Zum Film | Wie habe ich mich gefreut, als ich per
Mail die Einladung erhielt, die verborgenen Tunnel von Fürstenau zu
erkunden - wobei es erst einmal in die Höhe ging, bevor ich die
Tiefen des historischen Städtchens im Osnabrücker Landkreis
erkundete.
Schnell sprach sich herum, dass ein
Abenteurer die Stadt besucht und kurzerhand wurde so manch rostiger
Schlüssel vom Haken genommen, um gemeinsam dem Verborgenen auf die
Spur zu kommen. Ein aufregender Tag - nicht nur für die Fürstenauer
...
Irgendwie wusste niemand so recht, wie
es in den dunklen Gängen unter der alten Burganlage aussah, da sie
seit Jahrzehnten verschlossen waren. Ja, sogar das Bauamt war ratlos
und so beschloss Bürgermeister Benno Trütken einen erfahrenen Mann
vorzuschicken, um den Zustand und die Begebenheiten unter seinem
Rathaus zu erkunden.
Es ist ausgesprochen besonders, einen
Jahrzehnte verlassenen Ort zu betreten. Wo man einen Fuß hinsetzt,
was man findet und sieht, alles ruhte seit Langem in Dunkelheit und
Stille. Wir bewegen uns täglich in wissentlich geprüfter Umgebung.
An Orten, die ständig unter dem Einfluss von Menschen stehen. Die
sicheren Pfade zu verlassen und vergessene Orte zu erkunden, gehört
zu den spannendsten unvorhersehbaren Erlebnissen, die nur sehr
wenigen Menschen zu Teil werden.
Zum Film | Wenn man vor einem Haufen Erde steht,
die man bereits umgeworfen hat, ohne etwas darin zu entdecken, geht
man nicht von einem Fund aus. Aber es versteckt sich doch so einiges
im Erdreich des Torturmschachtes von Schloss Lütetsburg!
Nach bester Archäologen-Manier siebten
wir das komplette Erdreich durch und fanden darin allerlei Artefakte
der vergangenen Jahrhunderte. Und sogar die ein oder andere
„Sensation“ verbarg sich in der feuchten Erde ...
Zum Film | Endlich war es soweit, beim
derzeit realisierbaren Projekt auf Schloss Lütetsburg wurde wieder
die Schaufel in die Hand genommen. Im Uhrenschacht unter dem
Eingangstor der Vorburg könnten jahrhunderte alte Schätze im Schutt
verborgen liegen - da der enge und tiefe Schacht mehr aufnehmen als
preisgeben kann. Und genau so war es auch: Der Schacht war so schmal,
das ein ausgewachsener Mann unter Umständen nicht einmal dessen
Grund erreicht. Doch wir ließen uns nicht beirren und räumten ihn
bis auf die Grundsteine leer. Haben wir etwas entdeckt?
Zum Film | Zur Fotogalerie | Viele kennen den Marienhafener
„Störtebecker-Turm“, der als eines der ostfriesischen
Wahrzeichen touristisch zu besichtigen ist. Weniger bekannt, aber
noch viel spannender, ist der verborgene Warnfried-Turm in Osteel,
der als Teil einer baugleichen Kirche nur zwei Kilometer entfernt
neben seinem Schwestern-Turm steht.
Das früh mittelalterliche Bauwerk
beeindruckt. Eines der vielen Rätsel des Turms ist das offene
Gewölbe in schwindelerregender Höhe der zweiten Etage. Wie ein
Schlund zieht es den Blick in die Tiefe des Turms, nachdem man den
bedrückenden Aufstieg über einen außerordentlich langen
Treppenschacht hinter sich gebracht hat. Eng, verwinkelt und düster
ist der Aufstieg. Warum ist das Gewölbe offen und warum ist es
nierenförmig, statt rund? Vielleicht diente die Öffnung der
Schallübertragung der Glocken nach unten? Auch der Eingangsbereich,
im Gegensatz zum Turm für jeden zugänglich, ist ungewöhnlich. Der
in sich geschlossene Gewölberaum ist völlig untypisch für eine
Kirche.
