Sonntag, 9. Dezember 2018

Das Geheimnis der Dolmen | Wer waren die Erbauer der Megalithkultur?



Zum Film | Im nordischen Raum längst vergessener Germanenstämme liegen gewaltige Steine verstreut. Lang vor den heidnischen Völkern sollen unsere Vorfahren niedrige Steinhäuser (mit Geschick und nicht erklärbaren Kräften) in die schroffe Landschaft gesetzt haben, ohne dass es bis heute eine belegbare Erklärung für sie gibt. Riesen sollen sie gewesen sein, die ihres Gleichen unter den Steinen begruben. Doch man fand keine Knochen. Kein Skelett. Keine Belege für ein Grab. Und doch nennt man sie Hünen- oder Großsteingräber.

Sie sind das Stonehenge Deutschlands. Eines der großen Rätsel mitteleuropäischer Frühgeschichte, die verzweifelte Forscher zu unbedachten Aussagen treiben - sie seien „Grenzsteine oder rituelle Bauten“. Immer dann, wenn ein Archäologe nicht weiter weiß, wird ihm unwiderlegbar klar: „Es handelt sich um ein Monument für göttliche Rituale.“

Die meisten Anlagen sollen zwischen 3500 und 2800 v. Chr. entstanden sein - in einem wahren Bauwahn, so vermuten Wissenschaftler. 900 solcher Anlagen sind heute noch in Deutschland bekannt und doch soll es nur noch ein Bruchteil dessen sein, was damals erbaut wurde. Viele Anlagen wurden später zu Kirchen und weitere fielen dem Industriezeitalter zum Opfer. Statt es zu erforschen und zu bewahren, verfremdete und zerstörte man eines der größten Rätsel der Jungsteinzeit.


Hier an der Straße der Megalithkultur, die sich 330 Kilometer durch das westliche Niedersachsen windet, finden sich allein zwischen Osnabrück und Oldenburg 70 solcher Dolmen oder auch Langgräber genannt. Diese Großdolmen stehen möglicherweise in direkter Verbindung zum englischen Stonehenge, von dem aktuell bekannt wurde, das die Anlage ursprünglich um ein Vielfaches größer war als gedacht. Die bekannte Ringanlage sticht wie ein Kirchturm aus einer Stadt, die verborgen unter meterdicken Erdmassen liegt.

Die Datierung solcher Anlagen scheint der Wissenschaft schwer zu fallen, da sich mehr und mehr herausstellt, dass man bei der zeitlichen Einschätzung solch früher Bauwerke völlig falsch lag. Sie sollen Tausende Jahre älter sein und zeigen oft Fertigungsspuren, die als „unmöglich“ eingestuft und dann möglichst schnell verdrängt werden.

Wenn die Hünengräber, wie sie im Volksmund genannt werden, der Überlieferung nach von Riesen erbaut wurden, diese sie aber nicht als Grabstätten nutzten, welchen Zweck erfüllten sie dann, wenn kein ausgewachsener Mensch unter den niedrigen Steindächern verweilen könnte? Welche Volksgruppe wurde damals als „Riesen“ bezeichnet und was hinterließen sie uns sonst noch? Fragen über Fragen, die mir beim Anblick dieser Steine keine Ruhe lassen. Wer waren die Erbauer der Megalithkultur und wann lebten sie wirklich? Welchen Zweck erfüllten Ihre gewaltigen Hinterlassenschaften, die wie die Pyramiden spielend Jahrtausende Überdauern?

Was ist das Geheimnis der Dolmen?

Sonntag, 2. Dezember 2018

Die gräflichen Mumien von Bargebur

https://photos.app.goo.gl/7AtcP94hUSSZZwJa9


Zum Film | Zur Fotogalerie | In der Kirche zu Bargebur in Norden / Ostfriesland, befindet sich die gräfliche Gruft der Knyphausens. Die Gruft ist bis heute unberührt und verbirgt eine Besonderheit, die nicht für jedermann betrachtenswert ist - denn die Särge sind leicht verfallen und stehen zu Teil offen.

