brief öffnen ließ. In ihr befand sich ein weiteres Rätsel, das mich wohl zum nächsten Schatz meiner abenteuerlichen Reise führen würde:

HS - Vom Krieg vertrieben - heil'ge Kutten,
den Schatz vergraben unterm Baum.
Kein Heselbaum! Markiert mit Kreuze -
ein Ritter kam im Walde um.
Wie heißt der Ort zu Gottes Gunsten -
Verflucht von seiner langen Hand,
Bis heut' ward's Gold nicht mehr gefunden,
Leeraner hüte jedermann.

Macht mit und helft mir das zweite Rätsel zu lösen, damit wir gemeinsam Ostfrieslands verschollene Schätze finden können!

SO MACHST DU MIT

Wer online als Erster die Lösung auf der Schatzseite von ostfriesland.travel einreicht und wer im Ostfriesischen Landesmuseum Emden (Kostenloser Eintritt mit dem Stichwort: "Ostfrieslands verschollene Schätze") ab dem Tag dieser Veröffentlichung als Erster an der Schatzkiste laut die Lösung sagt, gewinnt! Die besten Chancen habt ihr heute bis 14:30h. In der Schatztruhe befindet sich ein Lösungshinweis, aber nicht nur das! Es gibt tolle Preise zu gewinnen - für eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland!

EINE WOCHE FREIER EINTRITT

im Emder Landesmuseum ab Veröffentlichung dieses Videos - mit dem Kennwort: „Ostfrieslands verschollene Schätze“ Webseite: landesmuseum-emden.de

Mittwoch, 24. April 2019

Ostfrieslands verschollene Schätze | Die Suche beginnt ...

https://youtu.be/4JoLX2Dv8l0

Zum Film | Zum Onlineprojekt | Im äußersten Nordwesten Deutschlands liegt das mystische Ostfriesland. Das Land der Häuptlinge, der Moore und rauen Winde. Die tosende Nordsee brachte über die Jahrhunderte viele Handelswaren und auch Schätze in die karge Gegend. Verschleierte Mythen um die verschollenen Reichtümer und auch der Glaube an Übernatürliches halten sich bis heute in den flachen Weiten des Landes. Ja, und wenn wir hier von Schätzen sprechen, dann sprechen wir zweifelsohne von Gold und Silber!

Was ist dran an den Geschichten der verschollenen Münzen und ist es wahr, dass der Teufel selbst über manche Fundorte wacht? Der Abenteurer Tim von Lindenau begibt sich auf Schatzsuche - auf den Spuren tapferer Glücksritter und dunkler Mythen. Er sucht Ostfrieslands verschollene Schätze! Und Ihr könnt mitsuchen, miträtseln und vor Ort Euer Glück machen, denn Euch erwarten dabei nicht nur spannende Abenteuer, sondern auch kleine und größere Gewinn-Schätze, die Euch eine unvergessliche Zeit in Ostfriesland erleben lassen!



Sonntag, 21. April 2019

Das Abenteuer Erlischt | Dokumentarfilm







Ein Abenteuer nährt sich von Romantik und Entdeckerlust. Ohne die Schönheit des Alten geht die Inspiration für Erkundung verloren.

Zum Film | Es ist jetzt bald ein Jahr her, das ich das erste Mal das beschauliche Quakenbrück im zauberhaften Artland zwischen Cloppenburg und Osnabrück besuchte. Das kleine Städtchen zog mich sofort in seinen wohltuenden Bann - kaum 20 Minuten nach meiner ersten Ankunft.
Einst gab es hier wohl mal eine Burg, die leider keine wirklich sichtbaren Spuren hinterließ. Und doch ist der Geist des Mittelalters in den kleinen Straßen und Gassen allgegenwärtig.
Manch ein Gebäude, nach Jahrhunderte vergangener Handwerksmanier aus groben Steinen gebaut, lässt die älteste Geschichte der Stadt noch erahnen. Auch die St.-Sylvester-Kirche gehört zu jenen Bauwerken, umrahmt von liebevoll instandgehaltenen Fachwerkhäusern. Manch eines steht beinahe so da, wie zu Zeiten seiner Erbauung. Andere warten noch auf einen Liebhaber mit der passenden Geldbörse und dem rechten Sinn für das Historische.
Eben dieser Sinn für das Historische ist es, der im Mittelpunkt dieses Films steht. Dabei geht es aber nicht wirklich um Restaurierung oder Erhaltung, sondern viel mehr um das Altern und Vergehen. Dabei könnte dieser Film bald zu einem Requiem werden. Eine Dokumentation, die warnend aufschreit: „Das Abenteuer erlischt!“