Grausige Legenden ragen sich um das
Bauwerk, das bereits bei Baubeginn im 13. Jahrhundert vom Teufel
selbst verhindert werden sollte. Auch im Turm sollen die
Höllengeister ihr Unwesen getrieben, so die Legenden. Was dort genau
passierte und welche Spuren es möglicherweise noch zu entdecken
gibt, versuchte ich auf meiner abenteuerlichen Erkundung
herauszufinden - an diesem fast unberührten Schauplatz
ostfriesischer Geschichte.
Zur Dokumentation | Im Landkreis Lippe, im Teutoburger Wald, steht DAS Volksdenkmal der Deutschen Lande. Das Hermannsdenkmal - das Symbol germanischer Freiheit.
Hartnäckig halten sich Gerüchte, das es im Kopf des Hermann einen Tisch gibt, an dem man Skat spielen könne und das einst ein Baby aus den Nasenlöchern des Kriegers gefallen sein soll. Gibt es noch geheime Räume unter dem Denkmal? Der Abenteurer Tim von Lindenau geht diesen Fragen auf den Grund und tatsächlich entdeckte er etwas sehr merkwürdiges ...
Mythen und Legenden beflügeln die Statue, die eigentlich Armin-Denkmal heißen müsste - nach dem germanischen Fürsten Arminius aus dem Stamme der Cherusker. Er war es wohl, der das römische Heer des Varus in einen vernichteten Hinterhalt lockte und damit die germanische Vorherrschaft gegenüber den Römern sicherte.
Warum der Herrmann, der ja eigentlich Arminius verkörpert und ganz nebenbei mit Siegfried dem Drachentöter aus der Nibelungensaga in Verbindung gebracht wird, nun Herrmann heißt, lässt sich nur spekulieren und ist wahrscheinlich dem Zeitgeist zuzuschreiben. Keine der Sagen um den Helden lässt sich heute noch genau belegen. Es ist die Geschichte, die den Menschen bewegt und den Freiheitswunsch beflügelt.
Der Architekt Ernst von Bandel erschuf das kolossale Denkmal. Sein Lebenswerk erbaute sich allerdings nicht ohne Schwierigkeiten und erhebliche zeitliche Verzögerungen. Dreißig Jahre lang stand der Sockel des Monuments ohne Figur auf dem Berg, bevor die Statue 1875 gegen jede Erwartung eingeweiht wurde.
Cornelia Müller-Hisje, erzählt in dieser 45 minütigen Dokumentation über die Statue und ihren Erbauer und hilft dabei Geschichten und Gerüchte aufzuklären, während die Kletterer von Interakteam die Expedition in das Labyrinth der Konstruktions-Röhren sichern.
Was aber hat Tim von Lindenau entdeckt? Gibt es ein letztes Geheimnis im Hermannsdenkmal?
Zum Film | Da wir davon ausgehen, dass die
Kelleranlage hinter der zugemauerten Türe der Vorburg des
Lütetsburger Schlosses größer ist, als bisher gedacht,
entschlossen wir uns zu einem Gespräch mit der ostfriesischen
Landschaft, die sich professionell an der Grabung beteiligen könnte.
Parallel eröffnen wir die Möglichkeit einer weiteren Grabung im
Schlosspark. Hier wurde unter dem Manninga-Berg im Zweiten Weltkrieg
ein Bunker angelegt, der mittlerweile verschüttet ist. Niemand der
noch lebt, hat diesen Bunker je betreten oder weiß welche Geheimnisse er verbirgt. Allein der ungefähre Standpunkt
des ehemaligen Eingangs ist bekannt.
Zum Film | Zur Fotogalerie | Im Jahr 1914 wurde in Hage, östlich
der ostfriesischen Stadt Norden, ein militärischer Luftschiffhafen
errichtet, dessen Reste sich noch heute erkunden lassen. Hage war
damals der ideale Ort, um vom äußersten Nordwesten Deutschlands,
schnellstmöglich Großbritannien zu erreichen, und wurde neben
Nordholz zum bedeutendsten Luftschiffhafen der deutschen Geschichte.
