Sonntag, 26. Januar 2020

Das Geheimnis der Nacht - Eine Reise ins Dunkel der Schatten



Zum Film | Wie still kann die Welt sein - wie schaurig die Nacht. Laternen tauchen ein ins Dunkel und geben preis, was der Tag nicht zu offenbaren vermag. Der Nebel ist ein Freund der Nacht. Er streut das karge Licht und verhüllt das Ziel des unsicheren Blickes. In ihm verborgen - das Geheimnisvolle, das Übersehene.
Mein Weg führt mich zum Friedhof - gleich hinter dem Marktplatz - vorbei an einem Geheimnis, das ich noch nicht preisgebe. Hier leuchten die roten Flammen. Sie weisen aus der dunklen Tiefe hinauf an die Oberfläche der Vergangenheit. Der Nebel scheint hier besonders dicht. Oder ist es die Dunkelheit, die der Linse der Kamera den Blick verweigert?


Ich mache mich auf den Weg in den alten Stadtkern. Gelockt von Geräuschen und Schatten.
Die Geschichte ist hier allgegenwärtig. In der Stille scheint sie aus Holz und Stein zu singen. Leise Töne aus vergangener Zeit. Mir scheinen die Strophen weit hergeholt - doch die ungeschriebenen Zeilen überdauern in einer anderen Dimension. Sie sind frisch wie die feinen Tropfen des Dunstes, der sich an meinen Kleidern niederlässt.
Nichts was in diesen Straßen geschah, ist vergangen. Die Stadt hält jedes Geschehnis in sich. Was vor hundert Jahren gesprochen, hallt noch heute durch die verwandelten Gassen. Des Nachts - wenn dicke Nebelschwaden durch die Reihen der Häuser ziehen.

Ich bin nicht der einzige Wanderer hier. Nicht der Letzte, den Nacht ruft.

Ein Rauschen scheint unter dem Pflaster emporzusteigen. Ein gusseiserner Deckel schützt es vor der unsteten Welt. Manch ein Licht ist schon seit Langem erloschen. Doch die Zeit wird kommen, da streut es sich erneut des Nachts im Nebel.

Mich zieht es noch einmal zurück zur Sylvester-Kirche. Die alten Kreuze und erhabenen Mauern sollen meine Wanderung noch einmal schmücken. Schön schaurig. Danke dir, Nacht. Danke dir, Stille. Ohne Euch wäre die Welt ein Ort ohne Erkenntnis. Ein Leben ohne tieferen Sinn.