Während das Abenteuer der Moderne darin besteht, sich mit überteuerten Outdoorartikeln bestückt in organisierte Touren und Sportevents einzuklinken, mit einem technisch völlig überentwickelten Fahrrad wie ein geölter Blitz durch die Landschaft zu schießen oder sich in Kletterparks selbst zu überwinden, so war das Abenteuer der vorindustriellen Zeit eher unprofessionell und bescheiden. Es war das unvorhersehbare Erlebnis der Entdecker.

Als Kinder streunten wir durch verwilderte Hintergärten, erkundeten zugewucherte Bachläufe und sahen hinter jedem alten Kellerfenster, von Laub und Spinnweben verhangen, gebannt ins Dunkel einer unbekannten Welt. Eine Welt, die wir wenige Jahre später unbedacht zerstörten.

Altes muss weg und Neues muss gerade und sauber sein. So hat es uns die Werbung seit Jahrzehnten gepredigt. Der Trümmerschock des Krieges und die Wirtschaftswunder der 60ger Jahre zeigten den Menschen auf, was gut und zukunftsweisend ist. Kesselflicker und Scherenschleifer starben aus und ihnen folgte schnellen Schrittes eine Wegwerfgesellschaft mit Chemoreiniger und glattwandigen Zukunftsvisionen. Und während ich diese Worte schreibe, unterstreicht mir mein Computer-Schreibprogramm das Wort „“Kesselflicker in blau und warnt mich vor einem veralteten Ausdruck. Was ist geschehen, das wir den Sinn für bewährte Erfahrungen, Tradition und Wertigkeit verloren haben?

Als Dieter Wieland vor 30 Jahren in seinen unzähligen Filmen vor der Verwahrlosung der Baukultur und der Zerstörung von Schönem und Bewährten warnte, gab es hierzulande noch vieles zu entdecken und zu erforschen. Doch er wurde zu selten erhört. Die bauliche Schönheit, das vergessene kunstvolle Handwerk, die alten Keller und historische Hinterhöfe sind verschwunden. Wir haben sie zerstört. Das Abenteuer erlischt.

Und die Auswirkungen sind verheerend. Mit dem Abenteuer erlischt auch der Entdeckergeist, das unvorhersehbare Erlebnis und viele wertvolle Erfahrungen. Nun, in einer sauberen und glatten Stadt suchen sich Kinder und Jugendliche die Seelennahrung für ihre Neugierde in digitalen Welten. Was man planierte, zur Seite schob, abriss und in Wald und Flur bereinigte wurde digital ersetzt. Das Abenteuer, nach dem wir uns so sehr sehnen, ist bald nur noch in Computerspielen und animierten Filmen zu finden. Wundern wir uns, dass ein Smartphone der beste Freund unserer Kinder geworden ist? Wo wir doch täglich alte Bäume fällen und durch stachelige Koniferen ersetzen?


Das erste Abenteuer erlebte ich im Garten meiner Kindheit. Wir hatten damals einen schönen alten Garten, hinter dessen Pforte nach hinten hinaus eine große Obstwiese an ein undurchdringliches Dickicht grenzte, in dessen Gestrüpp ein fast verfallener dunkler Schuppen für Respekt und Entdeckerlust sorgte. Nun mit der Kamera durch die Stadt streunend, fand ich nur wenige Ecken, die zumindest ein wenig so spannend wie der Garten meiner Kindheit waren.

Gärten machen Arbeit. Gärten machen Dreck. Und so baggert man aufwendig die über Jahrzehnte gereifte Erde ab, versiegelt sie mit einer Kunststoffplane und legt einen Steingarten an. Stein, ja - das ist unübersehbar. Aber Garten kann man das nicht mehr nennen.