Nach Beendigung des 1. Weltkriegs wurde
der Standort größtenteils von den Siegermächten abgerissen und der
Grund und Boden vorrangig landwirtschaftlich genutzt. Interessant
wurde Hage erst wieder zu Beginn des 2. Weltkriegs, als die Wehrmacht
dort kurzzeitig Flieger stationierte und nie vollendete Pläne zum
Einsatz von Flugzeugträgern schmiedete. Da der ostfriesische feuchte
Winter die Start- und Landebahnen allerdings größtenteils
unbrauchbar machte, kam es hier nie wieder zu einer bemerkenswerten
militärischen Nutzung.
Nach Ende des 2. Weltkriegs brachte man
in den ungenutzten Gebäuden Vertriebene unter und ein Krankenhaus
wurde errichtet. Die Bundeswehr lagerte noch für wenige Jahre
Kriegsmaterial ein, bis auch dieser „Mobilmachungsstützpunkt“
vollständig verschwand und nach und nach einer friedlich Besiedlung,
durch die Hager Bürger Platz machte.
Der Einsatzhafen besaß ein eigenes
Gaswerk, das den heute noch erhaltenen „Auftankturm“ der
militärischen Einrichtung versorgte, welcher die Luftschiffe der
Flotte mit Gas befüllte. Der Turm steht mittlerweile auf einem
unzugänglichen Firmengelände und ist stark baufällig.
Der alte Trafobunker am Hager Tief
gehört zu den letzten noch genutzten Gebäuden. Auf seinem Dach
wachsen mittlerweile junge Bäume und seine dicken Mauern dienen nun
landwirtschaftlichen Zwecken.
Ebenfalls am Hager Tief schwimmt eines
der in meinen Augen beeindruckendsten Relikte aus Nachkriegszeiten.
Wahrscheinlich gehört dieses Floss-artige „Brückenbauelement“
zu den jüngsten Teilen der Hager Militärgeschichte und wurde hier
von der Bundeswehr (zu Zeiten des Mobilmachungsstützpunks) weit nach
dem 2. Weltkrieg zurückgelassen.
Gleich neben dem auffälligen „Floss“
liegen drei geheimnisvolle Bunker am Ufer. Der Zweck von diesen drei
Rundbauten scheint bis heute nicht ganz geklärt. Sie haben keinen
erkennbaren Zugang und dienten vielleicht der Flugabwehr. Sollten sie
als Silo oder Tank genutzt worden sein, so sind mögliche Leitern an
den Außenwänden längst Geschichte und das Innere wurde mit
Erdreich aufgefüllt. Hätte man sie einstmals als bedachte
Rundbunker begehen können, so scheinen ihre Zugänge auf Bodenniveau
verschüttet worden zu sein.
Einzig ein Lüftungsschacht lässt sich
ausmachen, der am verstärkten Grund eines der Objekte ins Innere
führt. Am Ende des Schachtes biegt der Zugang nach links und rechts
ab – allerdings ist der Schacht so eng, dass man unmöglich
hindurchkriechen kann. Könnte dieser Schacht vielleicht Aufschluss
geben, zu welchem Zweck diese Bunker einst errichtet wurden?
Zum Film | Zur Fotogalerie | 2013 hatte ich die Möglichkeit einen
Kühlturm derRheinenergiezu besichtigen, was ich mir natürlich
nicht nehmen ließ – denn viele fragen sich, wie so ein
Kraftwerk-Kühlturm von innen aussieht und wie er im Detail
funktioniert.