Viele haben schon Filmaufnahmen und Fotos von Gruften und Särgen gesehen. Wenn die Kamera die mystische Atmosphäre einer Grabstätte zeigt, so fragt sich manch einer, wie es wohl im Innern der Särge aussieht - weil einen Einblick bekommt man so gut wie nie. Die Schönheit des Todes ist sicherlich umstritten - wichtig ist aber nur, mit welchem Respekt man den Verstorbenen begegnet und das man die Begegnung nicht erzwingt. Wenn sich hier in ruhiger Friedfertigkeit die Türen öffnen, so bin ich mir sicher, dass die Toten auch offen für diese Bilder sind. Betrachtet sie also mit Respekt und dieser Film schenkt Euch einen besonderen Einblick.
Ganz beachtlich finde, wie gut erhalten manch einer dieser Körper ist. Einer der Toten ist teilweise mumifiziert. Haut liegt über den Wangen und dem Kieferknochen und sogar das rechte Ohr ist größtenteils erhalten. Das wunderschöne Rüschenhemd aus Leinen ist kaum beschädigt und ziert die Gebeine mit würdevoller Schönheit ...

Sonntag, 18. November 2018

Dem NiIbelungen-Schatz auf der Spur

 

Zum Film | In der Edda wird beschrieben, dass der Drache Fafnir in einer Höhle der Gnitaheide haust. Forscher haben sich dazu Gedanken gemacht und kamen zu dem möglichen Schluss, dass nur die Knetterheide gemeint sein könnte, sollte es den Ort tatsächlich gegeben haben. Aber warum suchte dann dort noch nie jemand nach der Drachenhöhle? Ach ja - natürlich. Drachen gibt es ja nicht. Also fand ich heraus, dass hier nur die Höhlen im Süntelgebirge infrage kämen, und machte mich auf den Weg dorthin.



Seit über 10 Jahren interessiere ich mich nun schon für die Sage um den Schatz der Nibelungen. Die Geschichte des verfluchten Goldes, das dem Zwergenvolk der Nibelungen vom Gott Loki gestohlen wurde, um seine Kameraden, die durch seine Unachtsamkeit in die Gefangenschaft von Riesen gerieten, freizukaufen. So gelangte der Schatz in die Obhut des Riesen Fafnir, nachdem er seinen Vater des Goldes wegen erschlug und sich in einen Drachen verwandelte, um mit dem Schatz in einer Höhle in der Nähe der Gnitaheide auszuharren. Bis ihn der junge Recke Siegfried dort aufspürte, tötete und um das Nibelungengold brachte.

Die populäre Nibelungensaga jedoch ist unvollständig - glaubt man zumindest den Spuren, die seine Verfasser hinterließen. Denn auch wenn sich viele Forscher mit absoluter Überzeugung wünschen, dass die „Oberreidt-Fassung“ oder der „Codex 857“ die einzig ernstzunehmenden Quellen seien, so gibt es viel zu viele Anhaltspunkte, das die nordischen Verfasser hingegen sich viel eher an die geschichtliche Überlieferung hielten. Dieser mögliche Umstand wird auch von einem isländischen Runenstein untermauert, der wahrscheinlich wesentlich älter als die anerkannten mittelalterlichen Schriften ist.

Nimmt man die Edda also als ursprüngliche und vollständige Dichtung des Epos wahr, so stößt man unweigerlich auf wichtige Indizien, die von der modernen Forschung übersehen oder verschmäht werden. Der unbedingte Wunsch nach einer „deutschen Urquelle“ steht der Entdeckung des Schatzes also möglicherweise im Weg.

Aber das war bei Weitem noch nicht alles.

Um die vermeidlichen „Tatsachen“ der Geschichte zu prüfen, etwa ob es das Nibelungengold überhaupt gab oder noch gibt, müssen wir uns auf dessen Ursprung besinnen. Woher kam das Gold und wer brachte es ins Spiel? Beide Fragen sind schnell geklärt, aber der Umstand, dass das Gold von Zwergen stammt und das ein Drache es auf unbestimmte Zeit bewachte, veranlasst die Forschung diesen Teil der Geschichte als Humbug abzutun und ihn nicht zu beachten. Dabei wissen wir doch, dass es „Zwerge“ tatsächlich gab und noch gibt. Tatsächlich? Ja - allein in Deutschland leben heute 100.000 „Zwerge“ - bekannt als „kleinwüchsige Menschen“.

In den Archiven der Stadt Venedig fand man Dokumente, die belegen, dass die heute bekannten „kleinwüchsigen Menschen“ damals in Gruppen, vielleicht sogar als eigenständiges Volk, in den Bergen nach Gold und Edelsteinen schürften. Dies ist ein zeitgenössischer Beleg für die mögliche Existenz der Nibelungen, wie sie in der Edda beschrieben werden.