Zu meiner Freude fand ich mehrere Straßen, die bis heute von der Moderne verschont blieben. Zugegeben ist dieses Beispiel eher das Resultat von Pflegelosigkeit, aber mir ist das lieber, als die Straße gleich um die Ecke, wo weder Halm noch Käfer einen Platz zum Leben finden. Es gibt noch Menschen, die ihre Häuser und Gärten leben lassen. Hier hat die Natur Mitspracherecht und die Chemokeule Hausverbot. Hier darf man leben, erleben und entdecken.
Manch ein Nachbar mag da schimpfen und zetern. Aber erinnern wir uns an das schöne Beispiel von Dieter Wieland, wie Kinder ein Haus malen: Mit Baum, Strauch, Blumen und Wiese bis an die die Hausmauer. Hier darf man träumen. Hier wartet das Abenteuer.

Es gibt auch Menschen, die das Alte und Schöne bewahren, die seinen Wert erkennen und sich auf eine Reise begeben, die sich auf ein Abenteuer einlassen. Das Abenteuer der Erforschung und Erhaltung.

Eigentlich hatte ich geplant, nach kleinen Abenteuern in der Stadt zu suchen. Nach verweisten Häuserschluchten, dunklen Kellerlöchern und von Spinnenweben versiegelten Türen. Zwar fand sich die ein oder andere Niesche, aber selbst im verträumten Quakenbrück sind die vom Saubermann übersehenen Ecken rar. Und ich schaute ganz bewusst nur von der Straße aus. Man muss schon aufs Land hinaus, um wirklich etwas zu entdecken. So wie im vergangenen Sommer, als wir mit freundlicher Genehmigung, einen alten Mostkeller im Artland erkunden konnten. Hier ist vor über einem halben Jahrhundert die Zeit stehen geblieben. Als der Betrieb eingestellt wurde, schloss man die Türen und überließ alles hinter ihnen der Zeit. Ein Paradies für Entdecker.

Eine Überraschung bot sich mir allerdings in Form eines alten Kaugummiautomaten. Da stand ein Relikt der Abenteuerpausen meiner Kindheit. Übersehen, verlassen und doch gefüllt. Jetzt beim Schneiden des Films, frage ich mich, warum ich nicht versuchte ein Geldstück hineinzuwerfen.

Dann gab es noch etwas zu entdecken. Der Gasthof „Zur Linde“ scheint schon länger geschlossen. Ein Blick durch das Fenster zeigt die Einrichtung der 70ger Jahre und mir wurde erzählt, das die Küche hier früher so etwas wie der bessere Ersatz von Fastfood war. Gegrillte Hähnchen mit Pommes. Nun wächst Moos auf den Laternen die einst den Eingang beleuchteten und die Farbe an Fenstern und Türen löst sich in rissigen Flocken vom Holz. Auf allem ruht Staub und Dreck und sofort ist sie da: die Entdeckerlust! Ich werde bei nächster Gelegenheit herausfinden wem das Haus gehört, um vielleicht einen Blick hinter die schöne historische Fassade werfen zu können.

Dann ist da noch ein Heckenpfad bei der alten Sylvester-Kirche. Längst zugewachsen, aber noch mit einem Tor versehen, konnte man damals vom anliegenden Wohnhaus in zweiter Reihe direkt zur Kirche gelangen.


Es ist gut das es wieder mehr Menschen gibt, die sich dem Alten widmen. Es retten und vielleicht sogar neu aufgreifen. Doch wo sind die schmalen Pfade, an dessen Wegende das Abenteuer wartet? Wo ist die Patina, die Geschichten von Jahrhunderten erzählt? Wo bleibt die Romantik, die uns inspiriert etwas zu erleben, raus zu gehen und dem Entdeckerinstinkt zu folgen? Was ist aus den Erfahrungen geworden, die von Generation zu Generation weitergereicht wurden und nun als Mythologie, Märchen oder Humbug abgetan werden? Wann begann der Mensch vom Träumer zum Realisten zu verkommen? War es die chemisch gereinigte Geradlinigkeit, die uns zu funktionalen Saubermännern werden ließ?