So ein Kühlturm dient, wie der Name schon verrät, zum
Kühlen – und zwar von heißem Wasser, welches oft ein Nebenprodukt
der Energiegewinnung ist. Wasser wird bei verschiedenen Arten von
Kraftwerken zur Kühlung verwendet, und da man es nach seiner
Erhitzung nicht einfach, heiß wie es nun ist, zurück in die Natur
fließen lassen kann, lässt man es zuvor technisch erkalten. Hier
kommt der Kühlturm zum Einsatz. Das heiße Wasser wird im unteren
Teil des Turmes umgewälzt und dabei von riesigen Ventilatoren
abgekühlt. Im oberen Teil des Turmes tritt der warme Wasserdampf aus
und führt gleichzeitig einen Teil des erkalteten Kondenswassers
zurück in den Kreislauf. Was oben aus dem Kühlturm austritt, ist
zum größten Teil reiner Wasserdampf.
Zur Fotogalerie | Zum Film | Nicht ohne Stolz durfte ich im Jahr 2013 als Erster eine kleine Sensation der Kölner Stadtgeschichte für die Öffentlichkeit dokumentieren: die Überreste, eines Bauwerks, dessen weiterer Teil, ungefähr einen Kilometer weiter entfernt, zu einem der Wahrzeichen der Stadt Köln wurde und zu den ältesten römischen Überresten der Metropole am Rhein zählt.
An der Nordseite des Kölner Doms, direkt unter den Bauten eines Fotofachgeschäfts, wo die Reisenden die Treppen der Domplatte vom Hauptbahnhof heraufkommen, liegt ein römischer Wehrturm aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. - verborgen im Dunkel unter dem Fundament des Kölner Doms. Durch Zufall erfuhr ich von dem Turm - auf der Suche nach den Überresten verschütteter Stadtmauerteile, die der Öffentlichkeit verborgen sind. „Und tatsächlich,“ so Dr. Alfred Schäfer vom Römisch Germanischen Museum, „wissen nur wenige Menschen von dieser Besonderheit im unterirdischen Dunkel unserer Stadt.“
Wie kommt der Wehrturm unter die äußeren Fundamente des Kölner Doms? Die Erklärung ist simpel: Der ursprüngliche Dom stand dicht an der Stadtmauer der Nordseite der Colonia Claudia Ara Agrippinensum (CCAA), wie die stolze Stadt am Rhein von den Römern benannt wurde. Als man die Grundmauern des alten Doms in ihrer Ausrichtung für den Bau des heutigen Doms nutzte, musste der alte Wehrturm den nun ausufernden neuen Fundamenten zum größten Teil weichen. Man trug den oberen Teil des Turmes ab und überbaute dessen untere Hälfte, die nun, 2000 Jahre später, über Magazin- und Kellerräume zu erreichen ist.
Was von dem alten Wehrbau übrig blieb, ist ein niedriges „Kuchenstück“ des Turmes, der ursprünglich (wie der berühmte Kölner Römerturm) einen Durchmesser von etwa 9 Metern hatte. Die damalige Höhe ragte circa 13 Meter auf. Die feldseitige Außenmauer des Rundturmes besaß eine Stärke von wehrhaften 2,50 Meter, die den Innenraum mit einem Durchmesser von 6,50 Meter umgab.
Die fast 4 km lange römische Stadtmauer nahm damals eine Fläche von ungefähr einem Quadratkilometer ein. Insgesamt sind 18 weitere Rundtürme überliefert. Hinzu kommen die Flankiertürme der Stadttore und die quadratischen Türme der Rheinfront.
Nur anhand der Ansicht des nordwestlichen Eckturms der ehemaligen römischen Stadtbefestigung, welcher an der Zeughausstraße größtenteils vollständig erhalten ist, lässt sich erahnen, wie der verborgene Römerturm einst aussah. Reiche Verzierungen, bestehend aus mosaikartig angeordneten Ornamenten, gearbeitet aus verschiedenfarbigen Natursteinen wie etwa Kalkstein, Sandstein, Grauwacke und Trachyt, bildeten einst die Außenhaut seiner Mauern. Leider ist bei dem verschütteten Turm nur noch ein Teil der Ornamentik zu bewundern – die Ziersteine sind zum größten Teil nicht mehr vorhanden. An ihrer Stelle zeigt sich nur noch der „römische Beton“, welcher bis zum heutigen Tage zu den langlebigsten Betonarten zählt.
