Sonntag, 5. Juli 2020

Wir sind der Kreis der umsichtigen Abenteurer


„Wir entlocken dem Leben ein immerwährendes Abenteuer und sind uns bewusst: "Das Abenteuer da draußen beginnt im Inner'n des Entdeckers."

Zum Kreis | Zur Fimvorstellung | Kaum etwas fasziniert den Menschen so sehr wie das Abenteuer. Eine unvorhersehbare Reise an einen geheimnisvollen Ort, die Rätsel der Vergangenheit - gebunden an längst vergangene Momente, wundersame Geschichten, die unseren Horizont erweitern. Die geografische und geistige Selbstüberwindung des Entdeckers und das Meistern einer herausfordernden Hürde.

Doch ein Abenteuer bekommt man nicht geschenkt. Das Abenteuer findet jene, die bereit für das Unvorhersehbare sind - für das Erlebnis ohne festgelegten Plan. Im 21. Jahrhundert hält man das Abenteuer für eine sportliche Aktivität im Freien - doch weit gefehlt: Das wahre Abenteuer überrascht Dich, entführt Dich in eine andere Dimension und stellt Dich vor ungeahnte Herausforderungen. Diejenigen, die das Abenteuer auf sich aufmerksam machen konnten, staunten über seine immense Kraft und entkamen dem Alltag ohne Mühe. Denn wer ein wahrer Abenteurer wird, der ändert, egal, in welcher Lebenssituation er sich befindet, seinen Blickwinkel auf die Dinge um ihn herum und weiß, das Erlebnis wartet beinahe überall auf seine Erkundung. Egal ob da draußen in der weiten Welt oder im Innern des Geistes.


Die meisten Abenteuer sind eng mit der Vergangenheit verknüpft und somit Teil der alten Glaubenslehren. Wenn wir dem Glauben der Alten keine Bedeutung zuschreiben, haben wir nicht verstanden, was Anstand und Toleranz bedeuten. Sehen wir mal davon ab, dass wir in diesem Fall auch nicht offen für Neues wären. Dies ist der Grund, warum das Abenteuer im Innern des Entdeckers beginnt. Wer soll die Rätsel der Vergangenheit lösen, wenn er sich dem Vergangenen oder fremden verschließt? Wer will etwas erreichen, wenn er nicht bereit ist, an sich selbst zu arbeiten?

Wir im Kreis der umsichtigen Abenteurer nutzen daher nicht nur unser wachsendes Netzwerk für Erlebnisse und Erkundungen, sondern erforschen auch unser Innerstes auf der Suche nach Stärke und Weisheit.
Gut, das wir den Kreis haben, der uns unter anderem mit täglichen Inspirationen und herausfordernden Aufgaben in Bewegung hält. Denn „wer rastet, der rostet“ - heißt es doch.

Bleiben Sie neugierig! Wer weiß, was sich Ihnen jetzt gerade offenbart ...

Sonntag, 7. Juni 2020

Die verschlossenen Tunnel von Fürstenau





Zum Film | Wie habe ich mich gefreut, als ich per Mail die Einladung erhielt, die verborgenen Tunnel von Fürstenau zu erkunden - wobei es erst einmal in die Höhe ging, bevor ich die Tiefen des historischen Städtchens im Osnabrücker Landkreis erkundete.

Schnell sprach sich herum, dass ein Abenteurer die Stadt besucht und kurzerhand wurde so manch rostiger Schlüssel vom Haken genommen, um gemeinsam dem Verborgenen auf die Spur zu kommen. Ein aufregender Tag - nicht nur für die Fürstenauer ...
Irgendwie wusste niemand so recht, wie es in den dunklen Gängen unter der alten Burganlage aussah, da sie seit Jahrzehnten verschlossen waren. Ja, sogar das Bauamt war ratlos und so beschloss Bürgermeister Benno Trütken einen erfahrenen Mann vorzuschicken, um den Zustand und die Begebenheiten unter seinem Rathaus zu erkunden.




Es ist ausgesprochen besonders, einen Jahrzehnte verlassenen Ort zu betreten. Wo man einen Fuß hinsetzt, was man findet und sieht, alles ruhte seit Langem in Dunkelheit und Stille. Wir bewegen uns täglich in wissentlich geprüfter Umgebung. An Orten, die ständig unter dem Einfluss von Menschen stehen. Die sicheren Pfade zu verlassen und vergessene Orte zu erkunden, gehört zu den spannendsten unvorhersehbaren Erlebnissen, die nur sehr wenigen Menschen zu Teil werden.