Natürlich kann man auch in der Moderne Abenteuer erleben und es macht mir sogar Spaß, in riesigen Parkhäusern durch die Etagen zu streifen. Aber hier ist nichts Lebendiges verborgen. Der Beton erzählt keine Geschichten. Gebaut wird mit künstlichem Baustoff - nicht mit entdeckbaren Naturmaterialien. Beton hat keine Jahresringe und Industrieputz ist tot und kalt - ganz im Gegenteil zum Lehmputz.

Es gibt praktische keinen Abenteuerfilm ohne alte unberührte Orte und Gebäude. Sind es Höhlen oder Pyramiden, Schlösser oder Burgen. Jedes Abenteuer braucht eine Bühne und einen Ort, der etwas wertvolles beherbergt.

Und nun frage ich Euch: „Was kann jeder Einzelne tun, um die Abenteuer nicht erlöschen zu lassen? Welche Möglichkeiten gibt es, das Alte und Schöne zu bewahren? Was braucht man vielleicht nicht zu streichen oder zu überputzen? Die Holzplanken eines dreihundertjährigen Fußbodens erzählen die abenteuerlichsten Geschichten, alte Hauswände bewahren jede Spur der Zeit. Mit echtem Leinöl lassen sich unzählige Oberflächen konservieren. Muss wirklich alles abgerissen werden das alt ist, oder kann man es auch mit einfachen günstigen Mitteln erhalten, um das Abenteuer nicht erlöschen zu lassen?“

Ohne die kunstvollen Werke der Alten verkümmert unser Sinn für das Schöne. Ein Abenteuer nährt sich von Romantik und Entdeckerlust. Ohne die Schönheit des Alten geht die Inspiration für Erkundung verloren.

Was können wir tun, um das Abenteuer zu bewahren?

Sonntag, 3. März 2019

3. Teil - Im Schacht unter dem Lütetsburger Torturm


https://youtu.be/ZTBvxTHY0QU 

Zum Film | Wenn man vor einem Haufen Erde steht, die man bereits umgeworfen hat, ohne etwas darin zu entdecken, geht man nicht von einem Fund aus. Aber es versteckt sich doch so einiges im Erdreich des Torturmschachtes von Schloss Lütetsburg!
Nach bester Archäologen-Manier siebten wir das komplette Erdreich durch und fanden darin allerlei Artefakte der vergangenen Jahrhunderte. Und sogar die ein oder andere „Sensation“ verbarg sich in der feuchten Erde ...

Sonntag, 17. Februar 2019

2. Teil – Im Schacht unter dem Lütetsburger Torturm

https://youtu.be/r_FNCXG8BCw


Zum Film | Endlich war es soweit, beim derzeit realisierbaren Projekt auf Schloss Lütetsburg wurde wieder die Schaufel in die Hand genommen. Im Uhrenschacht unter dem Eingangstor der Vorburg könnten jahrhunderte alte Schätze im Schutt verborgen liegen - da der enge und tiefe Schacht mehr aufnehmen als preisgeben kann. Und genau so war es auch: Der Schacht war so schmal, das ein ausgewachsener Mann unter Umständen nicht einmal dessen Grund erreicht. Doch wir ließen uns nicht beirren und räumten ihn bis auf die Grundsteine leer. Haben wir etwas entdeckt?

Sonntag, 20. Januar 2019

Das Grausen im verborgenen Warnfried-Turm

https://photos.app.goo.gl/GyuXYQm3kroJxu519

Zum Film | Zur Fotogalerie | Viele kennen den Marienhafener „Störtebecker-Turm“, der als eines der ostfriesischen Wahrzeichen touristisch zu besichtigen ist. Weniger bekannt, aber noch viel spannender, ist der verborgene Warnfried-Turm in Osteel, der als Teil einer baugleichen Kirche nur zwei Kilometer entfernt neben seinem Schwestern-Turm steht.

Das früh mittelalterliche Bauwerk beeindruckt. Eines der vielen Rätsel des Turms ist das offene Gewölbe in schwindelerregender Höhe der zweiten Etage. Wie ein Schlund zieht es den Blick in die Tiefe des Turms, nachdem man den bedrückenden Aufstieg über einen außerordentlich langen Treppenschacht hinter sich gebracht hat. Eng, verwinkelt und düster ist der Aufstieg. Warum ist das Gewölbe offen und warum ist es nierenförmig, statt rund? Vielleicht diente die Öffnung der Schallübertragung der Glocken nach unten? Auch der Eingangsbereich, im Gegensatz zum Turm für jeden zugänglich, ist ungewöhnlich. Der in sich geschlossene Gewölberaum ist völlig untypisch für eine Kirche.