Und wie steht es mit den Drachen? Nun anscheinend ist man seit Jahrhunderten keinen Drachen mehr begegnet und möglicherweise fand man nie ihre Gebeine oder man hat sie anders klassifiziert. Fakt ist aber, dass der Drache in fast allen Kulturen der Welt seit Urzeiten so detailliert in seiner Biologie und Charakteristik beschrieben wird, dass man sich unweigerlich fragen muss, wie all diese Völker, die von seiner Existenz absolut überzeugt waren, auf ein und dasselbe Lebewesen kamen, ohne in direktem Kontakt miteinander zu stehen. Hat es einmal Drachen gegeben?

Wie dem auch sei. Ich denke, um wirklich wissenschaftlich auf die Suche nach dem Gold der Nibelungen zu gehen, muss man sich, frei von Glauben oder Unglauben, zunächst an die überlieferten Inhalte der Erzählung halten. Egal ob man an Drachen, Zwerge oder Tarnkappen glaubt - machen wir uns frei von eingefahrenen Vorstellungen und begeben wir uns neugierig und ohne Scham auf eine abenteuerliche Reise. Zunächst nur, um zu schauen, was dabei herumkommt, wenn man den Worten der Edda Glauben schenkt. Schließlich hat man auch den Turm zu Babel und wahrscheinlich sogar die Arche Noa gefunden.

Dieser Film ist die Eröffnung einer mehrteiligen Reihe auf der Suche nach dem Nibelungengold. Doch wer nun glaubt ich stürze mich gleich in die Untiefen des Rheins um das Gold zu heben, dem muss ich zunächst den Wind aus den Segeln nehmen. Zumindest für die kommenden Monate, bis wir die Geschichte genau überprüft und durchleuchtet haben. Denn bevor ich überhaupt an den Schatz und seinen möglichen Standort glaube, prüfe ich genau, was man bisher zu wissen glaubte. Und das wird in meinen Augen genau so spannend, wie möglicherweise eines Tages einen Schatz zu heben. Doch selbst wenn ich den Schatz fände, so wäre da noch immer der Fluch Andwaris, dem tatsächlichen Herrn über das Gold, dem König der Nibelungen, der dem gestohlenen Schatz hinterher rief:

Zum Verderben nahmst du mir den Schatz, zum Verderben den Ring, und wer je ihn besitzt, der soll darum erschlagen werden! Niemand soll Freude haben an dem Gold, bis an den Tag, da alles wieder mein ist.“

Machen wir uns also zunächst auf die Suche nach dem Drachen Fafnir. Erleben wir ein Abenteuer, das seinem Namen alle Ehre macht ...

Sonntag, 21. Oktober 2018

Die Grafengruft der Evenburg

https://photos.app.goo.gl/6NPD7sj25oyAcFZZ7


Zum Video | Zur Fotogalerie | Fast 400 Jahre lang nutzten die Grafen von Wedel die Familiengruft unter der reformierten Kirche am Schloss Evenburg. Verborgen unter einer gewaltigen Klappe ruhen die adeligen Gebeine von mehreren Generationen - unweit von dem Wohnschloss, wo die Verstorbenen zuletzt lebten. Kirchenführer Günter Kambeck erzählt hier über die Geschichte der Gruft und ihrer Erbauer und öffnet die gerade frisch restaurierte Begräbnisstätte, die neuerdings bei öffentlichen Führungen zu bestaunen ist. Ein heilloses Chaos fand man hier vor. Vor der Restaurierung lagen die Särge quer übereinander und die Knochen der Toten waren derart verstreut, das man sie ohne Weiteres nicht mehr zuordnen konnte.
Manch ein Sarg war so verfallen, dass man nur noch verrottetes Holz und Beschläge fand. Um so erstaunlicher, was man mit der Rettung der Gruft und ihrer Bewohner zustande brachte.

Sonntag, 7. Oktober 2018

7,5. Teil - Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg - Die Geschichte

https://youtu.be/00vgVNjUKOA


Zum Video | English version | Da „Das Geheimnis von SchlossLütetsburg“ seit mehreren Monaten weltweit geschaut wird, habe ich mich an eine Übersetzung der Geschichte gemacht. Damit jeder versteht, was bisher bei diesem Abenteuer passiert ist ….