Im Übrigen trugen die alten Wehrtürme ursprünglich gar keine Zinnenkränze, wie sie vom Römerturm an der Zeughausstraße 13 bekannt sind. Die Türme waren zur Zeit ihrer Erbauung viel höher – geschützt von einem flachen Runddach. Die Zinnen wurden um 1900 als stilfremde Zierde aufgesetzt, was den Römern vermutlich gar nicht gefallen hätte. Der Zugang zu den Türmen war weder innerhalb noch außerhalb der Stadtmauern ebenerdig möglich. Man vermutet, dass die Türme auf der Höhe der Wehrgänge durch eine Leiter bestiegen wurden.
Wie die Rundtürme sich zu ihrer Zeit in die römische Stadtmauer einfügten und das damalige Stadtbild umgaben, können Sie anhand einer 3D-Animation im Internet entdecken: www.colonia3d.de
Ohne großartige Erklärungen geht es
hier auf einen Rundgang in den Glockenturm der Ludgeri-Kirche in der
ostfriesischen Kleinstadt Norden. In Ostfriesland ist es nicht
selten, das ein Glockenturm neben dem Kirchengebäude errichtet wird,
da der lockere Boden oft nicht zulässt, dass ein Bauwerk zu hoch und
schwer wird. Der 1318 errichtete Turm ist sogar durch eine Straße
vom Haupthaus getrennt.
Zum Film | Zur Fotogalerie | Er ist allen Ostfriesen bekannt – der Tortum des Lütetsburger Schlosses der Grafen zu Inn- und Knyphausen. Imposant sticht er aus der Vorburg hervor und wacht über die Einfahrt in die von Burggräben umgebene Schlossanlage. Und obwohl jeder Besucher diesen Turm kennt, hat noch keiner von ihnen einen Fuß in sein Innerstes gesetzt. Was verbirgt sich in dem alten Gemäuer?
Beim Betreten der unscheinbaren Türe des Turms verlässt man die hektische Zeit der Moderne. Eine steile, von dickem Staub eingedeckte Treppe führt über einen kleinen Flur in die erste Etage. Man muss sich an einem schweren Tau emporhangeln, um sicheren Schrittes die Steigung zu überwinden.
Schon beim Aufstieg fallen dem wachen Beobachter viele vom Fortschritt der Zeit vergessene Details auf. Hier wurde seit Langem nichts berührt und verändert.
Im ersten Stockwerk erwartet den Entdecker ein romantischer Raum: In einer der Straße zugewandten Ecke befindet sich ein offener Kamin. Ich stelle mir vor, wie sich Wachemänner an kalten Wintertagen des frühen 18. Jahrhunderts an dem prasselnden Feuer wärmten und heiße Getränke zu sich nahmen. Aber auch zu späterer Zeit wurden hier Feuer entfacht. Der Schlossherr Tido Graf zu Inn- und Knyphausen erzählte mir, wie er in Kindertagen hier verstecken spielte und manches Mal auch ein Feuer entzündete.
Die Stiege zum zweiten Stock ist noch steiler als die Erste. Nach ihr betritt man einen Raum, der noch heute das Uhrwerk aus vergangenen Tagen beherbergt, welches in den 80ger Jahren allerdings zur Ruhe kam. Der Zeiger steht seit bald drei Jahrzehnten auf 11.36 Uhr.
Ein Stuhl, der nicht all zu historisch ist, steht vor einem zum Schloss gerichteten Fenster und lädt ein, einen ruhigen Moment zu finden.Von hier aus blickt man in den Dachstuhl des Turms. Der Blick fällt auf die kunstvollen Arbeiten längst verstorbener Zimmermänner. Über eine Leiter erreicht man eine kleine Luke, die zum Glockenturm ins Freie führt.