Grausige Legenden ragen sich um das Bauwerk, das bereits bei Baubeginn im 13. Jahrhundert vom Teufel selbst verhindert werden sollte. Auch im Turm sollen die Höllengeister ihr Unwesen getrieben, so die Legenden. Was dort genau passierte und welche Spuren es möglicherweise noch zu entdecken gibt, versuchte ich auf meiner abenteuerlichen Erkundung herauszufinden - an diesem fast unberührten Schauplatz ostfriesischer Geschichte.


Sonntag, 9. Dezember 2018

Das Geheimnis der Dolmen | Wer waren die Erbauer der Megalithkultur?



Zum Film | Im nordischen Raum längst vergessener Germanenstämme liegen gewaltige Steine verstreut. Lang vor den heidnischen Völkern sollen unsere Vorfahren niedrige Steinhäuser (mit Geschick und nicht erklärbaren Kräften) in die schroffe Landschaft gesetzt haben, ohne dass es bis heute eine belegbare Erklärung für sie gibt. Riesen sollen sie gewesen sein, die ihres Gleichen unter den Steinen begruben. Doch man fand keine Knochen. Kein Skelett. Keine Belege für ein Grab. Und doch nennt man sie Hünen- oder Großsteingräber.

Sie sind das Stonehenge Deutschlands. Eines der großen Rätsel mitteleuropäischer Frühgeschichte, die verzweifelte Forscher zu unbedachten Aussagen treiben - sie seien „Grenzsteine oder rituelle Bauten“. Immer dann, wenn ein Archäologe nicht weiter weiß, wird ihm unwiderlegbar klar: „Es handelt sich um ein Monument für göttliche Rituale.“

Die meisten Anlagen sollen zwischen 3500 und 2800 v. Chr. entstanden sein - in einem wahren Bauwahn, so vermuten Wissenschaftler. 900 solcher Anlagen sind heute noch in Deutschland bekannt und doch soll es nur noch ein Bruchteil dessen sein, was damals erbaut wurde. Viele Anlagen wurden später zu Kirchen und weitere fielen dem Industriezeitalter zum Opfer. Statt es zu erforschen und zu bewahren, verfremdete und zerstörte man eines der größten Rätsel der Jungsteinzeit.


Hier an der Straße der Megalithkultur, die sich 330 Kilometer durch das westliche Niedersachsen windet, finden sich allein zwischen Osnabrück und Oldenburg 70 solcher Dolmen oder auch Langgräber genannt. Diese Großdolmen stehen möglicherweise in direkter Verbindung zum englischen Stonehenge, von dem aktuell bekannt wurde, das die Anlage ursprünglich um ein Vielfaches größer war als gedacht. Die bekannte Ringanlage sticht wie ein Kirchturm aus einer Stadt, die verborgen unter meterdicken Erdmassen liegt.

Die Datierung solcher Anlagen scheint der Wissenschaft schwer zu fallen, da sich mehr und mehr herausstellt, dass man bei der zeitlichen Einschätzung solch früher Bauwerke völlig falsch lag. Sie sollen Tausende Jahre älter sein und zeigen oft Fertigungsspuren, die als „unmöglich“ eingestuft und dann möglichst schnell verdrängt werden.

Wenn die Hünengräber, wie sie im Volksmund genannt werden, der Überlieferung nach von Riesen erbaut wurden, diese sie aber nicht als Grabstätten nutzten, welchen Zweck erfüllten sie dann, wenn kein ausgewachsener Mensch unter den niedrigen Steindächern verweilen könnte? Welche Volksgruppe wurde damals als „Riesen“ bezeichnet und was hinterließen sie uns sonst noch? Fragen über Fragen, die mir beim Anblick dieser Steine keine Ruhe lassen. Wer waren die Erbauer der Megalithkultur und wann lebten sie wirklich? Welchen Zweck erfüllten Ihre gewaltigen Hinterlassenschaften, die wie die Pyramiden spielend Jahrtausende Überdauern?

Was ist das Geheimnis der Dolmen?