In der Vorburg des Lütetsburger Schlosses, der gräflichen Familie Knyphausen, wird nach Generationen ein Geheimnis gelüftet. Ein Zugang auf Niveau des Wassers im Burggraben, wurde in unbekannter Vergangenheit zugemauert und nie wieder geöffnet. Seit seiner Kindheit fragt sich Tido Graf zu Inn und Knyphausen, was sich hinter diesen Mauern verbirgt - und nun lud er mich ein, mit ihm diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen und den Eingang freizulegen …

Wie man auf einer alten Zeichnung im Eingang des Tores des Lütetsburger Schlosses erkennen kann, ist die legendäre zugemauerte Türe in der Vorburg seit über 250 Jahren verschlossen. Die dahinter befindlichen Räumlichkeiten stammen also aus frühester Zeit des Schlosses, das von 1557 bis 1576 erbaut wurde. Damals befand sich der offizielle Eingang der Hofanlage unmittelbar rechts oberhalb der zugemauerten Türe, welche sich knapp über dem Wasserspiegel des Burggrabens befindet.

Im ersten Teil bohrten wir zunächst ein Loch in die Mauer, um mit dem Endoskop einen Blick hinter das Gestein zu werfen. Was zum Vorschein kam, war Erde. Also fingen wir an die Ziegel zu entfernen, um zu schauen, ob der komplette Keller mit Erde verfüllt wurde.

Zunächst ist zu sagen, dass wir keine Aufzeichnungen von der Vorburg aus Zeiten des offenen Eingangs haben. Das Archiv des Schlosses ist groß, aber es weist wie jedes andere Lücken auf.
Auch zahlreiche Umbaumaßnahmen und Brände über die Jahrhunderte hinweg erschweren den Rückblick.


Nun war gewiss das die Räumlichkeiten bis unter die Decke mit Erdreich gefüllt waren. Aber nicht nur Erde kam zum Vorschein. Gleich am ersten Tag fanden wir zahlreiche Artefakte der Vergangenheit. Bauschutt und Müll aus vergangener Zeit - eine Fundgrube für die Archäologie. Graf Knyphausen beschloss: „Wir graben so weit wir können!“ Also öffneten wir den Eingang weiter und gruben uns voran. Die Spannung stieg mit jedem Fundstück – ja sogar große bauliche Sandsteinelemente kamen zu Vorschein. Die Grabung am Burggraben jedoch weiter über ein Boot fortzusetzen, konnte keine nachhaltige Lösung sein.

Mittlerweile sah ich mir die Mauer genau an. Hier wurden durch die Witterung verschiedene Materialien durch die Ziegel ausgespült. Ziegelsteine waschen mit der Zeit Kalk aus und werden außen weiß. Was mir allerdings auffiel, war, dass an markanten Stellen dunkle Erde durch den Stein sickerte und damit außen auf der Mauer bauliche Begebenheiten aus dem Innern zutage förderte. Die Wand der Vorburg zeigte auf den Ziegeln ihr Innerstes. Dies ließ sich anhand weiterer Informationen über die Bauabschnitte und noch existierender Mauern recht genau erahnen. Aber wird es sich auch belegen lassen? Jedenfalls schienen die Räume hinter dem Eingang riesig zu sein!

Nun wurde es Zeit Profis ins Boot zu holen. Mithilfe der hiesigen Archäologie sollte das Projekt möglichst professionell voranschreiten. All das brauchte allerdings Zeit zur Organisation. Das Wetter, die Terminkalender, Mitwirkende – nichts geht schnell bei so einem Unterfangen. Die Grabung wurde zur Geduldsprobe und sollte es auch bleiben.

Mittlerweile gingen wir auch an ein weiteres Geheimnis. Im Schlosspark unter dem Manningaberg gibt es einen seit den 50ger Jahren verschütteten Bunker. Würden wir den Eingang finden? Mit genauen Angaben von Zeitzeugen, Spaten, einem Metalldetektor und Sondierstäben machten wir uns ans Werk – allerdings ohne großen Erfolg, denn der Eingang liegt wohl tief unter der Erde. Wir brauchten ein Bodenradar, um das wir uns bis dato noch bemühen.