Durch den Torturm des Lütetsburger Schlosses schritten schon namhafte Persönlichkeiten wie Theodor Fontane, Wilhelm Busch und diverse königliche Häupter. Er überstand einen großen Brand, erlebte den ersten und zweiten Weltkrieg und hielt im Letzteren der Bombardierung des Schlosses und seiner Parkanlage stand.Schön, dass es noch solche verborgenen Orte gibt und wer weiß, was sie in Zukunft noch für Geschichten erzählen werden.
Die Geschichte des Torturms
Als der ostfriesische Häuptling Lütet Manninga zwischen 1373-77 sein Stammhaus in Westel in der Leybucht aufgrund verheerender Sturmfluten verlor, ließ er den in Familienbesitz befindlichen „Uthoff“ zum Wasserschloss „Lützborch“ ausbauen. Zu dieser Zeit dachte noch niemand an einen Torturm. Später, im Jahr 1588, gelangte das Schloss durch die Heirat der Erbtochter Hyma Manninga an den Reichsfreiherrn Wilhelm von Inn- und Knyphausen aus dem Jeverland - die Vorburg des Schlosses stammt in ihrer Grundform aus dieser Zeit, der imposante Torturm allerdings, wurde erst später im Jahr 1740 von Carl-Philipp Freiherr zu Innhausen und Knyphausen, errichtet. Vor dem Bau des Turmes war der Zugang zum Schloss auf der Westseite der Anlage zu finden, welcher in heutiger Zeit nicht mehr genutzt wird.
Zum Film | Der 1851(?) erbaute Turm der heute
verlassenen Doornkaat-Brennerei in Norden, sollte einst mit einem
Hochbehälter ausgerüstet werden, um für einen gleichmäßigen
Druck im angeschlossenen Wassernetz zu sorgen. Probleme mit der
Baustatik allerdings, machten diesen Plan vor 90 Jahren zunichte.
Wie der größte Teil des alten Betriebsgeländes ist auch der Turm
heute verweist. Die Stadtwerke sorgen für seinen Erhalt, da er
angrenzend an das Holzkraftwerk steht, welches der städtische
Betrieb zur alternativen Energiegewinnung nutzt. Ich konnte dieses alte Gemäuer für einen kurzen Dreh besuchen. Heraus kam ein klassisches Lost-Place-Video.
Zum Film | Zur Fotogalerie | Weit vor Sonnenaufgang stieg ich mit
Udo Uphoff von den Norder Stadtwerken in den 1938 erbauten Wasserturm
der ostfriesischen Kleinstadt Norden. Die Norder kennen den Turm, der
alle Haushalte der Stadt mit konstantem Wasserdruck versorgt - doch
selbst jenen, die ihn an einem seltenen "Tag der offenen Tür"
betreten durften, blieb der spannendste Teil verwehrt: der Blick ins
Herz des Turmes, den ich unter reinlichen Bedingungen für Euch
gewagt habe, um eine kleine Dokumentation über diese simple aber
wichtige technische Anlage zu drehen.
Zum Video | Heute bin ich weit vor Sonnenaufgang
(neben einem weiteren) in den Norder Wasserturm gestiegen.
Die Norder
kennen ihn, doch selbst jenen, die ihn an einem seltenen "Tag
der offenen Tür" betreten durften, blieb der spannendste Teil
verwehrt: der Blick ins Herz des Turmes, den ich unter reinlichen
Bedingungen für Euch gewagt habe.
Zum Film | Ein kleines aber feines Abenteuer
erlebte ich im Turm und im Dachstuhl der 800 Jahre alten
St.-Ansgari-Kirche im ostfriesischen Hage.
Bei unheimlichen Sauwetter
und starkem Wind, der wild durch den sechsgeschossigen Turm fegte,
fühlte ich mich von den riesigen Glocken des Turms zwar zeitlich
bedrängt, aber 30 Minuten reichten dann "Gott sei Dank"
doch aus, um diesen kleinen Film zu drehen …