Sonntag, 26. Januar 2020

Das Geheimnis der Nacht - Eine Reise ins Dunkel der Schatten



Zum Film | Wie still kann die Welt sein - wie schaurig die Nacht. Laternen tauchen ein ins Dunkel und geben preis, was der Tag nicht zu offenbaren vermag. Der Nebel ist ein Freund der Nacht. Er streut das karge Licht und verhüllt das Ziel des unsicheren Blickes. In ihm verborgen - das Geheimnisvolle, das Übersehene.
Mein Weg führt mich zum Friedhof - gleich hinter dem Marktplatz - vorbei an einem Geheimnis, das ich noch nicht preisgebe. Hier leuchten die roten Flammen. Sie weisen aus der dunklen Tiefe hinauf an die Oberfläche der Vergangenheit. Der Nebel scheint hier besonders dicht. Oder ist es die Dunkelheit, die der Linse der Kamera den Blick verweigert?


Ich mache mich auf den Weg in den alten Stadtkern. Gelockt von Geräuschen und Schatten.
Die Geschichte ist hier allgegenwärtig. In der Stille scheint sie aus Holz und Stein zu singen. Leise Töne aus vergangener Zeit. Mir scheinen die Strophen weit hergeholt - doch die ungeschriebenen Zeilen überdauern in einer anderen Dimension. Sie sind frisch wie die feinen Tropfen des Dunstes, der sich an meinen Kleidern niederlässt.
Nichts was in diesen Straßen geschah, ist vergangen. Die Stadt hält jedes Geschehnis in sich. Was vor hundert Jahren gesprochen, hallt noch heute durch die verwandelten Gassen. Des Nachts - wenn dicke Nebelschwaden durch die Reihen der Häuser ziehen.

Ich bin nicht der einzige Wanderer hier. Nicht der Letzte, den Nacht ruft.

Ein Rauschen scheint unter dem Pflaster emporzusteigen. Ein gusseiserner Deckel schützt es vor der unsteten Welt. Manch ein Licht ist schon seit Langem erloschen. Doch die Zeit wird kommen, da streut es sich erneut des Nachts im Nebel.

Mich zieht es noch einmal zurück zur Sylvester-Kirche. Die alten Kreuze und erhabenen Mauern sollen meine Wanderung noch einmal schmücken. Schön schaurig. Danke dir, Nacht. Danke dir, Stille. Ohne Euch wäre die Welt ein Ort ohne Erkenntnis. Ein Leben ohne tieferen Sinn.

Sonntag, 15. Dezember 2019

Geheimnisvolle Lippoldshöhle - Deutschlands nördlichster Erdstall?





Zum Video | Erdställe sind künstliche, möglicherweise megalithische, Höhlen, die eines der größten Rätsel der mitteleuropäischen Geschichte darstellen. Hauptsächlich in Bayern und Österreich aufzufinden, hat man in diesen Höhlen keine Hinterlassenschaften ihrer Erbauer gefunden und auch den Abbau von Erzen hat man widerlegen können.
Bisher sind ungefähr 800 dieser Erdställe bekannt und kartiert. Forscher schätzen ihre Anzahl aber auf mehrere Tausend Höhlen.
Ihre Datierung macht den Wissenschaftlern zu schaffen – zumal die teils mehrere tausend Jahre alten Gangsysteme manches Mal unter mittelalterlichen Höfen mit einem Eingang durch deren Keller zu finden sind. Hier fällt allerdings auf, dass diese Eingänge keinesfalls in die Architektur der besagten Keller einfließen. Sie wirken wie Fremdkörper – wie Tore in eine andere Welt. 


Bei der Lippoldshöhle stößt man auf eine Besonderheit unter Erdställen. Anders als bei anderen ihrer Art, findet sich hier kein einzelner Eingang - ausschließlich durch einen engen Schlupf begehbar. Erdställe haben immer nur einen Eingang, der gleichzeitig auch als Ausgang dient. Nun könnte man sagen, dass dies ein sicheres Zeichen dafür sei, dass die Lippoldshöhle kein Erdstall ist. Aber glauben wir der Erzählung, dass die Höhle einst zum Teil gesprengt wurde und betrachten dabei die Verwitterungsspuren an der Felswand, so wird einem schnell klar, dass die heutigen Eingänge früher einmal durch natürliches Felsmassiv verschlossen waren. Es gab also möglicherweise nur einen Eingang, denn der Moosbewuchs an den heutigen Öffnungen ist, im Gegensatz zum Rest der Felswand, sehr viel jünger als an den umliegenden Felsen. Die drei vermeintlichen Zugänge scheinen mir nach näherer Betrachtung also jung und nicht natürlichen Ursprungs. Addiert man zu dieser Tatsache die Eigenheiten der Höhlenarchitektur, so erkennt man in der Lippoldshöhle eindeutig einen Erdstall. Aber ein Erdstall so weit im Norden Deutschlands – das wäre meines Wissens nach, eine kleine Sensation.