Dann stand der Winter ins Haus und stoppte die Grabungen an der Vorburg. Wir konnten das Boot nicht mehr nutzen und auch die Schwimmelemente, mit denen wir eine schwimmende Brücke bauen wollten, waren eingefroren. Es hieß wieder warten.

Monate vergingen, bis endlich eine stabile Brücke über den Burggraben führte und die Archäologie Zeit für unser Projekt fand. Nun, so dachten wir, steht der Grabung nichts mehr im Weg. Doch weit gefehlt.
Nach einer sehr erfolgreichen Grabung mit vielen teils sehr wertvollen Funden legten wir einen Großteil der Decke über dem Keller frei und mussten feststellen, was wir zuvor schon befürchteten: Die erste Etage der Vorburg scheint auf dem Erdreich im Keller zu ruhen. Ohne Statiker, der sich die Sache genau ansieht und uns Gewissheit verschafft, ging nichts mehr. Wir konnten nicht weiter graben, ohne Gefahr zu laufen, dass uns die darüber befindliche Etage auf den Kopf fällt.

Dies sind die letzten Informationen, während wir im Oktober 2018 noch darauf warten, was der Statiker zur Situation vor Ort sagt. Wir hoffen es geht bald weiter und wir hoffen, das es einen Weg gibt - ins unerschlossene Gewölbe der Lütetsburger Vorburg - möglicherweise so groß, dass der spätmittelalterliche Keller den gesamten Flügel einnimmt. Was wird uns erwarten?

Im nächsten Schritt wollen wir in der Etage über dem freigelegten Eingang eine Bohrung im Boden machen, um die Bausubstanz von beiden Seiten zu untersuchen. Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Grabung auch ohne Abstützung weiter verlaufen kann.

Sonntag, 16. September 2018

Das letzte Geheimnis im Hermannsdenkmal

https://youtu.be/J3kLnGDlXc8


Zur Dokumentation | Im Landkreis Lippe, im Teutoburger Wald, steht DAS Volksdenkmal der Deutschen Lande. Das Hermannsdenkmal - das Symbol germanischer Freiheit.
Hartnäckig halten sich Gerüchte, das es im Kopf des Hermann einen Tisch gibt, an dem man Skat spielen könne und das einst ein Baby aus den Nasenlöchern des Kriegers gefallen sein soll. Gibt es noch geheime Räume unter dem Denkmal? Der Abenteurer Tim von Lindenau geht diesen Fragen auf den Grund und tatsächlich entdeckte er etwas sehr merkwürdiges ...

Mythen und Legenden beflügeln die Statue, die eigentlich Armin-Denkmal heißen müsste - nach dem germanischen Fürsten Arminius aus dem Stamme der Cherusker. Er war es wohl, der das römische Heer des Varus in einen vernichteten Hinterhalt lockte und damit die germanische Vorherrschaft gegenüber den Römern sicherte.
Warum der Herrmann, der ja eigentlich Arminius verkörpert und ganz nebenbei mit Siegfried dem Drachentöter aus der Nibelungensaga in Verbindung gebracht wird, nun Herrmann heißt, lässt sich nur spekulieren und ist wahrscheinlich dem Zeitgeist zuzuschreiben. Keine der Sagen um den Helden lässt sich heute noch genau belegen. Es ist die Geschichte, die den Menschen bewegt und den Freiheitswunsch beflügelt.



Der Architekt Ernst von Bandel erschuf das kolossale Denkmal. Sein Lebenswerk erbaute sich allerdings nicht ohne Schwierigkeiten und erhebliche zeitliche Verzögerungen. Dreißig Jahre lang stand der Sockel des Monuments ohne Figur auf dem Berg, bevor die Statue 1875 gegen jede Erwartung eingeweiht wurde.
Cornelia Müller-Hisje, erzählt in dieser 45 minütigen Dokumentation über die Statue und ihren Erbauer und hilft dabei Geschichten und Gerüchte aufzuklären, während die Kletterer von Interakteam die Expedition in das Labyrinth der Konstruktions-Röhren sichern.

Was aber hat Tim von Lindenau entdeckt? Gibt es ein letztes Geheimnis im Hermannsdenkmal?

Freitag, 31. August 2018

Deckname Rebhuhn - Eine Expedition ins Dunkel des Lengericher Eisenbahntunnels



Zum Film | In Erinnerung an vergangene Abenteuer aus meiner Jugend war ich bereits seit längerer Zeit auf der Suche nach einem verlassenen Eisenbahntunnel im Norden Deutschlands. Da Tunnel in der flachen Weite des Nordens aber eine Seltenheit sind, gestaltete sich die Suche recht schwierig, bis ich mehr oder weniger durch Zufall auf den Lengericher Eisenbahntunnel stieß - dem nördlichsten Gebirgs-Eisenbahntunnel Deutschlands, am Rande des Teutoburger Waldes.
Eine unheilsame Geschichte soll sich hier abgespielt haben, und wie sich herausstellte, schienen sich „filmende Explorer“ nicht wirklich ins Innere des Tunnels zu wagen, denn eine komplette Dokumentation ins Dunkel dieses Erdreichs war nirgends zu finden.
Da ich in der Zeit zwischen meiner Entdeckung im Netz und dem Eintritt durch die geöffnete Metalltür des Tunnels, keine Zeit für eine eingehende Recherche hatte, wurde mein Abenteuer eine Fahrt ins Unbekannte - was sich wenig später ausnahmsweise als Vorteil herausstellen sollte. Hätte ich gewusst, welchen Ort ich da in den Tiefen des Gesteins erkunde, wäre ich sicher nicht mit der gleichen Leichtigkeit vorgegangen - denn dieser Tunnel ist ein Ort mit einer grausamen Geschichte.



Schon als die Köln-Minder-Eisenbahngesellschaft die Strecke zwischen Münster und Osnabrück im Dezember 1871 eröffnete, schufteten franzische Zwangsarbeiter drei Jahre lang während des Deutsch-Französischen Kriegs, um der Eisenbahn einen 765 Meter weiten Weg durch das unterirdische Gestein des Teutoburger Waldes zu bahnen.
1928 wurde der Tunnel nach nur wenigen Jahrzehnten Dienstzeit geschlossen, da man parallel einen neuen Tunnel grub, um die Strecke später auf vier Gleise zu erweitern. Statt den alten Tunnel dann nach Instandsetzungsarbeiten wieder in Betrieb zu nehmen, verweiste er allerdings und diente der Lengericher Bevölkerung in den folgenden Kriegsjahren als Schutzraum.

Erbaut durch Zwangsarbeit und ausgedient als Bunker genutzt, erlebte der alte Lengericher Tunnel um die längs vergangene Jahrhundertwende nur eine kurze Zeit des Friedens. Doch es sollte erst friedlos werden.
Im März 1944 entdeckte der Jägerstab der Nationalsozialisten den Tunnel für sich, um in ihm mit der Kraft weiterer Zwangsarbeiter Flugzeugteile herzustellen. Sie bauten den Tunnel, der nun den Decknamen „Rebhuhn trug“, nach ihren Bedürfnissen um und errichteten dort kurzerhand ein KZ-Außenlager, unter dem Namen „A1 Lengerich“. Wie viele Menschen im Dunkel des Tunnels ermordet wurden, ist ungewiss. Nur wenige Geschichten sind genauer bekannt. Geschichten von Flucht, unfreiwilliger Rückkehr und Hinrichtung. Arbeiter sollen hier im Tunnel erhängt worden sein. Ihre Körper und die der anderen Toten, wurden in Baugruben und namenlos auf umliegenden Friedhöfen verscharrt.

Dass sich all das im Dunkel dieses Tunnels abspielte, den ich gerade so unwissend erkundete, war mir im nachhinein ein Schrecken. Mit welchem Gefühl wäre ich durch die Nebelschwaden gezogen, hätte ich vor Ort gewusst, das hier Menschen ermordet wurden? Doch unvoreingenommen diesen Ort besucht zu haben, bedeutet für mich unvoreingenommen diesen Ort erspührt zu haben. Es war eine drückende düstere, aber nicht feindselige Atmosphäre. Ganz hinten im Tunnel, wo Massen von Erdreich den Ausgang versperren, war mir tatsächlich etwas unwohl. Irgendetwas drängte mich zurück Richtung Ausgang. Aber sonst war mein Eindruck mehr der von „Faszination im Innern eines Berges“. Sicher spielt es eine Rolle, mit welchem Respekt man einem Ort begegnet, aber möglicherweise und vielleicht sogar ganz sicher, haben die Seelen der hier gestorbenen keinen Anlass zum weiteren Verweilen gesehen.