Der Volksmund berichtet, dass Zwerge die Tunnel gruben und wenn man diese fremdartigen Löcher entdeckt, hält man dies, mit staunendem Blick, durchaus für denkbar.
Bei vielen Erdställen fand man sogenannte „unmögliche Bauspuren“. In nur 40 cm breiten Durchlässen finden sich in manchen Erdställen Meißelspuren längs der Rundung. Diese Meißelspuren sind mit einem normal großen Hammer und Meißel nicht zu realisieren, da sich in den Löchern kein Platz befindet, um mit dem Hammer auszuholen. Man hätte die Löcher quer oder schräg zur Öffnung schlagen müssen, was aber nicht der Fall war.

Was also ist das Geheimnis der Erdställe?

Sonntag, 8. September 2019

Der Fluchtgang von Schloss Lütetsburg



Zum Film | Seit Generationen erzählt man sich in Ostfriesland vom Geheimgang auf Schloss Lütetsburg. Unter dem Schloss soll es einen Fluchttunnel gegeben haben, der geradewegs zur Kirche im benachbarten Hage führte. In diesem Film gehe ich gemeinsam mit Tido Graf zu Inn und Knyphausen den wenigen Spuren nach, die nach Jahrhunderten von Umbauten und Bränden geblieben sind. Auch wenn vieles spekulativ anmutet - der Eingang zum Tunnel scheint tatsächlich erhalten und es gibt sogar deutliche Hinweise auf dessen wahre Existenz.


Erst beim Filmschnitt der kleinen Dokumentation fiel mir auf, dass wenn man den Beschreibungen der Augenzeugen folgt, genau an der Stelle, wo eine kleine Treppe in die Tiefe des Ganges geführt haben muss, ein steinerner Sockel den Abstieg versperrt. Aber nicht nur das. Das verputzte Mauerwerk an der Wand oberhalb des Eingangs ist deutlich verfärbt, so wie man es bei feuchtem Mauerwerk kennt. Wenn der Eingang seit unbekannter Zeit voller Wasser stand, so gibt das alte Mauerwerk immer noch Feuchtigkeit ab – genau da, wo eine Wandvertiefung den aufrechten Gang beim Abstieg in den Fluchttunnel ermöglichte. Wurde der Gang hier zugemauert? Befindet sich unter diesem Sockel die Treppe hinab in die Tiefe eines seit Jahrzehnten verschlossenen Geheimgangs?


Sonntag, 4. August 2019

Mittelalterlicher Geheimgang wiederentdeckt



Zum 1.Teil | Zum 2. Teil | In einem Eiskeller tief im Wald, an einem unbekannten Ort, soll einer Sage nach ein 500 Jahre alter Geheimgang ins Erdreich führen, der von dort bis zu einer 1,5 Kilometer entfernten Burg reicht. Doch ein verschüttetes Loch gab sein Geheimnis bisher nicht Preis. Da sei weiter nichts. „Nur ein Loch - kaum eine Armeslänge tief.“ So etwas gibt es oft und dem Entdecker bleibt meist nichts als ein Traum. Doch nicht hier, wie sich herausstellte, denn hinter einem großen Stein wartete ein Jahrhunderte altes Geheimnis auf seine Entdeckung ...





Selbst wenn jemand in das Loch kriecht, was in den allermeisten Fällen sehr unwahrscheinlich ist, kann man nicht sehen, dass der Gang hinter einem Stein verborgen noch weiter geht. Erst wenn man sich in die tiefste Ecke der linken Seite quetscht, gibt der Stein den Blick in den Gang frei. Seit Generationen hat dies möglicherweise niemand bemerkt und meine Entdeckung sorgte für ungläubiges Staunen bei dem Mann, der bereits mehrfach diesen Raum besuchte und erkundete. Alle hielten die Geschichte vom Geheimgang für ein Märchen. Bis heute ...

Jahrzehnte verlassene Wassermühle



Zum Film | Eine echte Zeitkapsel ist die kleine Mühle in Quakenbrück. Ein Ort, an dem alles so blieb wie in dem Moment, als man den Hammer zum letzten Mal zur Seite legte. Hier wurde Handwerk und Geschichte konserviert, wie nur an ganz wenigen besonderen Orten.